Sauer auf Notfalldienst-Tierärztin

Hallo Ihr Lieben,

es ist keine direkte Frage, die ich habe, sondern eine Kombination aus Rückmeldung zu meinem Posting vom Sonntag http://www.wer-weiss-was.de/app/service/board_navi?j… und meiner Angesäuertheit.

Die Hündin meiner Mutter hat in der Nacht von Sonntag auf Montag an dem besagten angeschwollenen Hinterlauf, wo die Notfalldienst-Tierärztin keine Wunde entdeckt haben will, geleckt, so dass man morgens auch einen kleinen Schnitt sah. Um die Hündin vom weiteren Lecken abzuhalten, haben wir ihr einen Verband mit einer Wundsalbe angelegt. Das ging damit tagsüber auch gut. Bloß in der Nacht muss sie so vehement geleckt haben, dass sie den Verband weggeschoben hat und heute Früh ein regelrechter Krater sichtbar wurde (oberhalb der äußeren Kralle, also nicht direkt an der Pfote).

Meine Mutter also heute Vormittag noch einmal zu unserem Tierarzt. Die Wunde musste genäht werden - wahrscheinlich noch ein zweites Mal, da die Haut durch das Lecken so porös ist. Der ganze Heilungsprozess wird sich jetzt über 2 bis 3 Wochen hinziehen.

Ich bin ziemlich sauer auf die Notfalldienst-Tierärztin. Hätte sie sich mehr Mühe bei der Lokalisierung der Wunde, die die Entzündung ausgelöst hat, gegeben, einen Verband angelegt und einen Trichter mitgegeben, wäre es gar nicht so weit gekommen.

Oder sehe ich hier etwas falsch? Sch… auf das Geld, darum geht es mir nicht, mir geht es nur darum, dass die Hündin unnötig leiden muss.

Danke für Eure Einschätzungen

Kathleen

Hallo Kathleen,

würde mich da genauso ärgern wie Du, zurecht.

Ruf doch mal bei Ihr an und bitte Sie um eine kurze Stellungnahme. Auf alle Fälle solltest Du Sie darüber in Kenntnise setzen. Denn bekanntlich lernt man ja aus Fehlern. War die TÄ denn noch sehr jung u. unerfahren?

Kurz noch zu der Wunde. Hat Deine TÄ denn jetzt eine Wundrandumschneidung gemacht und dann genäht? Denn nach solch langer Zeit kann man Wunden in der Human- sowie in der Vet-Medizin eigentlich nicht mehr nähen.

Gute Genesung.

UND: Frag doch Deine Tierärztin mal, ob Du Sie (was keiner hofft, aber doch vorkommen kann) bei einem weiteren Notfall auch am Wochenende rufen kannst. Unsere macht das, der Engel :smile:)

LG Motorradmieze

hallo kethleen,

hatte dein erstes posting „verpaßt“ und mir gerade eben erst komplett reingezogen.
was dein „angesäuertsein“ anbelangt, kann ich das gut verstehen. offen ist nur, was willst und was kannst du noch erreichen? mag sein, daß die notfall-ta „mist gebaut“ hat - dies zu beweisen wird aber nahezu unmöglich sein. es liegt in der natur des menschen, auch mal dinge zu übersehen oder fehler zu machen.
meine (eigene) erfahrung ist, daß ein ta auch immer nur so gut sein kann wie der tierhalter - hinsichtlich hartnäckigkeit, eigener aufmerksamkeit und der penetranz, mit der man immer wieder vorstellig wird. bitte nicht falsch verstehen: das ist wirklich keine kritik an deinem/euren verhalten und vorgehen! es geht mir darum, daß sich „ereignisse“ bei tieren verändern können, und davon weiß die/der ta natürlich nichts, solange man das nicht mitteilt, und sie/er kann auch nicht reagieren.
was ich in einem fall wie deinem machen würde: auf alle fälle die ta nochmal damit konfrontieren, telefonisch oder persönlich. warum nicht zur sprache bringen, wie sauer und enttäuscht man ist? so landet der „brass“ wenigstens da, wohin er gehört, und man wird auch ein stück weit seine wut los.
zugleich aber auch der ta die gelegenheit geben, auf die „vorwürfe“ zu reagieren, vielleicht auch ihr vorgehen erklären zu können. das kann beiden seiten für´s nächste mal helfen.

viel glück für vierpfotes genesung!

saludos, borito

Hallo Motorradmieze,

würde mich da genauso ärgern wie Du, zurecht.

das beruhigt mich!

