Sau mal, Mama!

Hallo,
kennt Ihr Sprachspiele, die ich mit meinem 4 1/2-jährigen Sohn spielen könnte, damit sich seine Aussprache bessert?
Er spricht in etwa so (Bsp.):

Is sau mal in den Drühsrank, heil is habe drosen Hunger.
(Ü: Ich schau mal in den Kühlschrank, weil ich großen Hunger habe.)

Ihm fehlt seit 3 Jahren ein Schneidezahn. Mit so einer Lücke läßt sich schwer artikulieren (habe es selbst erfahren, als mir mein Schneidezahn vor einem Jahr abgebrochen ist). Trotzdem…

Er ist prinzipiell in der Lage, alle Wörter richtig zu sprechen, wenn er sich Mühe gibt (also, wenn ich ihn zwinge). Aber nach einer Ermahnung meinerseits fällt er schnell in die obige Aussprache zurück.

Allerdings: die Buchstabenkombination „gr“ macht ihm wirklich Probleme, wenn er es in einem ganzen Wort nutzen soll („g“ spricht er richtig, „gr“ spricht er richtig, aber „groß“ wird zu „droß“).

Viele Grüße
Claudia

Hallo Claudia!

Zunächst:
Dein Sohn ist noch zu jung für logopädische Behandlung - auch für spielerische mit Dir.
Üblicherweise werden Kinder mit Sprechfehlern erst im letzten Jahr vor der Einschulung behandelt. Vorher steht der Aufwand in keiner Relation zum Nutzen.

Wenn es Dir allerdings keine Ruhe lässt, frage eine Logopädin, was Du jetzt schon machen kannst. (Tipp: In der Expertensuche finden sich einige!!!)

Zwei wichtige Dinge:

  1. Nur einmal die Woche ein paar Minuten üben! Wenn es langweilig wird, SOFORT aufhören!
    Überredest Du ihn (betteln, gut zureden, ermahnen, …) weiterzumachen, wird er eine Abneigung gegen die Sprechspiele entwickeln, und Du wirst in einem Jahr die größten Schwierigkeiten haben, ihn in eine logopädische Behandlung zu bringen!

  2. Wenn überhaupt, dann nur äußerst sparsam ermahnen! Wird er oft korrigiert, verliert er die Freude am Sprechen. Kinder beziehen eine Rüge so leicht auf sich und werten sich selbst als Person ab. Wann immer es eine Gelegenheit zum Loben gibt, nimm sie wahr! Und zwar nicht nur im Zusammenhang mit dem Sprechen sondern überhaupt. Stärke sein Selbstwertgefühl, das muss ja mittlerweile schon ein wenig angekratzt sein :wink:))

Keine Sorge also: Noch ist nichts verloren! In einem Jahr ist es noch früh genug, sich dieser Problematik zu widmen :smile:))

Einstweilen wünsche ich Dir viel Freude mit deinem Sproß!

Hanna

Hallo

Ich habe die Entwicklungsschritte irgendwie vergessen, deshalb frage ich hier einfachheitshalber, in der Hoffnung, dich nicht überflüssig in Besorgnis zu stürzen:

Ist das altersgemäß ok, wie dein Sohn spricht, was sagt der Kinderarzt? Wenn nicht, dann würde ich lieber einen Logopäden nach geeigneten Spielen fragen.

Ansonsten fällt mir ein, eine Art Vorsänger und Chor zu machen:

Du sagst irgendwas vor, und er sagt es nach, immer abwechselnd im Takt, das macht Spaß. Das Besondere daran ist, du sagt keine Wörter, sondern nur Buchstaben oder Silbern, so wie es dir gerade einfällt:
Du Sohn(kursiv)
g g
ge ge
aga aga
f f
u u
fu fu
far far
fra fra
gar gar
gra gra
s s
sch sch
schar schar
schra schra

usw.

Wenn es so zu schwierig ist, vereinfachen (mehr Wiederholungen)
Ob das hilft, weiß ich nicht, aber es macht Spaß.

Nicht zu lange machen! Immer aufhören, solange es noch Spaß macht!

