Seid gegrüßt,
jemand von euch kennt sich doch bestimmt auch mit der Satzkorrektur von Manuskripten aus?
Wenn der Zeilenumbruch mit einem Einschub o.ä. in Gedankenstrichen zusammenfällt, kommt der Gedankenstrich dann ans Ende der ersten oder an den Anfang der nächsten Zeile?
Oder macht man Unterschiede zwischen dem ersten und dem zweiten Gedankenstrich?
Oder gibt es dazu keine Festlegungen?
Falls das zu wirr war, hier mal ein Beispiel:
Die Region galt lange Zeit -
vor allem wegen der Abgeschiedenheit - als unbewohnt.
oder
Die Region galt lange Zeit
- vor allem wegen der Abgeschiedenheit - als unbewohnt.
Und analog beim zweiten Gedankenstrich:
Die Region galt lange Zeit - vor allem wegen der Abgeschiedenheit
- als unbewohnt.
oder
Die Region galt lange Zeit - vor allem wegen der Abgeschiedenheit -
als unbewohnt.
Dankeschön im Voraus!
Jana
Hi Jana
Ich kann das jetzt nicht wissenschaftlich fundiert begründen
Aber mein Gefühl sagt mir, es sollte heissen:
Die Region galt lange Zeit
- vor allem wegen der Abgeschiedenheit - als unbewohnt.
Meines Erachtens dient alles Andere nicht der Lesbarkeit.
Ansonsten: Warum setzt du den Einschub nicht in Kommas? Etwa so:
Die Region galt lange Zeit, vor allem wegen der Abgeschiedenheit, als unbewohnt.
Vielleicht würde sich dadurch dein Problem in Luft auflösen 
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[MOD] Vollzitat entfernt. B.
Danke für die superschnelle Antwort!
Ich finde ein Gedankenstrich ist nicht immer einfach durch ein Komma zu ersetzen. Und ich bin nicht die Autorin, sondern nur die Redakteurin. Daher würde ich hier ungern in den Text eingreifen, nur weil ich nicht weiß, wo man den Zeilenumbruch macht 
Gruß
Jana
Hallo Jana,
eine Regel hierzu gibt es nicht, wohl aber begründbare typographische Konventionen. Man unterscheidet zwei Vorkommen von Gedankenstrichen:
Einfache Gedankenstriche
Wenn ein Gedankenstrich keinen »Partner« hat, wird er mit einem geschützten Leerzeichen an das vorangehende Wort gebunden. Zweck der Sache ist, dass noch in der »alten« Zeile dem Leser der Bruch signalisiert wird, dem meist ein neuer (oder ergänzender) Gedankengang folgt.
Beispiel:
Die Region galt lange Zeit als unbewohnt –
vor allem wegen der Abgeschiedenheit.
Paarige Gedankenstriche
Wenn zwei Gedankenstriche eingesetzt werden, bindet man sie mit besagten geschützten Leerzeichen an den Text, den sie umschließen. Sie sollen damit typographisch ähnlich wie Klammern behandelt werden.
Beispiel:
Die Region galt lange Zeit
– vor allem wegen der Abgeschiedenheit – als unbewohnt.
(Quelle: Friedrich Forssman; Ralf de Jong: Detailtypografie. 2004. S. 173.)
Eine nicht-typographische Anmerkung: Der Satz klingt meines Erachtens bedeutend besser, wenn man schreibt »Die Region galt lange Zeit – vor allem wegen ihrer Abgeschiedenheit – als unbewohnt.« Vielleicht magst du das abändern.
Gruß
Christopher
Hallo Christopher,
danke für die Antwort. Klingt sehr logisch und systematisch!
Besten Gruß
Jana
PS: Den Satz gibt es so nicht, war nur schnell zusammengeschustert.