War die TÄ denn noch sehr jung u. unerfahren?

Nein, im Gegenteil, aber ihr Ruf ist auch nicht der beste. Meiner Mutter ist gerade erst vorletzte Woche zu Ohren gekommen, dass sie bei einer OP, bei der unter Narkose gleichzeitig die Krallen geschnitten und die Analdrüsen geleert werden sollte, die Patienten verwechselt hat…

Kurz noch zu der Wunde. Hat Deine TÄ denn jetzt eine
Wundrandumschneidung gemacht und dann genäht? Denn nach solch
langer Zeit kann man Wunden in der Human- sowie in der
Vet-Medizin eigentlich nicht mehr nähen.

Ich war vorhin selbst nicht mit, kann daher jetzt gerade nichts dazu sagen. Ich gehe aber mal davon aus, denn dieser (unseren) Tierärztin vertraue ich.

Gute Genesung.

Danke!

UND: Frag doch Deine Tierärztin mal, ob Du Sie (was keiner
hofft, aber doch vorkommen kann) bei einem weiteren Notfall
auch am Wochenende rufen kannst. Unsere macht das, der Engel

-))

Das macht sie normalerweise auch - bloß gerade an diesem Wochenende war sie nicht da (heute hatte sie eigentlich auch Urlaub, nahm sich aber glücklicherweise doch die Zeit).

Viele Grüße

Kathleen

Hallo Borito,

offen ist nur, was willst und was kannst du noch
erreichen?

ich will gar nichts erreichen und werde auch nichts gegen diese Tierärztin unternehmen (höchstens - wie Motorradmieze schrieb - höflichst informieren).

es liegt in
der natur des menschen, auch mal dinge zu übersehen oder
fehler zu machen.

Selbstredend!

meine (eigene) erfahrung ist, daß ein ta auch immer nur so gut
sein kann wie der tierhalter - hinsichtlich hartnäckigkeit,
eigener aufmerksamkeit und der penetranz, mit der man immer
wieder vorstellig wird.

Auch da gebe ich Dir vollkommen Recht, wüsste aber im Ablauf keinen Moment, den wir verpasst haben.

bitte nicht falsch verstehen: das ist
wirklich keine kritik an deinem/euren verhalten und vorgehen!

Ist OK - ich ärgere mich ja auch über mich: Ich habe gestern Früh den alten Trichter meines Hundes rausgesucht, der aber leider nicht über den dicken Schädel des Hundes meiner Mutter passte! Und da die Wunde nicht so schlimm aussah und es tagsüber mit dem Verband auch gut ging, sahen wir gestern noch keine Notwendigkeit, direkt unsere Tierärztin aufzusuchen.

es geht mir darum, daß sich „ereignisse“ bei tieren verändern
können, und davon weiß die/der ta natürlich nichts, solange
man das nicht mitteilt,

Ich habe der Tierärztin am Sonntag eine detaillierte Liste in die Hand gedrückt (mit Symptomen und den zeitlichen Erscheinungen).

und sie/er kann auch nicht reagieren.

Selbst ich als Laie weiß, wenn ein Bein (und nicht das Gelenk und nicht ein Ballen) geschwollen ist, Fieber über 40 Grad messbar ist, dass irgendwo eine Wunde sein muss.

was ich in einem fall wie deinem machen würde: auf alle fälle
die ta nochmal damit konfrontieren, telefonisch oder
persönlich. warum nicht zur sprache bringen, wie sauer und
enttäuscht man ist?

Es ist ja nicht unsere Haus-Tierärztin, daher werde ich mich auf eine schriftliche Information beschränken. Ein nächstes Mal wird es wohl kaum geben.

Liebe Grüße

Kathleen

Hallo Kathleen,

Die Hündin meiner Mutter hat in der Nacht von Sonntag auf
Montag an dem besagten angeschwollenen Hinterlauf, wo die
Notfalldienst-Tierärztin keine Wunde entdeckt haben will,
geleckt, so dass man morgens auch einen kleinen Schnitt sah.
Um die Hündin vom weiteren Lecken abzuhalten, haben wir ihr
einen Verband mit einer Wundsalbe angelegt. Das ging damit
tagsüber auch gut. Bloß in der Nacht muss sie so vehement
geleckt haben, dass sie den Verband weggeschoben hat und heute
Früh ein regelrechter Krater sichtbar wurde (oberhalb der
äußeren Kralle, also nicht direkt an der Pfote).