Viele Grüße
Thea

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi und hallo ,

da muss ich Hanna widersprechen - logopädische Behandlung ist jetzt schon möglich. Mein Sohn hatte ab dem dritten Lebensjahr Logo - Training.

Am besten lässt Du Dir vom Kinderarzt einen Überweisungsschein zum Logopäden geben. Dort findet dann eine „Diagnosestunde“ statt - der Logopäde spielt und spricht mit Deinem Kind und kann so feststellen ob Übungsbedarf besteht.

Selber mit einem Kind Sprachübungen zu machen ist schwierig wenn man nicht genau weiss worauf es ankommt. Der Logopäde gibt aber oft kleine „Hausaufgaben“ auf
(:smile:).

Viele Grüße
Sue

Hi und hallo ,

Auch so,

da muss ich Hanna widersprechen - logopädische Behandlung ist
jetzt schon möglich. Mein Sohn hatte ab dem dritten Lebensjahr
Logo - Training.

Ich widerum muß Hanna zustimmen! Meine Kleine hatte auch Probleme mit dem „sch“ und die Kindergärtnerin drängten, dass wir zu einem/r Logopäde/in gehen. Da wir im Bekanntenkreis entsprechenden Beziehungen haben, hatten wir schnell einen Termin. Diese Bekannte äußerte sich wie Hanna, mit 3 Jahren noch viel zu früh!

Am besten lässt Du Dir vom Kinderarzt einen Überweisungsschein
zum Logopäden geben. Dort findet dann eine „Diagnosestunde“
statt - der Logopäde spielt und spricht mit Deinem Kind und
kann so feststellen ob Übungsbedarf besteht.

Selber mit einem Kind Sprachübungen zu machen ist schwierig
wenn man nicht genau weiss worauf es ankommt. Der Logopäde
gibt aber oft kleine „Hausaufgaben“ auf
(:smile:).

Viele Grüße
Sue

Auch viele Grüße

Michael

Hallo Michael!

Ich widerum muß Hanna zustimmen!

Danke!

Meine Kleine hatte auch
Probleme mit dem „sch“ und die Kindergärtnerin drängten, dass
wir zu einem/r Logopäde/in gehen. Da wir im Bekanntenkreis
entsprechenden Beziehungen haben, hatten wir schnell einen
Termin. Diese Bekannte äußerte sich wie Hanna, mit 3 Jahren
noch viel zu früh!

Ich wollte auch so früh wie möglich mit der logopädischen Behandlung meines Kindes beginnen, und ich wurde auf das letzte Kindergartenjahr vertröstet, mit der Erklärung, dass der Aufwand für das Kind in keinem Verhältnis zum Nutzen stehe.

Selber mit einem Kind Sprachübungen zu machen ist schwierig
wenn man nicht genau weiss worauf es ankommt.

Ja, das stimmt. Deshalb habe ich die Fragestellerin auch an die Expertensuche verwiesen.

Der Logopäde

gibt aber oft kleine „Hausaufgaben“ auf
(:smile:).

Richtig.
Die Logopädin meines Kindes bemängelte MEINE „sch“-Bildung. Ich hätte das „sch“ meinem Kind also nie richtig beibringen können, habe ich es doch selbst nicht gelernt!
Aber zu diesem Zweck haben wir ja die ausgebildeten Logopäden!

