Saubere Wehrmacht

Hallo,
ich weiß, meine Fragen mehren sich in letzter Zeit, aber ab morgen ist das vorbei :smile:

Eine letzte Frage zum „Mythos SAubere Wehrmacht“
Was besagt er? Warum wurde er ins Leben gerufen bzw welcher Zweck verband sich mit ihm?!

DANKEEEEEEEe
:smile:
Nele

Naja, das ergibt sich von selbst…

Wenn man etwas schlimmes macht, davon weiss oder sich mitschuldig macht ist es eine normale Reaktion es entweder abzustreiten, zu bagatellisieren oder zu tabuisieren. Wenn man davon nichts weiss, aber erst hinterher davon hört ist es eine normale Reaktion entweder sich zu empören, es zu verdrängen oder es zu tabuisieren.

Den Rest an Gedanken arbeit überlasse ich jedem selber.

Hi,

Eine letzte Frage zum „Mythos SAubere Wehrmacht“
Was besagt er? Warum wurde er ins Leben gerufen bzw welcher
Zweck verband sich mit ihm?!

nachdem die Kriegsverbrechen der Nazis nicht mehr abzuleugnen waren, kam dieser Mythos als Entlastungsmechanismus der Kriegsgeneration ins Spiel, die diese Verbrechen exklusiv SA und SS zuschrieb, wohingegen der „gemeine Soldat“, der „deutsche Landser“ davon nichts gewusst hätte und schon gar nicht beteiligt war. Zweck für Angehörige der Wehrmacht war hauptsächlich, vor dem eigenen Gewissen und in der eigenen Erinnerung ein „anständiger Mensch“ und „guter Kamerad“ bleibe zu können, den die Greueltaten des Zweiten Weltkrieges nichts angehen. In den Nürnberger Prozessen wurde auch die Wehrmacht nicht als „verbrecherische Organisation“ gebrandmarkt (wie die SS). Demgegenüber muss man heute von einer institutionalisierten Einbindung der Wehrmacht, aber auch bestimmter Polizeibataillone etc. in Kriegeverbrechen ausgehen.

Ist aber im Detail ein schwieriges Thema.

HTH
Täubchen

Hallo !

Um als Gruppe überleben zu können!

Den „Mythos“ saubere Wehrmacht gab es nur bei den Leuten, welche selbst Angehörige der Wehrmacht waren und den Dreck mitgemacht und selbst gemacht haben.
Es war für sie sehr einfach, nach dem Krieg den Mund zu halten und den deutschen Gerichten und vor allem den Alliierten zuzusehen, wie sie sich alle auf die Angehörigen der Waffen-SS stürzten. Diese Leute (Waffen-SS) waren nicht mehr und nicht weniger an Kriegsverbrechen beteiligt, wie die der regulären Wehrmacht. Beide Waffengattungen haben Dreck am Stecken. Aber - blind wie die Alliierten, damals wie heute im Irak waren, verfolgten sie nur die Waffen-SS.
Warum also seine Kriegsabenteuer an die große Glocke hängen? Wer selbst miterlebt hat, wie die deutschen Kriegsgefangenen zurückkamen und im engsten Kreis dann erzählt wurde, weiß, dass sie keine Sängerknaben waren.
Hat man einen großen Schuldigen (Waffen-SS) gefunden und hackt auf ihm rum, verhält sich die andere Krähe ganz still und leise.
Damit wurde dann der "Mythos"vom guten Soldaten aufgebaut (Wehrmacht), der keiner Fliege etwas zuleide tun konnte. Und niemanden hats geschadet. Es ist so leicht, in einem 6 Jahre dauernden Krieg zum Kriegsverbrecher zu werden.
Dazu dann die große Geschichte vom Widerstand in der Wehrmacht, das paßte alles zu gut.