deiner Beschreibung nach hat sich deine Hündin eine Infektion durch eine kleine Eintrittspforte (Dorn, Stich, Biss; …) zugezogen.
Wenn der Organismus es nicht schafft (evtl. mit Hilfe von Medikamenten) die Erreger unschädlich zu machen, organisiert sich ein Abszess, der sich dann an einer Stelle entleert (evtl. begünstigt durch Lecken oder Skalpellklinge). Das ist eigentlich ein ganz normaler Vorgang.
Da die Hündin Fieber hatte, wurde sie von der Notfalltierärztin bestimmt antibiotisch behandelt, was in dieser Situation auch völlig korrekt und ausreichend wäre.

Ob sich so eine Infektion zurückzieht oder zum Abszess reift, entscheidet sich erst etwas später. Man könnte evtl. der Tierärztin zum Vorwurf machen, dass sie euch nicht vorgewarnt hat, dass dieses Ereignis eintreten könnte.
Ob das Lecken darauf wirklich entscheidenden Einfluss hatte, wage ich zu bezweifeln - wenn doch, müsst ihr euch aber auch etwas an die eigene Nase fassen, wenn ihr den kranken Hund nicht im Auge behaltet.

Im Großen und Ganzen ist es günstig, wenn der Dreck sich durch eine große Öffnung entleeren kann.Wenn der Abszess offen ist, sollte der Hund aber nur noch kontrolliert (ein bis 2x täglich für wenige Minuten) an der Wunde lecken - den Rest der Zeit am besten Halskrause und kein Verband, so dass das Wundsekret abfließen kann.

Meine Mutter also heute Vormittag noch einmal zu
unserem Tierarzt. Die Wunde musste genäht werden

  • wahrscheinlich noch ein zweites Mal, da die Haut durch das
    Lecken so porös ist. Der ganze Heilungsprozess wird sich jetzt
    über 2 bis 3 Wochen hinziehen.

Warum dein Haustierarzt eine versiffte infizierte Wunde näht und das mit der Vorgabe, dass das eh wieder alles wegfliegt, darüber kann ich nur spekulieren - ich vermute aber, dass die Motivation dazu nicht im medizinischen Bereich zu suchen ist.

Ich bin ziemlich sauer auf die Notfalldienst-Tierärztin. Hätte
sie sich mehr Mühe bei der Lokalisierung der Wunde, die die
Entzündung ausgelöst hat, gegeben, einen Verband angelegt und
einen Trichter mitgegeben, wäre es gar nicht so weit gekommen.

Oder sehe ich hier etwas falsch? Sch… auf das Geld, darum
geht es mir nicht, mir geht es nur darum, dass die Hündin
unnötig leiden muss.

Ich glaube, dass du das falsch siehst. Bei über 40°C Fieber hat im Bein deiner Hündin etwas ordentlich „gekocht“ und sich den Weg ins Freie gesucht - und das ist gut so.
Ich würde die Wunde so lange wie möglich offen halten (kontrolliertes Lecken und evtl. 1 x tgl. baden).

Manchmal tun mir die „Notfall“-Tierärzte schon leid - lassen sich in der Nacht oder am Wochenende in die Praxis sprengen, tun ihr Bestes, um die Notfälle zu versorgen und werden häufig danach als inkompetent hingestellt - oft mit Unterstützung der „Haustierärzte“. Das ist aber halt auch eine Möglichkeit, sich seine Klientel zu halten und trotzdem die Nacht ungestört verbringen zu können.

Gruß

Johnny

Lieber Johnny,

vorweg: Du weißt, dass ich hohen Respekt vor Deiner Meinung habe.

Da die Hündin Fieber hatte, wurde sie von der
Notfalltierärztin bestimmt antibiotisch behandelt, was in
dieser Situation auch völlig korrekt und ausreichend wäre.

Ja, hat sie.

Ob das Lecken darauf wirklich entscheidenden Einfluss hatte,
wage ich zu bezweifeln - wenn doch, müsst ihr euch aber auch
etwas an die eigene Nase fassen, wenn ihr den kranken Hund
nicht im Auge behaltet.

Ich habe kein Problem damit, mir an die Nase zu fassen - im Gegenteil, dadurch lernt man und kann in Zukunft einiges besser machen. Die Wunde sah am Montagabend noch „unproblematisch“ aus und wir haben über Nacht einen Verband als Leckschutz angelegt (mehr stand uns nicht zur Verfügung).

