Zur Abwechslung mal wieder was physikalisches
Zur Erinnerung für diejenigen die es vergessen haben: Der Saugheber ist eine „Vorichtung“ (z.B. Wassergefüllter Schlauch), mit der es möglich ist, Flüssigkeiten ohne Pumpe über den Rand des Behälters hinweg aus diesem herauslaufen zu lassen. Vorausgesetzt, die Auslauföffnung befindet sich unter dem Flüssigkeitsniveau im Behälter.
Bisher bin ich immer davon ausgegangen daß es der Luftdruck ist, der die Wassersäule im Schlauch zusammenhält. Die Bewegung kommt dann durch die hydrostatische Druckdifferenz zwischen der Füllhöhe im Behälter und der Auslauföffnung zustande.
Nun habe ich aber mehrmals gehört, auch Joachim Bublath hat das vor längerer Zeit in einer seiner Sendungen behauptet, daß die Flüssigkeit durch ihre inneren Anziehungskräfte wie eine Kette zusammengehalten wird und dadurch das schwerere Ende auf der Behälteraußenseite das leichtere auf der Innenseite einfach hochzieht.
Was ist denn nun richtig ?
Ich persönlich bevorzuge die erste Erklärung, weil sich ein einfacher Versuch mit der zweiten nicht vereinbaren läßt:
Wenn man bei Wasser während des Auslaufens die Auslauföffnung zügig nach oben bewegt. kommt der Bewegungsvorgang zum erliegen, sobald sich die Öffnung oberhalb des Wasserspiegels im Behälter befindet, obwohl der senkrecht nach unten austretende Wasserstrahl bis weit unter die Wasseroberfläche reicht. Nach der zweiten Erklärung müßten die Anziehungskräfte das Wasser auch dann noch in Bewegung halten, wenn sich die Auslauföffnung geringfügig oberhalb des Wasserspiegels befindet.
Was meint Ihr ? Ist die zweite Erklärung ernstzunehmen oder kann ich sie vergessen ?
Jörg