Hallo wran!
ich weiß immer noch nicht, was in diesem Satz so
unverständlich ist.
„wie z.B., wenn man bei der
Konjunktion „weil“ die Verbendstellung nicht folgt.“
Das kann ich Dir erklären, hoff ich jedenfalls:
„wenn man bei der Konjuntion ‚weil‘ die Verbendstellung nicht einhält“ ist vollkommen korrekt, denn was tut man hier nicht? man hält eine Regel nicht ein.
Wenn man nun aber die Verbendstellung nicht folgt - was tut man da nicht? man folgt etwas nicht? (Wie folgt man überhaupt etwas, und erst recht: wie folgt man eine Verbendstellung? Folgt man hier eine Regel oder folgt man eine Satzkonstruktion, folgt man eine Handlung - das Verb ans Ende zu stellen - oder folgt man eine Position - das Ende des Satzes?)
Gerade noch angegangen wäre „wenn man bei der Konjunktion ‚weil‘ die Verbendstellung nicht folgt“, aber auch das ist problematisch, und sogar aus zwei Gründen:
Für gewöhnlich folgt etwas der Konjunktion, oder es folgt auf die Konjunktion, - aber niemals folgt etwas bei der Konjunktion!
Und was dann der Konjunktion folgt, ist zumeist ein Wort (vielleicht das Subjekt, ein Substantiv im Allgemeinen, ein Pronomen; oder auch ein Adverb), mitunter auch eine Wortgruppe, aber eine Verbendstellung?
Das könnte noch angehen, wenn man denn die Verbendstellung als Satzkonstruktion ansieht (Verbendstellung = „Gliedsatz, in welchem das Verb am Ende steht“). Aber Verbendstellung kann man auch anders verstehen, wie oben bereits angedeutet: Zunächst verstehe ich „syntaktische Gesetzmäßigkeit, nach welcher das Verb am Ende des Gliedsatzes stehen muss“, dann fallen mir noch ein: „Prozess, der das Verb ans Ende des Satzes stellt“ sowie „Position des Verbs am Ende des Gliedsatzes“. Diese drei Varianten „folgen“ aber selten einer Konjunktion, sie werden eher von ihr gefordert / bedingt / verursacht, ergeben sich aus ihr oder werden nach ihr verwendet.
Und schließlich ist das Wort „Verbendstellung“ nicht nur wegen seiner Mehrdeutigkeit schlecht gewählt und wegen der Tatsache, dass es nicht sagt, am Ende wovon das Verb eigentlich stehen soll, - sondern auch wegen seiner schlechten Lesbarkeit: Zunächst ist die Wortfuge schwer erkennbar, man liest also „Ver-bend-stellung“ (weil „Ver“ am Wortanfang immer nach einer Vorsilbe aussieht), bevor man das „Verb“ erkannt hat. Und dann wirkt (zumindest auf mich) die Endstellung auch wie eine Entstellung, da letzteres häufiger zu lesen ist.
Besser wäre es also gewesen, das, was Du mit diesem Wort eigentlich sagen wolltest, in eine Wortgruppe (Stellung des Verbs am Ende des Gliedsatzes) oder gar eine Infinitivphrase („wenn nach der Konjunktion weil nicht die Regel befolgt wird, das Verb ans Ende zu stellen“) zu kleiden.
Der eleganteste Ausweg ist immer noch, das Nominal-Monstrum „Verbendstellung“ in sein Ursprungsverb zurückzuwandeln („das Verb ans Ende stellen“), dann kommt man auch nicht in die Versuchung, ein zu der „Verbendstellung“ passendes Verb zu finden („folgt“ ging ja nicht):
„… wenn nach der Konjunktion ‚weil‘ das Verb nicht ans Ende gestellt wird / das Verb nicht am Ende steht.“
(Bei alledem habe ich jetzt noch gar nicht erwähnt, dass Du mit dem „Verb“ nur die finite Verbform meinst, nicht einfach irgendein Verb.)
Liebe Grüße
Immo