Hallo, kann mir jemand den eineindeutigen Sinn des für mich völlig zweideutigen Satzes erklären:
Zitat:
„Die Untersuchung über den Cultus … auf Grund der mir zuerst mitgetheilten Quellen halte ich für nichts weniger als für abgeschlossen.“
Heißt das für „so gut wie gar nicht“ abgeschlossen?
oder
für „so gut wie“ abgeschlossen?
wie ist das zu verstehen?
Der Text stammt aus Mitte 19.Jahrhundert…
vielen Dank,
Gruesse
„Die Untersuchung über den Cultus … auf Grund der mir zuerst
mitgetheilten Quellen halte ich für nichts weniger als für
abgeschlossen.“
Heißt das für „so gut wie gar nicht“ abgeschlossen?
oder
für „so gut wie“ abgeschlossen?
wie ist das zu verstehen?
hallo,
ich deute das als: es ist abgeschlossen und zwar vollständig.
es heißt ja ‚nichts weniger als‘, 100 % ist gleich abgeschlossen, 99 % ist ein bisschen weniger als abgeschlosen.
lg
Hallo,
„Die Untersuchung über den Cultus … auf Grund der mir zuerst
mitgetheilten Quellen halte ich für nichts weniger als für
abgeschlossen.“
Heißt das für „so gut wie gar nicht“ abgeschlossen?
oder
für „so gut wie“ abgeschlossen?
laut Duden (Richtiges und gutes Deutsch) kann der Ausdruck tatsächlich beides bedeuten:
Diese Fügung dient gewöhnlich der verstärkenden Verneinung.
„Er ist nichts weniger als höflich“ bedeutet also so viel wie „Er ist alles andere, nur nicht höflich.“
Da „nichts weniger als“ aber auch im Sinne von „nichts Geringeres als“ gebraucht werden kann, sollten missverständliche Formulierungen wie die folgende vermieden werden: "Dieses Auto ist nichts weniger als ein Rennwagen (= durchaus kein/wirklich ein Rennwagen?).
.
Du beziehst Dich vermutlich auf diesen Text: http://books.google.de/books?id=jWgNAAAAYAAJ&dq=auf%… (XIII/XIV)
Da im Weiteren die Rede von „Folgerungen“ ist, die man noch machen könne und von „Andeutungen“ des Verfassers, die „für künftige Forscher nicht ohne Nutzen sein dürften“, kann man m. E. davon ausgehen, dass er die Untersuchung für nicht abgeschlossen hält.
Gruß
Kreszenz
Hallo, das nenne ich mal eine fach-gewaltige Aussage mit Hand und Fuss!
Danke für die Klarstellung!
lg
Raven
Hallo Kreszenz
mitgetheilten Quellen halte ich für nichts weniger als für
abgeschlossen."
bedeutet:
für „so gut wie“ abgeschlossen?
laut Duden (Richtiges und gutes Deutsch) kann der Ausdruck
tatsächlich beides bedeuten:Diese Fügung dient gewöhnlich der verstärkenden Verneinung.
werden: "Dieses Auto ist nichts weniger als ein Rennwagen (=
durchaus kein/wirklich ein Rennwagen?).
.
Das ist ein typisches Beispiel für die wischiwaschi Richtung vom Duden.
" Darf und kann usw."
„Nichts weniger als“ [eine Sache oder Vorgang] bedeutet doch wirklich, es ist vollendet gemäß der Zweckaussage.
„Dieses Auto ist nichts weniger als ein Rennwagen“, heißt eben, dass es ein Rennwagen voll und ganz ist.
Moderne Formulierungen sagen z.B. „nichtsdestoweniger wird es gehen“, d.h. es wird gehen.
Wir befinden uns hier in gleicher, nicht logisch erklärbaren Situation wie bei Alptraum und Albtraum.
Ich erinnere mich gut, dass es mit „b“ geschrieben wurde und dann von irgendwelchen Bazis mit „p“ propagiert wurde.
Und heute sagt der Duden… geht sowohl als auch! Das ist doch totaler Humbug, zumal es wirklich keine brauchbare Quelle für „p“ gibt.
Du kannst ja nichts dafür, du zietierst ja nur.
Gruß
Rochus
Hallo, Rochus,
Das ist ein typisches Beispiel für die wischiwaschi Richtung
vom Duden.
" Darf und kann usw."
nun ja, es entspricht dem deskriptiven Vorgehen des Dudens.
.
„Nichts weniger als“ [eine Sache oder Vorgang] bedeutet doch
wirklich, es ist vollendet gemäß der Zweckaussage.
„Dieses Auto ist nichts weniger als ein Rennwagen“, heißt
eben, dass es ein Rennwagen voll und ganz ist.
Anders argumentiert z. B. Wolf Schneider in der NZZ http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-2… (erster Absatz, Kopieren ist leider nicht gestattet).
.
Auch Hermann Kant schreibt in der Zeitschrift Ossietzky : http://www.sopos.org/aufsaetze/48447bca4e507/1.phtml :
»nichts weniger als ein Meisterwerk« heißt nach sprachlicher Logik »nicht nur kein, sondern alles andere als ein Meisterwerk«
und führt eine Reihe von Beispielen aus der Literatur an.
Eine weitere Betrachtung zu dem Problem ist auf http://northbohemian.wordpress.com/2010/04/01/nichts… zu finden.
Demnach ist es das „s“ (nicht/nichts), das den Unterschied macht.
.
Moderne Formulierungen sagen z.B. „nichtsdestoweniger wird es
gehen“, d.h. es wird gehen.
Der Sinn des Vergleichs von „nichts weniger“ mit „nichtsdestoweniger“ (das es übrigens schon ein paar Jahrhunderte gibt) will sich mir in diesem Zusammenhang nicht recht erschließen.
Gruß
Kreszenz