Aber Frage: Wie soll ich das Lecken nachts verhindern, wenn ich keinen Trichter zur Verfügung gestellt bekomme?

Im Großen und Ganzen ist es günstig, wenn der Dreck sich durch
eine große Öffnung entleeren kann.Wenn der Abszess offen ist,
sollte der Hund aber nur noch kontrolliert (ein bis 2x täglich
für wenige Minuten) an der Wunde lecken - den Rest der Zeit am
besten Halskrause und kein Verband, so dass das Wundsekret
abfließen kann.

Anscheinend hat die Hündin die Wunde so aufgeleckt, dass alles abgeflossen ist. Soll heißen, die Wunde war wohl „sauber“ und zum Vernähen geeignet.

Warum dein Haustierarzt eine versiffte infizierte Wunde näht
und das mit der Vorgabe, dass das eh wieder alles wegfliegt,
darüber kann ich nur spekulieren - ich vermute aber, dass die
Motivation dazu nicht im medizinischen Bereich zu suchen ist.

Die Wunde war nicht versifft oder eiterig - dafür hatte die Hündin schon gesorgt. Sondern wo sollte die Motivation liegen?

Ich glaube, dass du das falsch siehst.

Ich lasse mich gern belehren! :smile:

Manchmal tun mir die „Notfall“-Tierärzte schon leid - lassen
sich in der Nacht oder am Wochenende in die Praxis sprengen,
tun ihr Bestes, um die Notfälle zu versorgen und werden häufig
danach als inkompetent hingestellt - oft mit Unterstützung der
„Haustierärzte“.

Letzteres war überhaupt nicht der Fall - mit keiner Silbe.

Das ist aber halt auch eine Möglichkeit, sich
seine Klientel zu halten und trotzdem die Nacht ungestört
verbringen zu können.

Jetzt sei nicht persönlich betroffen. Die wenigen Tierärzte hier im recht großen Landkreis wechseln sich ab! Und die Dame am Sonntag hat nun einmal allgemein nicht den besten Ruf. Hätte de Hündin am Sonntag keine 40 Fieber gehabt, wären wir auch am Montag zu unserer Tierärzin gegangen - die normalerweise immer erreichbar ist. Mit Ausboten oder Ähnlichem hat das überhaupt nichts zu tun.

Liebe Grüße

Kathleen

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Hallo Kathleen,

Ich habe kein Problem damit, mir an die Nase zu fassen - im
Gegenteil, dadurch lernt man und kann in Zukunft einiges
besser machen. Die Wunde sah am Montagabend noch
„unproblematisch“ aus und wir haben über Nacht einen Verband
als Leckschutz angelegt (mehr stand uns nicht zur Verfügung).

ich wollte dir auch keinen Vorwurf machen, noch dazu, wo ich eh nicht glaube, dass das Lecken geschadet hat - im Gegenteil, je eher der Dreck raus kann, desto besser.

Aber Frage: Wie soll ich das Lecken nachts verhindern, wenn
ich keinen Trichter zur Verfügung gestellt bekomme?

Wie gesagt, das Lecken halte ich nicht für das Problem. Ein Hinweis darauf, dass die Haut demnächst irgendwo aufbrechen könnte, wäre aber bestimmt günstig gewesen, und ihr wärt nicht so erschrocken.

Anscheinend hat die Hündin die Wunde so aufgeleckt, dass alles
abgeflossen ist.

Das ist gut so.

Soll heißen, die Wunde war wohl „sauber“ und
zum Vernähen geeignet.

Das heißt es mit Sicherheit nicht. Mit Speichel kontaminierte Wunden sind im medizinischen Sinn alles andere als „sauber“ und zum Vernähen geeignet.

Warum dein Haustierarzt eine versiffte infizierte Wunde näht
und das mit der Vorgabe, dass das eh wieder alles wegfliegt,
darüber kann ich nur spekulieren - ich vermute aber, dass die
Motivation dazu nicht im medizinischen Bereich zu suchen ist.

Die Wunde war nicht versifft oder eiterig - dafür hatte die
Hündin schon gesorgt.

In der Chirurgie gilt eine derartige Wunde sehr wohl als versifft, je mehr die Hündin daran geputzt hat, desto schlimmer.

Sondern wo sollte die Motivation liegen?

Darüber mag ich öffentlich nicht spekulieren.