Hanna

Hallo Claudia,

viele scheinen überlesen zu haben, dass dein Sohn 4 1/2 Jahre alt ist (was hat es mit deiner Frage zu tun, dass es bei einem Dreijährigen zu zeitig war, mit einer logopädischen Behandlung zu beginnen?). Bei uns empfehlen die Erzieherinnen im Kindergarten abzuwarten, bis das Kind ca. 4 Jahre alt ist und es dann bei bestehenden Problemen einem Logopäden vorzustellen.
Da mit 4 1/2 - 5 Jahren ja ohnehin die U9 ansteht, würde ich diese entsprechend zeitig machen lassen (also eher jetzt, nicht erst mit 5 Jahren), da wird nämlich noch mal ganz gezielt nach der Sprache geschaut. Euer Kinderarzt wird dann gegebenenfalls auch eine zum Logopäden Überweisung ausstellen.
In der Kiga-Gruppe meiner großen Tochter sind auch 1-2 Kinder im Alter um die 4 - 4 1/2 Jahre in logopädischer Bedandlung. Hier kommt die Logopädin sogar in die Einrichtung, so dass die Therapie „ganz nebenbei“ (in einem extra Raum natürlich) vormittags mit stattfinden kann. Vielleicht geht das bei euch auch?
Ich rate dir schon, dass von Profis mal abklären zu lassen, nicht zuletzt auch wegen des fehlenden Schneidezahns. Er kommt doch sicher auch nächstes Jahr in die Schule, da ist es doch wichtig, dass er richtig sprechen kann. Die Erklärung „das schreibt man so, wie man es spricht“ kann sonst sehr nach hinten losgehen.
Übungen in Eigenregie können oft mehr schaden als nützen, deshalb empfehle ich, davon lieber die Finger zu lassen.

Viele Grüße, Heike

Sprachentwicklung, Logopädie und Sprachspiele
Hi Claudia,

daß der ideale Anfang für logopädische Behandlung umstritten ist, hast Du ja nun schon rausgefunden. Die einen sagen, je früher, desto besser, damit es leicht im jungen Gehirn greift. Die anderen sagen: Erst mal frei entwickeln lassen, später kann man immer noch was machen.

Beide Seiten haben gute Argumente, finde ich.

Dennoch spricht imho nichts dagegen, daß Du ein bißchen mit ihm spielst, solange es ihm wirklich Freude macht.

Macht doch Tiere nach!

„Schschschschsch“ macht die Schlage, zischt Euch gegenseitig an!

„chchchchchchchchcaaaaaachchchchc!“ macht der Löwe, wer kann am lautesten Löwenbrüllen?

und so weiter, und so fort. Dazu natürlich schlängeln, schleichen, stampfen etc… wenn der Körper mitmacht, lernt das Gehirn besser. :smile:

Liebe Grüße,
Nike

Und nochmal retour (:smile:)

entscheidend ist die Art der Sprachstörung.
Ein Laie hat keine Möglichkeit festzustellen ob die Störung eine reine Ausprachestörung ist - das hat meistens was mit Mundmotorik zu tun, oder das Problem tiefer liegt - also im Sprachverständnis oder im Zusammenspiel zwischen Sprachzentrum und Mundmotorik.
Darum sollte man zur Diagnosestunde gehen - vorzugsweise bei einer Logopädin die viel mit kleinen Kindern macht.

viele Grüße
Sue

2 „Gefällt mir“

Hallo,

völlige Zustimmung - eine Diagnosestunde kann ja nicht schaden - und die Ergänzung, dass 4,5 Jahre nicht gleich 3 Jahre ist. Da sich die Kinder in dieser Altersperiode sehr schnell entwickeln, spielen diese anderthalb Jahre Unterschied durchaus eine Rolle.

Grüße,
Anja

Vielen, vielen Dank für die Antworten!

Nur noch einmal:
Mein Sohn kann prinzipiell sehr gut „sch“, „ch“ und „w“ und etwas weniger gut „k“ sprechen. Tut es aber nicht. Eben nur, wenn ich ihn auf die falsche Aussprache hinweise, ihn bitte, das eben gesagte noch einmal deutlich zu wiederholen. (Wirkliche Probleme bereitet ihm nur „gr“ in Verbindung mit einem Wort.)

Ich korrigiere ihn in etwa so:
Er: Sau mal, Mama!
Ich: Ich sau nicht so gerne. (Und ich schau dann auch nicht.)
Er: Schau mal, Mama! (Wobei er das Sch sehr, sehr deutlich und betont spricht.)

(Über „Ich sau nicht gerne“ kann mein Sohn lachen. Manchmal fange ich auch an zu sprechen wie er. Auch darüber kann er lachen.)

