Hallo Kathleen,
Ich habe kein Problem damit, mir an die Nase zu fassen - im
Gegenteil, dadurch lernt man und kann in Zukunft einiges
besser machen. Die Wunde sah am Montagabend noch
„unproblematisch“ aus und wir haben über Nacht einen Verband
als Leckschutz angelegt (mehr stand uns nicht zur Verfügung).
ich wollte dir auch keinen Vorwurf machen, noch dazu, wo ich eh nicht glaube, dass das Lecken geschadet hat - im Gegenteil, je eher der Dreck raus kann, desto besser.
Aber Frage: Wie soll ich das Lecken nachts verhindern, wenn
ich keinen Trichter zur Verfügung gestellt bekomme?
Wie gesagt, das Lecken halte ich nicht für das Problem. Ein Hinweis darauf, dass die Haut demnächst irgendwo aufbrechen könnte, wäre aber bestimmt günstig gewesen, und ihr wärt nicht so erschrocken.
Anscheinend hat die Hündin die Wunde so aufgeleckt, dass alles
abgeflossen ist.
Das ist gut so.
Soll heißen, die Wunde war wohl „sauber“ und
zum Vernähen geeignet.
Das heißt es mit Sicherheit nicht. Mit Speichel kontaminierte Wunden sind im medizinischen Sinn alles andere als „sauber“ und zum Vernähen geeignet.
Warum dein Haustierarzt eine versiffte infizierte Wunde näht
und das mit der Vorgabe, dass das eh wieder alles wegfliegt,
darüber kann ich nur spekulieren - ich vermute aber, dass die
Motivation dazu nicht im medizinischen Bereich zu suchen ist.
Die Wunde war nicht versifft oder eiterig - dafür hatte die
Hündin schon gesorgt.
In der Chirurgie gilt eine derartige Wunde sehr wohl als versifft, je mehr die Hündin daran geputzt hat, desto schlimmer.
Sondern wo sollte die Motivation liegen?
Darüber mag ich öffentlich nicht spekulieren.
Ich glaube, dass du das falsch siehst.
Ich lasse mich gern belehren! 
Es liegt mir fern, dich oder sonst jemanden zu belehren.
Du fragtest in deinen Posting: „Oder sehe ich hier etwas falsch?“
Daraufhin meine Antwort, dass ich das glaube.
Manchmal tun mir die „Notfall“-Tierärzte schon leid - lassen
sich in der Nacht oder am Wochenende in die Praxis sprengen,
tun ihr Bestes, um die Notfälle zu versorgen und werden häufig
danach als inkompetent hingestellt - oft mit Unterstützung der
„Haustierärzte“.
Letzteres war überhaupt nicht der Fall - mit keiner Silbe.
Das ist doch schon mal schön.
Jetzt sei nicht persönlich betroffen.
Wie könnte ich?
Die wenigen Tierärzte
hier im recht großen Landkreis wechseln sich ab! Und die Dame
am Sonntag hat nun einmal allgemein nicht den besten Ruf.
Ich sehe trotzdem immer noch keinen _Behandlungs_fehler der Not-Tierärztin, evtl. hätte aber die Beratung bzw. Aufklärung über den möglichen weiteren Verlauf gründlicher sein können.
Hätte de Hündin am Sonntag keine 40 Fieber gehabt, wären wir
auch am Montag zu unserer Tierärzin gegangen - die
normalerweise immer erreichbar ist. Mit Ausboten oder
Ähnlichem hat das überhaupt nichts zu tun.
Was hätte diese Tierärztin dann wohl anderes gemacht, als den Patienten antibiotisch abzudecken?
Ich habe weder Grund, die Notfalltierärztin zu schützen, noch dir deine Haustierärztin madig zu machen.
Mich wundert halt nur, dass das Vorgehen der erstbehandelnden Tierärztin so in Zweifel gezogen wird - mir ist die Nachbehandlung des Patienten wesentlich suspekter.
Gute Besserung
Johnny