Ich glaube, dass du das falsch siehst.

Ich lasse mich gern belehren! :smile:

Es liegt mir fern, dich oder sonst jemanden zu belehren.

Du fragtest in deinen Posting: „Oder sehe ich hier etwas falsch?“

Daraufhin meine Antwort, dass ich das glaube.

Manchmal tun mir die „Notfall“-Tierärzte schon leid - lassen
sich in der Nacht oder am Wochenende in die Praxis sprengen,
tun ihr Bestes, um die Notfälle zu versorgen und werden häufig
danach als inkompetent hingestellt - oft mit Unterstützung der
„Haustierärzte“.

Letzteres war überhaupt nicht der Fall - mit keiner Silbe.

Das ist doch schon mal schön.

Jetzt sei nicht persönlich betroffen.

Wie könnte ich?

Die wenigen Tierärzte
hier im recht großen Landkreis wechseln sich ab! Und die Dame
am Sonntag hat nun einmal allgemein nicht den besten Ruf.

Ich sehe trotzdem immer noch keinen _Behandlungs_fehler der Not-Tierärztin, evtl. hätte aber die Beratung bzw. Aufklärung über den möglichen weiteren Verlauf gründlicher sein können.

Hätte de Hündin am Sonntag keine 40 Fieber gehabt, wären wir
auch am Montag zu unserer Tierärzin gegangen - die
normalerweise immer erreichbar ist. Mit Ausboten oder
Ähnlichem hat das überhaupt nichts zu tun.

Was hätte diese Tierärztin dann wohl anderes gemacht, als den Patienten antibiotisch abzudecken?

Ich habe weder Grund, die Notfalltierärztin zu schützen, noch dir deine Haustierärztin madig zu machen.
Mich wundert halt nur, dass das Vorgehen der erstbehandelnden Tierärztin so in Zweifel gezogen wird - mir ist die Nachbehandlung des Patienten wesentlich suspekter.

Gute Besserung

Johnny

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Lieber Johnny,

ich reduziere mal unseren Dialog, indem ich nicht auf alles eingehe.

Unsere Tierärztin hat gesagt (ich war leider bei diesem Termin nicht dabei), dass nicht der eigentliche Abzess das Problem stellt, sondern dass die Hündin meiner Mutter in der letzten Nacht so heftig geleckt hat, dass die Haut auch oberhalb der Wunde sehr porös ist.

Das heißt es mit Sicherheit nicht. Mit Speichel kontaminierte
Wunden sind im medizinischen Sinn alles andere als „sauber“
und zum Vernähen geeignet.

Soll heißen, jetzt „brodelt“ es erst recht? Meine Mutter hat morgen um 10 Uhr noch einen Termin zum Verbandswechsel, die heutige Versorgung wurde unter örtlicher Betäubung vorgenommen, da die Hündin nicht mehr die Jüngste ist…

In der Chirurgie gilt eine derartige Wunde sehr wohl als
versifft, je mehr die Hündin daran geputzt hat, desto
schlimmer.

Jetzt mach mir keine Angst…Was sollen wir denn jetzt tun?

Mich wundert halt nur, dass das Vorgehen der erstbehandelnden
Tierärztin so in Zweifel gezogen wird - mir ist die
Nachbehandlung des Patienten wesentlich suspekter.

Das ist eine Aussage: Ich will weder die eine noch die andere Tierärztin verurteilen oder schützen - ich will schlichtweg, dass es der Hündin bald wieder gut geht!

Wenn Du die Herangehensweise unserer Haustierärztin disqualifizierst, dann gerate ich in Schwierigkeiten, da es hier so viel mehr Alternativen in erreichbarer Umgebung nicht gibt! :frowning:

Danke und viele Grüße

Kathleen

Hallo Kathleen,

Unsere Tierärztin hat gesagt (ich war leider bei diesem Termin
nicht dabei), dass nicht der eigentliche Abzess das Problem
stellt, sondern dass die Hündin meiner Mutter in der letzten
Nacht so heftig geleckt hat, dass die Haut auch oberhalb der
Wunde sehr porös ist.

dann jetzt das Lecken konsequent verhindern.

Jetzt mach mir keine Angst…Was sollen wir denn jetzt tun?

Das ist kein Grund, gleich Angst zu haben.