Warum dieser Mythos aufgebaut wurde? Ja, warum sollte ein anderer aufgebaut werden? Warum sollten die Traditionsverbände und -Vereine sich anders darstellen? Sie wären ja verrückt!
Teile der Wehrmacht sind gar nicht erst aufgelöst worden, sondern sind geschlossen in Alliierte Dienste übergetreten, z.B. Marineverbände zum Minensuchen in Nord- und Ostsee. Da brauchte man einen sauberen Haufen. Diese gingen dann geschlossen in den damaligen Bundesgrenzschutz-See über und dann in die Bundesmarine.
Die Offiziere und höheren Unteroffiziere, die uns während der Grundausbildung „betreuten“, waren allesamt Wehrmachtssoldaten. Meine Lehrer an der Volksschule, Gymnasium waren alles Wehrmachtsoffiziere. Hätte die Wehrmacht einen so schlechten Ruf gehabt, wie sie ihn eigentlich verdient hätte, hätte man Deutschland dicht machen müßen.

Ein gutes Beispiel ist Wernher von Braun. Er wurde als Kriegsbeute und sehr freiwillig mit in die USA genommen. Dann, als er seinen Job getan hatte, suchte man kurz in seiner Vergangenheit und schon fand man den alten Nazi und Kriegsverbrecher. So ging es sehr vielen, auch echten Kriegsverbrechern. Erst wurde ein Heiligenschein um sie gelegt, damit die Amerikaner mit ihnen arbeiten konnten Brauchte man sie nicht mehr, fand man ihre Vergangenheit und weg mit ihnen.
Deshalb war es allen Angehörigen der Wehrmacht sehr wichtig, nicht mit Kriegsverbrechen in Verbindung zu kommen. Deshalb der „Mythos“.

Gruß max

Noch etwas :

Unterhielt man sich in den 40er und 50er Jahren über die Wehrmacht, das heißt über den Krieg, so unterhielt man sich über die eigenen Väter und Söhne. Die wollte man doch nicht mit Greueltaten in Verbindung bringen. Die im Übrigen damals noch gar nicht öffentlich bekannt waren. Aus den schon besprochenen Gründen.

Familien mit SS-Angehörigen und das waren nicht wenige, hätten da einige Probleme haben müssen. Hätten, die meisten hatten sie nicht. Irgendwie war man auch nach Kriegsende noch stolz auf seinen Vater, Onkel, Sohn usw.

Gruß max

Was soll das ???

Im Krieg bewirft man sich nunmal nicht mit rosa Wattebällchen.
Die anderen waren auch nicht zimperlich, egal ob es sich um Angehörige der Roten Armee, der Briten oder U.S. - amerikanischen Streitkräfte handelte ! Das soll natürlich nicht heißen, dass es keine deratigen Ausfälle und gegeben haben soll, oder irgend etwas beschönigen, aber ich wehre mich dagegen, die Wehrmachtsangehörigen als Bande von Verbrechern bezeichnet dulden zu müssen !!!

Fremdenhass und Ausländerfeindlichkeit werden in Deutschland erst überwunden sein, wenn wir endlich ein gesundes Nationalbewusststein haben ! Man soll auf Goethe Schiller Beethoven & Co nicht stolz sein, weil man diese Leistungen nicht selber verbracht hat, aber für Heydrich, Eichmann, Jodl, Himmler & Co. soll man sich tunlichst schämen ! So - liebe Leute - gehts auch nicht !

Mein eigener Großvater war im Russlandfeldzug dabei, hat dort Leib und Leben auf´s Spiel gesetzt , anschließend nochmal einige Monate in Sowjetrussischer Kriegsgefangenschaft einschlägig bekannte Erfahrungen sammeln dürfen. Er hat sich für Führer und Vaterland den Arsch abgefroren und jeden Tag Kameraden wegsterben sehen, während sein Heimatland in Trümmer gelegt und nachher vom sowjetischen Befreier ausgeräumt wurde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er anstatt Stellungen zu graben und vorm Spieß Männchen zu machen viel lieber seiner Arbeit nachgegangen wäre und hinterher sein Bierchen in der Kneipe gezischt hätte !

Wer behauptet, er und seinesgleichen seien Verbrecher, den würde ich eventuell sogar vor´s Gericht zitieren.

HM

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