ich möchte eine Kletterhortensie pflanzen und es ihr wohnlich einrichten.
Lässt sich der Boden auch ohne Torf etwas sauer machen? Fichtennadeln sammeln und einarbeiten? Gelegentlich mit gesäuertem Wasser gießen (in welcher Mischung?)?
Oder muss es doch Torf sein?
hallo Julika,
ich hab eine Kletterhortensie, die hat nicht extra sauren Boden von mir bekommen und wuchert doch mächtig und blüht relativ üppig. Brauchte allerdings etwa 3 Jahre „Anlauf“. Gruß, I.
mehr oder weniger versauern lässt sich der Boden mit jeder Form von schwach zersetztem organischem Material, solangs kein Mist ist (der geht eher ins Alkalische). Wenn Du den letzten Mooren des Baltikums noch kleine paar Jährchen gönnen willst, kannst Du das auch mit heimischem Rindenmulch machen: Der zieht allerdings noch viel mehr Stickstoff als der übliche schwach zersetzte Torf - also Kalkammonsalpeter oder sowas zudüngen, der ist von sich aus auch nicht basisch. Vielleicht, damit das Ganze nicht anfängt zu gammeln, mit Sand aufmischen. Fichtennadeln tät ich nicht unbedingt nehmen, weil die (nicht bloß wegen sauer) praktisch keine Bodenbildung zulassen - wenn Du mal in Nadelwald auf Buntsandstein unterwegs bist, wirst Du beobachten, daß es dort keinen Boden in dem Sinn gibt, sondern bloß die mehr oder weniger zersetzte Streuauflage auf dem Fels. Das ist dann was für ausgesprochene Spezialisten wie Heidelbeeren, die z.B. mit dem sehr geringen Wasserhaltevermögen klarkommen.
mehr oder weniger versauern lässt sich der Boden mit jeder
Form von schwach zersetztem organischem Material
Geht dann auch das Laub vom letzten Herbst? Davon ist noch massenhaft da, leicht zersetzt jetzt nach dem Winter. Dann müsste ich nicht extra Rindenmulch kaufen. Und sollte ich da auch Stickstoff zudüngen?
sieh mal an… gut zu wissen! Allerdings möchte ich gern die drei Jahre Anlauf sparen (falls das dadurch geht), sonst haben nur meine Nachmieter was davon!
Laub macht, abgesehen von Eiche und vielleicht Kastanie, weniger sauer - weshalb es als Winterschutz in Gärten mit dem gegenteiligen „Problem“ viel besser geeignet ist als alles, was nadelt.
Stickstoff ist immer wichtig, wenn man schwach oder nicht zersetztes kohlenstoffreiches Material zuführt. Entweder auf die „brutale“ Methode mit mineralischem N, oder - weniger wirkungsvoll, aber an Stellen, wo es nicht so sehr um die kurzfristige Fruchtbarkeit geht, auch mit den N-Sammlern Weißklee, Ackerbohnen, Lupinen eingebracht.
Wenn das C/N-Verhältnis zu sehr in Richtung C geht, haben die Pflanzen zuerst zu wenig N zur Verfügung und kriegen im schönsten humosen Substrat gelbe Blätter, und irgendwann später kann dann ein N-Flash anrollen, der auch nicht grad ideal ist.
Allerdings gehen viele organischen N-Dünger (alles, was vom Mist her kommt, auch Hornmehl etc.) ins Basische, das Du grade an dieser Stelle nicht gut brauchen kannst.
fein, ich freu mich über die ausführliche Erklärung!
Dann sollt ich wohl wirklich mit Rindenmulch experimentieren - oder nach Eichen Ausschau halten (stehen leider nicht im Garten).