Schäden durch Kieferfehlstellung?

Hallo,
ich hab vor ein paar Tagen einen deutlichen Riss an der Seite meines linken
oberen Schneidezahnes festgestellt und am Zahn darunter ist eine (nicht ganz
kleine) Ecke weggebrochen. Daß es normal ist, daß manchmal kleinere Ecken von
Zähnen abbrechen und sich Haarisse bilden ist mir schon bewusst, nur dieser
Riss beunruhigt mich schon ein Wenig, zumal es bei mir in der Familie mehrere
Personen mit derartigen Problemen (mit jeweils sehr unangenehmen Ausgang) gibt.
Weil ich aber absolut keine Ahnung von sowas habe, hoffe ich, ihr könnt mir
vielleicht nähreres darüber sagen. Man sollte zudem noch wissen, daß meine
vorderen Zähne in recht unregelmäßigen Abständen gewachsen sind (mal ca. 2mm,
mal so eng, daß man fast nichtmal mit Zahnseide dazwischenkommt). Außerdem
stehen manche davon auch noch ein wenig schief, nicht übermäßig, jedoch haben
sich die „Schneideflächen“ dieser Schrägheit schon angepasst. Trotz alledem,
beißen meine oberen Zähne exakt auf die unteren auf und nicht vornedrüber (ist
doch normal so, oder?), nur liegt die Mitte der oberen Zahnreihe fast einen
ganzen Zahn neben der, der unteren… Man kann diese Unregelmäßigkeiten
jedenfalls auch aus einiger Entfernung noch sehr deutlich erkennen.

Ich hoffe man kann sich unter dieser wenig plastischen Beschreibung eine vage
Vorstellung machen. Hier meine Fragen:
Können die Schäden davon herrühren, daß die falschen Zähne aufeinanderbeißen
oder woran sonst? Kann bzw. muß man etwas dagegen unternehmen? Wenn ja, was und
muß ich mir über solche Risse und abgebrochenen Ecken überhaupt Gedanken machen
oder sind dies normale „Verschleißerscheinungen“ (ich bin 21)?

Danke!
MfG
gregg20

Hi

Ich bin um die 30 und habe auch abgebrochene Ecken und seitlich abgeschliffene Schneidezähne, da diese jahrelang völlig schief standen und kein korrektes Gegenstück hatten. Nur wenn der Biß richtig schließt, ist die Belastung gleichmäßig. Dagegen tun kann man eigentlich nur eines, nämlich die Zähne in die richtige Position schieben lassen. Hinterher kann man die abgebrochenen Ecken usw. auffüllen lassen (Kompositfüllung), damit die Zähne symmetrisch sind. Letzteres steht bei mir unmittelbar bevor. Ich bin am Ende einer 1.5 jährigen kieferorthop. Behandlung.

Gruß
d.

Zuerst mal danke für die Antwort!


gleichmäßig. Dagegen tun kann man eigentlich nur eines,
nämlich die Zähne in die richtige Position schieben lassen.
Hinterher kann man die abgebrochenen Ecken usw. auffüllen
lassen (Kompositfüllung), damit die Zähne symmetrisch sind.

Also du würdest mich erstmal zum Kieferorthopäden schicken, richtig?
Da gibt’s schon die nächste Frage:
Ich bim momentan Student und über meinen Vater (Beamter) mit
privatversichert. Wie wahrscheinlich ist es angesichts dieser Umstände,
daß die Kosten einer eventuellen Behandlung an mir hängen bleiben
würden? Ich hab da nämlich mal gehört, daß sich die Versicherungen nur
bei Minderjährigen einen Teil der Kosten übernehmen.
Wie war’s denn bei dir?

MfG

Zuerst mal danke für die Antwort!

Ich habs vergessen zu sagen: Ich bin keine Ärztin!

Also du würdest mich erstmal zum Kieferorthopäden schicken,
richtig?

Der ist dafür zuständig.

Da gibt’s schon die nächste Frage:
Ich bim momentan Student und über meinen Vater (Beamter) mit
privatversichert. Wie wahrscheinlich ist es angesichts dieser
Umstände,
daß die Kosten einer eventuellen Behandlung an mir hängen
bleiben
würden?

Dazu kann ich dir leider gar nichts sagen. Am besten fragst du bei der Versicherung nach, welche Leistungen sie übernehmen.

Ich hab da nämlich mal gehört, daß sich die
Versicherungen nur
bei Minderjährigen einen Teil der Kosten übernehmen.

Ich glaube das dürfte stimmen.

Wie war’s denn bei dir?

