Hallo,
„Bitte das Formular an den kenntlich gemachten Stellen ergänzen“
Meiner Meinung nach ist „Formular“ das Objekt, „ergänzen“ das Prädikat und ein Subjekt fehlt. Somit ist der obige Ausdruck kein Satz. Richtig?
Danke im Voraus.
Beste Grüße
Max
Hallo,
„Bitte das Formular an den kenntlich gemachten Stellen ergänzen“
Meiner Meinung nach ist „Formular“ das Objekt, „ergänzen“ das Prädikat und ein Subjekt fehlt. Somit ist der obige Ausdruck kein Satz. Richtig?
Danke im Voraus.
Beste Grüße
Max
Hallo Max
„Bitte das Formular an den kenntlich gemachten Stellen
ergänzen“Meiner Meinung nach ist „Formular“ das Objekt, „ergänzen“ das
Prädikat und ein Subjekt fehlt. Somit ist der obige Ausdruck
kein Satz. Richtig?
Das lässt sich pauschal nicht beantworten, weil es keine wirklich stimmige Definition von „Satz“ gibt. In der dreibändigen IDS-Grammatik von Zifonun wird der Satz sogar als „eines der umstrittensten Konzepte“ der Sprachwissenschaft bezeichnet und die Autoren verweisen darauf, dass es etwa 200 Versuche von Satzdefinitionen gibt. (Band 1, Seite 86) Man kann sich also an der Frage, ob etwas Satz oder Nicht-Satz ist, die Köpfe heiß reden. Aber: In den meisten Fällen ist die Frage überhaupt nicht von Belang. Deshalb wäre es jetzt interessant zu erfahren, warum dich das interessiert.
Liebe Grüße,
auch Max
Hallo,
„Bitte das Formular an den kenntlich gemachten Stellen
ergänzen“
das ist ein aufforderungssatz und es fehlt ein ausrufezeichen dahinter.
das ist ein aufforderungssatz und es fehlt ein ausrufezeichen
dahinter.
Es ist eine Aufforderung. Ob es aber ein AufforderungsSATZ ist, daran hat Max (der andere) ja schon berechtigte Zweifel angemeldet. In der Dudengrammatik findet man ein ähnliches Beispiel unter 1402 „Andere Aufforderungsätze“ - allerdings mit dem Hinweis: „Ohne vollständige Satzstruktur.“ Der Duden bezeichnet diese Konstruktion als „hauptsatzwertige Infinitivphrasen“ (1320/21) bzw. als „Satzäquivalente“ (1404, außerdem 1165). Häufig werden solche Konstruktionen aber auch als unvollständige oder unausgebaute Sätze bezeichnet, im Gegensatz zu vollständigen und ausgebauten Sätzen. Die Bezeichnung „Satz“ kann deshalb manchmal sowohl Satzäquivalente als auch Sätze umfassen.
Wie ich schon geschrieben habe, ist es deswegen sinnvoll, ein bißchen mehr über den Hintergrund der Frage zu wissen, um eine sinnvolle Antwort geben zu können.
Das Ausrufezeichen ist bei Max’ Beispiel-äh-Satz übrigens nicht zwingend notwendig, ich persönlich ziehe es allerdings vor, eines zu setzen.
Gruß,
Max
Hallo,
diesen „Satz“ habe ich in einem Schreiben benutzt und ein Kollege hat mir daraufhin gesagt das könne ich nicht verschicken, da es sich dabei nicht um einen Satz handele.
Vielen Dank für deine Antwort.
MfG
Max
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
diesen „Satz“ habe ich in einem Schreiben benutzt und ein
Kollege hat mir daraufhin gesagt das könne ich nicht
verschicken, da es sich dabei nicht um einen Satz handele.
Hah! Ich hab’s geahnt! Das ist nämlich meistens der Grund, wenn Leute fragen, ob etwas ein Satz ist. Das ist eines dieser hinrissigen Totschlagargument von Leuten, die nichts von Sprache verstehen - gleich nach „Das Wort steht aber gar nicht im Duden“ (worauf ich dann meistens frage, ob sie auch wirklich im großen zwölfbändigen Duden-Wörterbuch nachgeschaut haben, oder nur im einbändigen Duden-Wörterbuch …)
Die Frage ist also: Ist die Konstruktion korrektes Deutsch. Antwort: Ja, das ist sie. Korrektes Deutsch besteht halt nicht nur aus Sätzen, sondern auch aus satzwertigen Einheiten.
Wenn dein Kollege das nicht glaubt, dann frag ihn, ob er noch nie „Bitte.“ oder „Danke.“ oder „Guten Tag!“ gesagt hat. Das sind nä,lich auch keine Sätze.
Mein Tipp: Nimm die größte und schwerste Grammatik und hau sie ihm um die Ohren!
Gruß,
Max
Sprache bves
Grundsätzlich: Aufforderungssätze benötigen kein Subjekt. So ist die Wortfolge „Schlaf gut!“ ein vollständiger Aufforderungssatz.
In dem vorliegenden Satz ist aber noch etwas anderes interessant: Das Wort „Bitte“ ist ja eine erstarrte Verbform. Zugrunde liegt der Ausdruck „ich bitte“. Noch weit bis ins 20. Jhdt. hinein haben ältere Schreiber in der 1. Pers. Präs. das „ich“ unterdrückt („erlaube mir anzumerken…“). Von hier aus gesehen hat der Satz tatsächlich ein Subjekt, nämlich „ich“. Und manchmal kann man noch nach „bitte“ einen Infinitiv mit „zu“ finden. So kann man den angeführten Ausdruck auf zweierlei Weise auffassen:
Vielen Dank für die anregende Frage
Goll
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Auch Aussagesätze brauchen kein Subjekt. Beispiel:
Gestern wurde viel getanzt.
Das ist keine Ellipse, der Satz hat einfach kein Subjekt. Ausgehend von dieser (gar nicht so seltenen oder künstlichen) Konstruktion kann man eigentlich behaupten: Ein Satz braucht kein Subjekt.
Möglicherweise braucht ein nicht-elliptischer Satz aber ein Prädikat…
Grüße,
Schon richtig, dass ein Satz kein Subjekt braucht. Hier ging es jedoch um das „Bitte“, das als Prädikat ohne „ich“ nicht erkennbar ist. Insofern fehlt etwas - Ellipse.
Herzlichen Dank für den weiterführenden Einwand
goll
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