Schäferhund mit Jagdinstinkt?

Hallo,

unsere Schäferhund-Apennzeller-Hündin will jedes Reh und jeden Vogel verfolgen. Wir haben uns mit der Erziehung viel Mühe gegeben. Waren in der Hundeschule, weil sie unsere erste Welpin war und sind mit den Ergebnissen echt zufrieden. Ein tolles und gelehriges Tier.
Aber dieser Verfolgungsdrang ist ein Problem. Sie ist jetzt 9 Monate alt.

Gibt es einen guten Tipp, wie man gegenwirken könnte? Bei dieser Sache sind wir auf Austausch angewiesen.

Hallo,

unsere Schäferhund-Apennzeller-Hündin will jedes Reh und jeden
Vogel verfolgen. Wir haben uns mit der Erziehung viel Mühe
gegeben. Waren in der Hundeschule, weil sie unsere erste
Welpin war und sind mit den Ergebnissen echt zufrieden. Ein
tolles und gelehriges Tier.
Aber dieser Verfolgungsdrang ist ein Problem. Sie ist jetzt 9
Monate alt.

,

Wenn es anders wäre, wäre der Hund unnormal!

mfgConrad

-)

Ja, das sehen wir natürlich auch so, aber trotzdem suchen wir einen Weg, dass unser Hund viel frei laufen kann und das Wild trotzdem nicht geschädigt wird.

morgen

habt ihr es schon mal mit einem klicker versucht?
es ist besser als eine pfeife und der hund lernt schneller.
du darfts nur nicht vergessen ihn zu loben.
fg
sally

Ja, da haben wir von gehört und wissen grundsätzlich auch, wie es funktioniert, aber die Schwelle, dass der Hund die Witterung aufnimmt und losrennt ist ja so gering, wann soll man da geklickert haben?

Hallo ChristianSimon

Super, dass Du Dich mit der Erziehung Deines Hundes auseinandergesetzt hast. Und trotzdem jagt das Tier - die gute Nachricht dabei ist: Du bist nicht alleine. Die schlechte: das wird harte Arbeit.

Erst einmal ist jeder Hund ein Raubtier, das grundsätzlich jagt. Manche Hunde leben das allerdings nicht an der lebendigen Fauna (Katzen, Rehe, andere in Hundeaugen jagbare Haus- und Wildtiere), sondern an „Ersatzmaterial“ wie zum Beispiel Bällen, Kongs, Stöcken oder durch Hüten, Treiben und andere Aktivitäten aus. So weit so gut - aber was hilft Dir das?

Erstens bringt Dir das vielleicht einen kleinen Trost, denn (praktisch) kein Hund jagt nicht, der physisch dazu in der Lage ist. Dein Hund ist genau in dem Alter, in dem dieses Verhalten nun ernsthaft gefestigt und mit einem Adrenalinschub sondergleichen verknüpft wird. Um ihm das Jagen jetzt noch ganz und gar wegzutrainieren, ist es jetzt zu spät. Beim Thema Jagen ist Vorsorge besser denn „heilen“. Das heisst jetzt aber nicht, dass Du gar nichts mehr machen kannst. Im Gegenteil, es wird nur ein hartes Stück Arbeit.

In dem, was ich oben beschrieben habe, finden wir zweitens nämlich einen Lösungsansatz. Jagdverhalten kannst Du nicht wegtrainieren, aber evtl. kanalisieren auf Wege, die für Dich und die Umwelt akzeptabel sind. Jagen ist ein Trieb, der, wenn er vorhanden ist, nicht einfach ausgeschaltet werden kann. Mit viel (und ich meine sehr, sehr, sehr viel) Geduld und Fachwissen hingegen, kann das Jagen aber unter Kontrolle gebracht werden. Ob Du das selbst schaffen kannst, kann ich Dir natürlich nicht sagen - gerade bei dieser Problematik ist es sehr empfehlenswert, sich an eine Fachperson zu wenden. Mit Fachperson meine ich aber nicht jemanden, der mit Stachel, Teletakt oder Sprayhalsband u.Ä. arbeitet - suche Dir jemanden, der wirklich eine Ahnung hat von dem, was er tut und es nicht nur behauptet. Solche Personen sind aber sehr schwierig zu finden.

Was Du tun kannst um das Jagdverhalten Deines Hundes unter Kontrolle zu kriegen, ist also es als gegeben zu akzeptieren. Erst dann kannst Du versuchen den Hund alternativ auszulasten. Die Diskussion dauert an, ob man mit jagenden Hunden Jagdspiele (Stöcke, Bälle, u.Ä. werfen, Zerrspiele, etc.) üben soll oder nicht. Ich persönlich finde es unumgänglich, gerade weil dieser Trieb nicht unterdrückt werden kann. Alles, was den Hund auf diesem Gebiet auslastet und beschäftigt, so dass er eben nicht unerwünschtes Verhalten (bei dem nicht nur sein, sondern auch das Leben anderer Menschen und Tiere aufs Spiel gesetzt wird) zeigt, ist erlaubt. Gib dem Hund also gar keine Chance auf Wild im Wald aufmerksam zu werden, sondern beschäftige ihn so, dass es ihm Spass macht und er dennoch auf seine Kosten kommt. Zusätzlich trainierst Du den Grundgehorsam - gibt es einen Wildpark in der Nähe wo man mit Hunden hindarf? Übe z.B. gezielt, damit der Hund sich auch von äsenden Rehen hinter dem Gitter nicht ablenken lässt. Sei kreativ!