Da wo ich jetzt lebe, werden Zahnspangen sowieso überhaupt nicht übernommen, auch bei Kindern nicht. Daher stand nie zur Debatte, ob eine Versicherung es zahlt oder nicht.

Informier dich vorher genau. Es kann sein, daß deine Privatversicherung doch etwas beisteuert.

Es zahlt sich auf jeden Fall aus, gesunde und schöne Zähne zu haben.

Gruß
d.

Servus Gregg,
das ist eine ganz schöne Menge auf einmal, die Du wissen möchtetst.

Damit Dein erster Wissensdurst gestillt werden kann, schau mal bitte da hin:

http://www.zahnwissen.de/

und schau’ unter ‚Kopfbiß‘ und unter ‚Mittellinienverschiebung‘ nach. Nachdem Du im Studentenalter bist, haben Deine Eltern während Deiner Jugend und Kindheit doch sicher für regelmäßige Zahnarztbesuche gesorgt. Das bedeutet für mich, daß wahrscheinlich irgendwann ein Fachmensch eine kieferorthopädische Behandlung bei Dir für nicht erforderlich gehalten hat, sonst wärest Du wohl überwiesen und behandelt worden.
Jetzt ist es wahrscheinlich so, daß der Stress Deines Lebens als Jungwissenschaftler Dich öfter mal hat auf die Zähne beißen lassen (Stichworte: ‚Parafunktion‘, ‚Leermastikation‘). Bei den hohen Flächendrücken, die dabei entstehen, ist bei den Schneidezähnen ein wenig Schmelz abgeplatzt. Das macht meistens nicht viel aus - laß es Dir u.U. bei der nächsten Prophylaxesitzung etwas auspolieren, wenn Du dazu neigen solltest, immer mit der Zunge darauf herumzutasten.

Ansonsten sollte Dein Vater nicht nur bei der Versicherung, sondern auch bei der Beihilfe nach der Kostenübernahme für die KfO-Bahandlung fragen - WENN sie den nötig sein sollte.

Mein Rat: nimm Kontakt mit Deinem früheren Zahnarzt auf, oder gehe zu einem anderen und stell’ ihm das augenblickliche Problem vor. Christian, der hier meistens mitliest ist KfO’te und kann eher sagem, was die Therapie einer Mittellinenverschiebung dieses Ausmaßes für Dich bedeuten kann. Hausaufgabe: achte schon mal in den nächsten Tagen darauf, ob Du morgens mit ‚Muskelkater‘ in den Kaumuskeln aufwachst und/oder ob Du Verspannungen im Nacken-Schultern Bereich hast.

Danach mach’ wieder einen Termin hier aus :wink:

Kai

Hallo Kai!
Zu allererst mal danke für die ausführliche und schnelle Antwort.

Servus Gregg,
das ist eine ganz schöne Menge auf einmal, die Du wissen
möchtetst.

Damit Dein erster Wissensdurst gestillt werden kann, schau mal
bitte da hin:

http://www.zahnwissen.de/

und schau’ unter ‚Kopfbiß‘ und unter
‚Mittellinienverschiebung‘ nach. Nachdem Du im Studentenalter

Das hört sich ja alles weiter nicht schlimm an, oder? Das Bild bei ‚Mittellinienverschiebung‘ triffts übrigens schon recht gut, wenn man sich die ganzen anderen Problemchen mit dazudenkt.

bist, haben Deine Eltern während Deiner Jugend und Kindheit
doch sicher für regelmäßige Zahnarztbesuche gesorgt. Das

Ja, das kennen wir ja alle, ob man auch schön geputzt hat und sonst noch alles da ist, was da hin gehört. Obwohl ich nie zu gern und deswegen auch nicht wirklich oft da war…

bedeutet für mich, daß wahrscheinlich irgendwann ein
Fachmensch eine kieferorthopädische Behandlung bei Dir für
nicht erforderlich gehalten hat, sonst wärest Du wohl
überwiesen und behandelt worden.

… ja, das hat er wohl…

Jetzt ist es wahrscheinlich so, daß der Stress Deines Lebens
als Jungwissenschaftler Dich öfter mal hat auf die Zähne
beißen lassen (Stichworte: ‚Parafunktion‘, ‚Leermastikation‘).