All deinen Beschreibungen nach würde ich die Fäden wieder ziehen, wahrscheinlich fliegen sie früher oder später eh davon.
Dann würde ich das Bein offen lassen (kein Verband), so dass Wundsekret ungehindert abfließen kann. Sind Haare in der Nähe der Wundöffnung, die diese verkleben können? Wenn ja, weg damit.
Sollte die Öffnung mit Wundsekret verkleben, dann die Krusten entweder (unter Kontrolle) von der Hündin selbst entfernen lassen oder mit Wasser aufweichen und ablösen.
Auf jegliche lokale Wundbehandlung mit Salben, Spülungen o. Ä. würde ich verzichten. Meiner Erfahrung nach heilen dann die Wunden am schönsten.
Es sollte ausreichen, den Patienten für ca. 5 Tage (bei Fieber auch länger) systemisch unter Antibiose zu setzen (z.B. mit Amoxicillin+Clavulansäure).

Möglicherweise ist die stark beleckte Haut oberhalb der eigentlichen Öffnung so geschädigt, dass sie sich in den nächsten Tagen demarkiert und großflächig ablöst. Das gibt dann ein entsprechend großes Loch, das für den Laien scheußlich aussieht, aber i. d. R. ohne zusätzliche Maßnahmen problemlos abheilt.

Falls die Infektion nicht vom Knochen ausgeht, was ich aus der Ferne nicht beurteilen kann, besteht wirklich kein Grund, sich übermäßige Sorgen zu machen. Auch Schmutz aus der Umgebung spielt keine Rolle, da eine schön große Öffnung vorhanden ist. Im Idealfall heilt die Wunde von innen heraus zu und schiebt allen Dreck und zerstörtes Gewebe dabei nach außen.

Ich habe keinerlei Interesse, deiner Haustierärztin an den Karren zu fahren, ich wundere mich lediglich über die Vorgehensweise (Wundnaht u. Verband) bei einer Wunde nach deiner Beschreibung.

Alles Gute

Johnny

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Hallo Johnny,

dann jetzt das Lecken konsequent verhindern.

sie trägt ja seit gestern einen Trichter!

All deinen Beschreibungen nach würde ich die Fäden wieder
ziehen, wahrscheinlich fliegen sie früher oder später eh
davon.

Bei der heutigen Nachuntersuchung meinte die TA, dass alles abgeklungen sei. Die Wunde eitert nicht, sieht ergo im Ganzen - den Umständen entsprechend - gut aus.

Es sollte ausreichen, den Patienten für ca. 5 Tage (bei Fieber
auch länger) systemisch unter Antibiose zu setzen (z.B. mit
Amoxicillin+Clavulansäure).

Seit Sonntag bekommt sie Antiniotikum und wird es wohl auch noch eine Weile nehmen müssen.

Möglicherweise ist die stark beleckte Haut oberhalb der
eigentlichen Öffnung so geschädigt, dass sie sich in den
nächsten Tagen demarkiert und großflächig ablöst.

Das ist die Befürchtung der TA.

Das gibt
dann ein entsprechend großes Loch, das für den Laien
scheußlich aussieht, aber i. d. R. ohne zusätzliche Maßnahmen
problemlos abheilt.

Dein Wort in wessen Ohren auch immer…

Falls die Infektion nicht vom Knochen ausgeht, was ich aus der
Ferne nicht beurteilen kann, besteht wirklich kein Grund, sich
übermäßige Sorgen zu machen.

Nein, dies wurde ausgeschlossen.

Ich habe keinerlei Interesse, deiner Haustierärztin an den
Karren zu fahren, ich wundere mich lediglich über die
Vorgehensweise (Wundnaht u. Verband) bei einer Wunde nach
deiner Beschreibung.

Dazu kann ich als Laie nichts sagen. Ich weiß nur, dass es der Hündin heute bereits viel besser geht. Wir waren heute Mittag auch eine halbe Stunde draußen, sie frisst mittlerweile normal, ist aufmerksam - und beschwert sich, wenn sie keine Leckerlies bekommt! :smile:

Alles Gute

Danke Dir aus ganzem Herzen!

Kathleen

Hallo Kathleen,

… Ich weiß nur, dass es der
Hündin heute bereits viel besser geht. Wir waren heute Mittag
auch eine halbe Stunde draußen, sie frisst mittlerweile
normal, ist aufmerksam - und beschwert sich, wenn sie keine
Leckerlies bekommt! :smile:

das Antibiotikum scheint zu wirken - somit lässt sich die Heilung vermutlich nicht mehr verhindern :wink:

Gruß

Johnny