Sein Selbstwertgefühl hat bisher (noch) nicht unter seiner Aussprache und unseren Hinweisen gelitten, glaube ich.
Mein Sohn redet momentan ununterbrochen. Er telefoniert ausgiebig mit seiner Oma und anderen. Er hat einen sehr großen Wortschatz und würde wohl gern schneller und komplexer reden, als er derzeit kann. Seine Gedanken sind schneller als die Zunge.

Wir spielen auch regelmäßig Zug (sch sch sch sch).
Und den Namen seines Bruders spricht er nicht „Hilli“ sondern „Willi“ (also richtig). Er kann sogar seinen Namen sprechen (Xaver), das können nicht einmal alle Erwachsenen. Nur ist er eben luschig in seiner Rede.

Ist da wirklich ein Logopäde nötig? Hab aber natürlich nichts gegen Logopäden.

Wenn ich also unauffällig auf spielerische Weise eine deutlichere Aussprache aus ihm herauskitzeln könnte.

(Nebenbei: vorhin hat er sich selbst korrigiert: Er sagte wieder „henn“ und gleich darauf „wenn“. :smile: :smile: :smile:

Bis dann
Claudia

Klingt gut!

Dieses Spiel werde ich unbedingt mit meinem Sohn spielen!
Er mag gern Musik und Rhythmen. Genau das richtige.
Danke!

Claudia

Hallo,

meine Tochter bekommt auch seit ihrem 3 1/2 Lebensjahr logopädische Behandlungen, 2x wöchentlich. Unsere Tochter mach es sich mit dem Sprechen sehr schwer, ersetzt viele Laute durch ein ‚ch‘. Die Sau, das war bei ihr die Frau. „Mama, schau mal, die (Ch-)Sau!“
Dafür haben wir viele böse Blicke geerntet.

Ich schließe mich der Meinung an ‚Je früher desto besser‘ und kann dies kräftig unterstreichen. Unsere Tochter geht nun seit den letzten Sommerferien in die Vorschule und wird dieses Jahr eingeschult. Erst jetzt sind die ersten Erfolge zu sehen, hätten wir späten angefangen hätte sich das Ganze noch weiter nach hinten ausgedehnt. Sie wird zwar dennoch in die Sprachheilschule eingeschult werden, aber so wird trotz ihrer (immer weniger werdenden) Sprachprobleme eine schöne Grundschulzeit werden. Es sah nicht immer so aus, und ich hab mich oft gefragt we es wohl werden wird in der Grundschule, aber so langsam geht ihr der Knoten auf. Und wenn sie ‚überlegt‘ spricht, macht sie kaum mehr Fehler. Nur ganz spontanes Reden, da verfällt sie oft noch in ihr altes Schema.

Ich kann Dir nur empfehlen einen Logopäden aufzusuchen. Mehrere Logopäden und die Lehrer der Sprachheilschule, bei der Du Dein Kind übrigens auch mal vorstellen könntest da dort auch Behandlungen durchgeführt werden, haben uns damals bestätigt das es besser ist früh mit den Logopädenbesuchen zu beginnen.

Viel Glück!

Hallo Claudia,

am wichtigsten ist dass DU und die Umgebung korrekte Aussprache benutzt. Wenn er immer Lacher erntet, ist das eine Bestärkung darin so weiter zu reden.

Das was meine Vorrednerin sagte dass die Erfolge erst jetzt im Vorschulkindergarten zu sehen sind, heißt nicht dass das wirklich so lange dauert, sondern dass die Kinder erst im Vorschul-KIGA so weit sind (in der Regel).
Mein Sohn hat damals noch nicht mal 3 Sitzungen beim Logopäden gebraucht um sich das Lispeln abzugewöhnen (im Vorschul-Kindergarten).
Und bei anderen Kindern hat sich das ähnlich zugetragen.

Also macht dir keine Sorgen, spiel weiter mit ihm *Zug* etc., lobe ihn wenn er *Schau* sagt :wink: und hab viel Spass mit deinem aufgeweckten Kind, Logopäde kann noch ein bisschen warten - denk ich…

Gruß,
Maja

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]