Daran glaub ich jetzt, ohne einem Fachmann wiedersprechen zu wollen, wieder weniger, weil so hübsche Zähne hab ich eigentlich schon vor der Zeit, als es stressig wurde gehabt.
Das ist auch damals schon aufgefallen, nur hat’s da immer geheißen, das gibt sich mit der Zeit (bewahrheitet hat sich dann aber eher Gegenteiliges). Was ich allerdings auch noch erwähnen sollte ist, daß mir damals nach dem herausfallen der Milzähne mein rechter oberer Eckzahn und der, der eigentlich dahinter kommt in vertauschter Reihenfolge gewachsen sind. Das sah so richtig doof aus, zumal das auch noch ewig gedauert hat, bis sich die beiden haben blicken lassen.
Als sie dann endlich da waren - das war die Zeit, in der ich mit Abstand am häufigsten beim Zahnarzt war - hat der Zahnarzt beschlossen, daß da auf beide ein Venier (oder wie das heißt) drauf kommt und hat mich zu einer Kieferorthopädin geschickt. Die Frau war damals schon recht lange in Ihrem Beruf tätig und von meinem Phänomen total begeistert - sie meinte, sowas kommt unter einer Million Menschen ungefähr einmal vor. Sie und mein Zahnarzt ham’ das dann damals irgendwie telefonisch oder sonstwie ausgemacht, wie weiter verfahren wird, weil sie auch noch die Möglichkeit, die Zähne irgendwie zu vertauchen, ins Gespräch gebracht hat, doch es blieb bei dem Venier, weils es scheinbar die einfachere Lösung war, jedenfalls hab ich von der Verhandlung nix mitgekriegt. Allerdings hat sie mir damals dazu geraten nochmal bei ihr zu erscheinen.
Als aber die Veniers drauf waren - und es sieht bis zum heutigen Tag hundertmal beschissener aus, als vorher - war nach Meinung meines Zahnarztes kein Besuch bei der Frau mehr nötig (und wenn der das meint, wird’s wohl so sein, hab ich gedacht).
Warum ich das jetzt alles erzähl:
Er schaut bis zum heutigen Tag nicht nur richtig beschissen aus, der aufgebaute Eckzahn, sondern ich bleib auch bis heute beim Kauen oft dran hängen (mit dem unteren Eckzahn). Ganz am Anfang war’s sogar richtig schwierig damit was zu kauen (seitdem weiß ich auch wieviel Kraft man mit so einem Kiefer ausüben kann…) und hab manchmal sogar befürchtet, ich würde irgendwann mal so heftig hängen bleiben, daß ich den Zahn rausreise oder abbreche. Ein ‚tolles‘ Gefühl war das übrigens auch, aber weil der Zahnarzt gesagt hat, daß das normal ist und man sich eben dran zu gewöhnen hätte, hab ich’s dann auch dabei belassen.
Heute, nach einigen Jahren haben sich die Eckzähne ein Stück weit abgearbeitet und scheinbar auch ein stückweit verschoben und gedreht und ganz offenbar hab ich mich auch einigermaßen dran gewöhnt.
Frage: Kann die ‚Mittellienienverschiebung‘ auch davon kommen?

Bei den hohen Flächendrücken, die dabei entstehen, ist bei den
Schneidezähnen ein wenig Schmelz abgeplatzt. Das macht
meistens nicht viel aus - laß es Dir u.U. bei der nächsten
Prophylaxesitzung etwas auspolieren, wenn Du dazu neigen

Jo, das werd ich mal machen lassen.

solltest, immer mit der Zunge darauf herumzutasten.

Ansonsten sollte Dein Vater nicht nur bei der Versicherung,
sondern auch bei der Beihilfe nach der Kostenübernahme für die
KfO-Bahandlung fragen - WENN sie den nötig sein sollte.

Mein Rat: nimm Kontakt mit Deinem früheren Zahnarzt auf, oder
gehe zu einem anderen und stell’ ihm das augenblickliche
Problem vor. Christian, der hier meistens mitliest ist KfO’te
und kann eher sagem, was die Therapie einer
Mittellinenverschiebung dieses Ausmaßes für Dich bedeuten
kann. Hausaufgabe: achte schon mal in den nächsten Tagen
darauf, ob Du morgens mit ‚Muskelkater‘ in den Kaumuskeln
aufwachst und/oder ob Du Verspannungen im Nacken-Schultern
Bereich hast.

Das kann ich auch heute schon beantworten:
Ich ‚verliege‘ mich manchmal und dann bin ich krumm und lahm, aber das ist recht selten und Verspannungen hab ich eingentlich keine. Auch der ‚Kaumuskelkater‘ ist mir glücklicherweise fremd. Und daß ich in der Nacht mit den Zähnen knirsche, scheint mir recht unwahrscheinlich, weil ich sehr oft mit schmerzenden und total ausgetrockneten Hals aufwache, was davon kommt, daß meine Nase fast ganzjährig dicht ist und ich deshalb scheinbar mit offenen Mund schlafe (schäm), das sagt mein Hausarzt. Das geht mir schon so, solang ich denken kann und ich habs leider nie in den Griff bekommen.

