Schadensersatz und Schmerzensgeld

Hallo folgender Sachverhalt

bei einem Weihnachtsmarkt wird man automatisch auf einen Parkplatz geschickt.
Man wird angewiesen sich auf ein zum Parkplatz umfunktioniertes
Feld zu stellen. Sobald schlechte Witterung einsetzt wird dieses Feld zum
Acker. Autos müssen teilweise am laufenden Band aus dem Matsch geschoben
werden. Auch ich half in den vergangenen Jahren war es das gleiche Bild und das gleiche Problem. Problemlösungen wurden anscheinend nicht
gesucht, ggf. war dieses Jahr was mehr Personal da.
Und bei schlechten Grundverhältnissen kann es passieren, das man stürzt.
Egal wie vorsichtig man geht. Vor allem, wenn der riesige matschige
Parkplatz nicht beleuchtet ist und es nicht möglich ist zu sehen wohin man
gerade tritt.
Nun stützt jemand. Es war sofort klar, dass es etwas
Schlimmeres ist. Der Rettungswagen wurde gerufen und es wurde Personal geholt. Auch einen Stuhl sollte organisiert werden, da
die Verletzung am Knie war und es nicht zumutbar ist, im
Match liegen zu bleiben und auch das Auto noch nicht erreicht war.
Personal kam auch zahlenmäßig ausreichend und auch sehr freundlich (der
wahrscheinlich einzig positiv zu erwähnende Aspekt) zum Verletzen. Ein Stuhl
konnte so schnell nicht gefunden werden. Der Verletzte stand also mit
massiven Schmerzen recht hilflos irgendwo auf dem Parkplatz.
Danach nahm das Chaos seinen Lauf. Der Krankenwagen kam, eine
chaotischere Einweisung kann man sich nicht vorstellen. Besonders wenn man
berücksichtigt, dass Personal an jeder Ecke stand und alle mit Funkgeräten
ausgestattet waren. Leider half das nicht viel, 3 Leute die mittlerweile
beim Verletzten standen standen gaben über Funk drei verschiedene Anweisungen durch wie
der Rettungswagen fahren soll. Es war nicht ersichtlich wer denn jetzt
eigentlich die Leitung hat. Resultat aus dem Chaos war, dass der
Rettungswagen vermutlich den schlechtesten Weg wählte / zugewiesen kam und
sofort stecken blieb. Da es immer noch nicht möglich war einen Stuhl zu
organisieren und der Verletzte nun seit fast 10 Minuten mit Schmerzen in der
Gegend rumstand, holte der Sohn des Verletzten sein Auto, damit der Verletzte sich dort reinsetzen kann.
Man braucht wohl nicht erwähnen in welchem Zustand sich die Polster nun
befinden, nachdem dort jemand Platz nehmen musste der vorher im Schlamm
gelegen hat.
Der Krankenwagen schaffte es dann ca. 15 Minuten nach Eintreffen auf dem
Gelände mit Hilfe eines Traktors der schleppen musste zu meinem Vater.
Ist das die Art und Weise wie Notfälle ablaufen? Da sehe ich doch einen
Veranstalter in der Pflicht der Rettungswege anlegen muss, das Personal
schult, klare Strukturen und Notfallpläne vorgibt. Es kann nicht sein,
dass der Parkplatz für Rettungswagen quasi nicht zugänglich ist. Wie
stellt man sich das vor, wenn es vielleicht ein Schlaganfall und nicht nur
eine Knieverletzung ist. Wenn es um Leben und Tod geht? Wie kann es sein,
dass in 30 Minuten die es dauerte kein Stuhl organisiert werden kann? Oder
bei den Temperaturen eine Decke?
Ende der Geschichte ist, dass das Opfer Donnerstag operiert wird.
Patellarsehnenabriss und Kniescheibenbruch. Das stellt die Familie vor
richtige Probleme, da er sich um seine pflegebedürftigen Eltern
kümmert die beide über 85 sind. Und er auch der Einzige ist der in deren
Nähe wohnt. Von der ärztlichen Prognose her wird er auch aus der
Lohnfortzahlung rausfallen.
Ich denke, dass bei der Verkehrssicherungspflicht komplett versagt wurde
und nicht nur das Opfer, sondern auch die Krankenkasse und der
Arbeitgeber eine Schadensersatzforderung formulieren könnten.
Sehe ich das falsch?

hi

Leider ist es zwar aus Kostengründen gang und gebe geworden bei kleineren Veranstaltungen lediglich Parkplatzanweiser an solchen Parkplätzen einzusetzen anstelle von ausgebildeten Sicherheitspersonal ( IHK Prüfung §34a ) was aber nichts an der Tatsache ändert , das man ja freiwillig zu dem Markt gefahren ist und auch freiwillig auf diesen Parkplatz .
So dumm wie es sich anhört , die Parkplatzanweiser haften nicht für eigenes Verschulden , auch wenn Sie zu dieser Parkmöglichkeit eingewiesen haben.
Niemand wurde gezwungen auf dem Parkplatz zu fahren , man hätte auch ablehnen können , vor dem Parkplatz abbiegen und sich einen anderen Stellplatz suchen können , zumal ja auch aus vergangenen Jahren der Zustand des Parkplatzes bekannt ist .

Das die Hilfsbereitschaft der Menschen stark abgenommen hat , es nur noch Zuschauer gibt anstelle von Personen die „mal anpacken“ ist Zivilationsbedingt und gehört schon fast nicht mehr ins Rechtsbrett sondern fast schon in die Tratschecke :
Hast du gesehen , da ist gestern ein Unfall passiert …

Habe ich leider vorgestern selber erleben müssen . Der Sohn meiner Partnerin aus erster Ehe ist beim Schnee ins schleudern gekommen und kam nicht mehr aus dem Auto raus weil es zu stark verbeult war ( zum Glück wirklich nur Blechschaden )
Er meinte es wären so rund 40 Auto’s vorbei gefahren bis mal einer still gehalten hätte , obwohl der Wagen verkehrt herum auf der Strasse stand und den fliessenden Verkehr behinderte .

gruss

Toni

faq:1129 (owt)

… zu meinem Vater…

tja,… :frowning: