Nachfeld des Satzes.
Hallo André,
Ich kann dir bei deinen Grammatikalitätsurteilen gar nicht
zustimmen — die Sätze sind mit ziemlicher Sicherheit beide
korrekt. Ich finde sie noch nicht einmal stilistisch schlecht.
Da stimme ich dir voll zu.
Ist das nicht eine Adjunktion, wenn man den Objektsatz (sind
doch Objektsätze, oder?) ans Ende stellt?
Der Begriff wäre mir in diesem Zusammenhang neu.
Man spricht aber vom Nachfeld eines Satzes. Ich glaube allerdings, dass sich auch bei der entsprechenden Erklärung hierzu auf Canoo.net ein Fehler eingeschlichen hat:
http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=gl…
„Teil eines Satzes, der in einem unabhängigen Nebensatz nach den infiniten Prädikatsteilen steht. Zum Beispiel: Im Satz „Sie hat ihrem Enkel ein Buch geschenkt, das er sofort las“ steht „das er sofort las“ im Nachfeld.”
Das ist zwar ein gutes Beispiel, aber in der Definition sollte es meines Erachtens besser heißen:
Teil eines Satzes, der in einem unabhängigen Haupt satz nach dessen infiniten Prädikatsteilen steht oder als Nebensatz n+1ten Grades nach dem finiten Verb eines Nebensatzes n-ten Grades.
In gewisser Weise steht auch in diesem meinem letzten Satz der zweite, hier mit der nebenordnenden Konjunktion oder verbundene Nebensatz im Nachfeld des ersten Nebensatzes, mit dem er sich das finite Verb steht teilt.

Mein Lieblingssatz ist ja immer noch der erste von Wolfgang Hildesheimer in seinen Mitteilungen an Max. ISBN: 3518377760 Buch anschauen, der vollkommen ohne Nachfelder auskommt und deshalb vollkommen unverständlich ist:
„Wieder ist, wie Du, lieber Max, wahrscheinlich bereits festgestellt hast, ein Jahr vergangen, und ich weiß nicht, ob es Dir so geht wie mir: allmählich wird mir dieser ewigwährende Zyklus ein wenig leid, wozu verschiedene Faktoren, deren Urheber ich in diesem Zusammenhang, um mich keinen Unannehmlichkeiten, deren Folgen, die in Kauf zu nehmen ich, der ich gerne Frieden halte, gezwungen wäre, nicht absehbar wären, auszusetzen, nicht nennen möchte, beitragen.”
(Ich glaube den Satz zitiere ich hier jetzt zum dritten Mal, aber er ist zu schön, als dass man ihn nur verlinken möchte.)
Gruß Gernot