Danach mach’ wieder einen Termin hier aus :wink:

Jo, bis bald!

Kai

Nochmal ganz ganz herzlichen Dank für die Mühe!
MfG
gregg20

Hallöle!
Heute war ich bei 'ner Zahnärztin und, was soll ich sagen, mit deinen Ferndiagnosen liegst du schon recht nahe an ihren Aussagen, soweit ich das bewerten kann. Die hat sich die Risse und Ecken mal angeschaut und nachdem sie mich dann aufgefordert hat mal zuzubeißen, hat sie mir erklärt, ich hätte sowas wie einen ‚Kopfbiss‘. Sowas liegt dann vor, wenn die unteren Zähne direkt auf die oberen aufbeißen - das hab ich doch schonmal irgendwo gehört :wink:
Des weiteren meinte Sie, daß man das schon wesentlich früher hätte erkennen sollen und behandeln können, nur ist jetzt dafür (nach ihrer Meinung) die Zeit abgelaufen. Sie hat gesagt, man müsste die unteren Zähne nach hinten und die oberen nach vorne bringen, was kieferorthopädisch in meinem Alter wohl noch möglich wäre und auch gemacht wird, nur sieht sie extrem geringe Chancen, daß das Ergebnis auch dauerhaft so bleibt. Ergo ich soll’s bleiben lassen.
So, jetzt hab ich aber ein paar Bekannte die erstens älter als ich sind und zweitens mit 'ner Zahnspange rumrennen. Was ich jetzt nicht verstehe, ist, warum die überhaupt behandelt werden, wenns doch eh mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für die Katz ist?
Auch die Story mit dem Zähneknirschen (langsam glaub ich’s ja wirklich) hat sie mir erzählt und sie will mir irgend so eine Aufbisschiene dagegen verkaufen. Nur - hallo, wie wahrscheinlich ist es, daß man fast sein ganzes Leben lang immer so ein Dingens dabeihat und es sich immer dann auf die Zähne schiebt wenn man evtl. Stress haben könnte und in der Nacht und sowieso…? (Gibt’s da schon Studien dazu, wieviele sowas auch wirklich gewissenhaft betreiben?)
Zu den Ecken und Rissen, welche auch in anderen Zähnen recht häufig zu finden sind, hat sie dann noch gesagt, man könnte die wohl wieder irgendwie hingipsen (nein, so hat sie das nicht gesagt, halt mit dem ganzen Fachlatein drumrum) aber auch das hat keinen Wert, weil ja bei mir der gesamte Druck des Kiefers auf den Schneidezähnen lastet und die Aufbauten sozusagen schneller wieder kaputt oder weg wären, als sie hingemacht wurden…

Für mich hört sich das alles richtig Sch****e an und außer, daß sie auf 'ner Röntgenaufnahme noch ein paar Löcher gefunden hat, bin ich jetzt genauso schlau, wie vorher und Schiss hab ich auch nicht weniger.
Heißt das jetzt - das hab ich noch vergessen sie zu fragen - daß ich zuschauen kann bzw. muß wie ich so langsam, aber ganz sicher, so hat sich’s zumindest angehört, dem Beipiel meiner beiden Vorfahren folge, ob ich will, oder nicht?

  • Erst eine Exkursion ins Innerste und dann einen Praxislehrgang in Vollprothetik -

Bitte sagt mir jetzt, daß alles gut wird!

MfG
gregg20

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Private Krankenversicherung
Hallo Gregg,

was Du gehört hast, gilt wohl vor allem bei gesetzlichen Krankenkassen. Die Chancen, dass Deine private Krankenversicherung eine KFO-Behandlung zahlt, stehen nicht so schlecht – kommt natürlich auf Deine Fehlstellung und Deine Krankenkasse an. Meine zahlt bei Erwachsenen einen Großteil der Behandlung (100 Prozent der Behandlungs- und 60 Prozent der Labor- und Materialkosten).

Falls Du zum KFO gehst und er Dir eine Behandlung rät, lässt Du Dir einen Heil- und Kostenplan erstellen, den Dein Vater dann bei seiner Krankenkasse und Beihilfe einreicht. Die teilen Euch dann genau mit, wieviel sie zahlen.

Gruß
Isabelle

??
keiner mag mich
und keiner redet mit mir…

heul!