Vor ein paar Jahren habe ich im Garten eine wildfarbene Fritillaria meleagris, also die mattviolette, der Wildform entsprechende Pflanze aus der Baumschule gesetzt. Jetzt hat sich aus der ursprünglichen Einzelpflanze ein kleines Nest entwickelt, aber die Blüten sind jetzt weiss mit ganz blassem Schachbrettmuster.
Hallo Silberlöwe,
ja, das kenn ich! Das liegt an der Erdbodenchemie, sagte man mir damals. Da fehlt wohl irgendwas oder es ist was zuviel: nützt nix, Bodenanalyse!
Grüße, LaWa
Anthocyanine hängen nicht nur in ihrer Farbintensität, sondern auch in ihrer Färbung selber (rot - violett - blau - gelb) vom pH-Wert ab. Bei leuchtend klarblauen Ausprägungen im basischen Bereich spielen auch Metallkomplexe (Fe, Mg, Ca) eine Rolle, das hängt aber von der Pflanze ab.
Spekulativ (auch mit Blick auf Deinen Standort, der sich auf bloß ganz wenig entkalkten Sedimenten befinden dürfte) täte ich vermuten, dass es den erbleichten Frittilarien zu basisch ist.
Wie man unter gegebenen Bedingungen den pH-Wert für sie ohne Einsatz barbarischer Mittel, die sie wohl auch nicht mögen, senken kann, kann ich mir nicht gut vorstellen. Soviel ich weiß, kommen Schachbrettblumen wild auf Feuchtwiesen vor, so dass es schon einen Versuch wert wäre, durch Vernässen des Standortes diesen ein bissel saurer zu gestalten.
Besten Dank für Deine ausführliche Analyse; der Schluß auf basische Bodenbeschaffenheit dürfte zutreffen. Ich werde mit Rhododendronerde experimentieren (es geht nur um eine kleine Gruppe) und auf höhere Bodenfeucht achten.