Hallo liebe Künstler am Herd,
ich lese gerade, daß ein bekannter bayrischer Fußballmanager das Sauerkrautkochen der „Preißn“ kritisiert. Sie würden den Topf schon nach zwei Stunden vom Herd nehmen - ein gutes Sauerkraut sollte aber 2 Tage zieh´n. Da der Mann auch noch mit dem Fleischerhandwerk verbandelt ist, sind ihm fundierte Küchenkenntnisse nicht ganz abzusprechen. Aber jetzt sage mir doch einer, was kann er mit den „zwei Tage zieh´n“ gemeint haben.
Um diesbezügliche Aufklärung bittet
Peter
Hi Peter,
in der Tat ist das Kraut, das man hierzulande (S-H) - auch in dem Namen nach bajuwarisch klingenden Kaschemmen - öffentlich serviert bekommt, furchtbar. Halbgar, noch ganz hell und schmeckt meistens fad, zum Trost finden sich 3-4 Kümmelsamen, vielleicht noch ein Wacholderbeerchen darin.
Zwei Tage ziehen lassen muß nicht sein, schließlich hat der Mensch schon beim Kochen Hunger. Mein Rezept eines köstlichen Szegediner Gulasch wird einfach auf kleinster Stufe etwa 3-4 Stunden geschmort, dann ist das Kraut dunkel und gar und es schmeckt und duftet köstlich.
„Wofür sie ganz besonders schwärmt, wenn es wieder aufgewärmt“ hat schon Wilhelm Busch gewußt, d.h. am nächsten Tag schmeckt’s noch ein bißchen besser.
LG, MrsSippi
Hallo MrsSippi,
Mein Rezept eines köstlichen
Szegediner Gulasch …
Und was hat Szegediner Gulasch mit bayrischem Sauerkraut zu tun?
In Szegediner Gulasch kommt Sauerkraut, klar. Aber hier ist doch sicher die Rede von Sauerkraut als Beilage!
Und das mit den zwei Tage ziehen lassen hat schon seine gewisse Richtigkeit. Erst nach langer Kochzeit (bei geringer Hitze) wird das Kraut schon weich, „matschig“ und „schlabberig“.
Nordlichtern wird die Kochzeit von Sauerkraut an die von Grünkohl erinnern…
Grüße von
Tinchen
(aus Ba-Wü, hart an der bayrischen Grenze)
Hi Tinchen,
Du hast natürlich recht, hat mit Bayern nix zu tun. Außerdem ist mir inzwischen eingefallen, daß wir hier auch einen bayerischen Feinkostladen haben, da gibts beim Imbiß zum Schweinebraten auch Kraut, und das schmeckt sehr lecker!
Aber in Restaurants hier hab ich bisher noch nie Sauerkraut als Beilage bekommen, das mir gesschmeckt hätte, war immer fad. Dann werd ich das mit dem 2-3 Tage stehenlassen mal ausprobieren.
Grüße nach BaWü
von MrsSippi
Hallo MrsSippi,
Dann werd ich das mit dem 2-3 Tage stehenlassen mal
ausprobieren.
Nicht einfach nur stehenlassen!
Lange köcheln!!!
(Ok, ok, nicht zwei Tage durchgehend köcheln. Eher 2-3 Tage immer wieder köcheln. Insgesamt aber schon ein paar Stunden.)
Und mein Tipp Sauerkraut-Tipp:
rohe Kartoffel(n) fein ins Kraut reiben und mitkochen. Die Kartoffelstärke macht das Kraut besonders sämig!
Grüße aus dem schwäbischen Ba-Wü,
Tinchen
Danke - ich wer´s mit der Witwe Bolte halten
also vorkochen und 2x hintereinander wieder aufwärmen.
Danke für die Beiträge
Peter
Nicht jeder Bayer kann gutes Kraut kochen…
Hallo Peter,
also ich bin aus dem schönen Bayernländle und ich muss sagen, dass hier auch nicht jeder „a guads Kraut macha ko“. Kraut schmeckt am besten, je öfter es wieder aufgewärmt wird. Leider ist es dann meist eher bräunlich und sieht eben für die Gastronomie nicht mehr so schön aus.
Das beste Kraut macht meine Mutter:
In einem Schnellkochtopf (oder normalem Topf) kleingeschnittenen Speck in etwas Öl (besser Butterschmalz)schön Krossbraun braten, eine große Zwiebeln (in Achtel geschnitten, etwa Mandarinengröße)dazu, glasig werden lassen. Dann eine Dose Sauerkraut dazu und Wasser hinzugeben, bis das Kraut gut mit Wasser bedeckt ist. Dann dazu: Suppenwürfel, etwas Zucker (unbedingt für den runden Geschmack), etwas Pfeffer, Kümmel, 2-3 Lorbeerblätter, Wacholderbeeren ca. 5 Stück, einen großen geschälten eher süßlichen Apfel in Spalten schneiden und dazu. Alles schön aufkochen lassen bis sich der Suppenwürfel aufgelöst hat und dann den Schnellkochtopf schließen und nach Gebrauchsanweisung ca. 40 Minuten kochen. Mit normalem Topf dauert es eben länger (einige Stunden bei Mittelhitze) oder volle Pulle 1 - 1 1/2 Stunden. Ich mache das immer nach Gefühl, bis das Kraut eben schön weich ist. Am besten schmeckts natürlich am nächsten und übernächsten Tag. In Bayern war es immer so, dass man ins fertige Kraut ein schönes geräuchtertes STück Wammerl oder Pfälzer gelegt hat und etwas mitgekocht. Das gibt einen superguten Geschmck…Läääckkaaarr!! Ist zwar keine Diätvariante des sonst so kalorienarmen Gemüses aber einen Versuch wert!!
Somalia