Zum Thema kann ich Dir auch folgendes Buch empfehlen:

http://www.amazon.de/Antijagdtraining-Wie-Hunde-Jage…

Wenn Du noch Fragen hast, darfst Du diese natürlich gerne stellen.

Gruss,

Semiramis

Hallo ChristianSimon

Ja, da haben wir von gehört und wissen grundsätzlich auch, wie
es funktioniert, aber die Schwelle, dass der Hund die
Witterung aufnimmt und losrennt ist ja so gering, wann soll
man da geklickert haben?

Eben. Das ist das Problem beim Clickertraining. Theoretisch funktioniert es immer bestens. Der Witz am Clickern ist ja, dass ich meinem Hund etwas so Tolles biete, dass es sich lohnt, Kooperation zu zeigen. Leider ist nun aber der Kick, der ihm das Jagen gibt, um einiges stärker als (fast) alles, was ich ihm bieten könnte. Um ihn vom Hetzen eines Kaninchens erfolgreich abzuhalten, müsste also das, was ich ihm anbiete, mindestens des Kaninchens ebenbürtig sein, also z.B. ebenfalls eine lebende, hetzbare Beute in der Jackentasche mitführen, die genau denselben Spass verspricht, wie das andere.

Natürlich ist das jetzt etwas überspitzt gesagt, doch wenn der Hund nun mal alle seine Sinne auf jagen und hetzen gestellt hat, kann ich selbst mit seinen Lieblingsleckerchen in der Tasche nicht sehr viel ausrichten. Der Hund hat jetzt nämlich keinen Hunger, sondern will jagen.

Trotzdem ist es möglich, dem Hund einen Gehorsam am Wild anzutrainieren mit positiver Verstärkung. Dazu muss man aber wissen, was der Hund als geeignete Alternative betrachtet. Im Prinzip ist das Konzept relativ einfach: der Hund sucht sich immer die für ihn attraktivere Möglichkeit aus. Geht er also jagen, so ist das für ihn die vielversprechendere Variante. Dabei ist das keineswegs persönlich gemeint. Er ist eben ein Hund. Nun liegt es an Dir herauszufinden, was Du ihm bieten kannst, dass er es lohnender findet, bei Dir zu bleiben.

Gruss,

Semiramis

Ja, da haben wir von gehört und wissen grundsätzlich auch, wie
es funktioniert, aber die Schwelle, dass der Hund die
Witterung aufnimmt und losrennt ist ja so gering, wann soll
man da geklickert haben?

Hallo nochmals

Kurz als Ergänzung: Du darfst den Hund eben gerade NICHT clickern, wenn er schon Witterung aufgenommen hat und sich von Dir abwendet. Dann ist es schon zu spät. Du darfst ihn nur clickern, wenn er sich aus dieser Situation wieder abrufen lässt und sich wieder Dir zuwendet!

Viele Leute machen diesen Fehler. Sie clickern aus Verzweiflung wenn der Hund schon am Wittern ist. Manchmal haben diese dann einige Male Glück und der Hund lässt sich ablenken und schaut sich erstaunt um. Dabei wird allerdings vergessen, dass man, wenn man den Clicker sonst konventionell einsetzt, den Hund eben gerade fürs Witterung aufnehmen belohnt!

Gruss,

Semiramis

Hallo Christiansimon,

deinem Hund in diesem Alter dieses Verhalten abzugewöhnen ist so gut wie unmöglich - einfach zu spät. Ich kann Dir deshalb nur empfehlen deinen Hund immer an der Leine zu führen.
Im Wald ist dies um so mehr angebracht. Dabei geht es nicht primär darum ob dein Hund auch das Wild reißt, sondern darum das das Wild aus der Ruhe gebracht wird. Sollte mal ein Revierinhaber oder Förster zugegen sein, der in dieser Sache keinen Spaß versteht (s. Jagdgesetz und im spez. wilderne Haustiere), wird dein Hund Geschichte sein. Er wird ihm die wohlverdiente Kugel antragen. Nur „badet“ es der Hund aus und nicht Ihr, die Verantwortlichen! Ich als Verantwortlicher, im Sinne des Jagdgesetzes, würde das auch tun. (Ich weis, jetzt kommt wieder ein Aufschrei von der Gemeinde und ich werde als Hundehasser usw. beschimpft. Auch ich habe einen Jagdhund und muß diesen auch haben - s. bayerisches Jagdgesetz.
Eine weitere aber etwas harsche Möglichkeit ist, dem Hund ein Elektrohalsband tragen zu lassen. Dieses verteilt mittels einer Fernbedienung Elektroshocks. Nur eine Möglichkeit. Ist wie beim Menschen - durch Schmerzen lernt man!
Wenn Du oder Ihr das ablehnt, so gibt es nur noch den Leinenzwang.

Gruß Kai

Hi,

Eine weitere aber etwas harsche Möglichkeit ist, dem Hund ein
Elektrohalsband tragen zu lassen. Dieses verteilt mittels
einer Fernbedienung Elektroshocks. Nur eine Möglichkeit. Ist
wie beim Menschen - durch Schmerzen lernt man!

Ja geht’s noch? Aber zu dem Thema gab es hier schon genug.

Gruß,

Anja

Hallo,

ich dachte, das sei in Deutschland verboten.
Wird auch in Diskussionen, die ich mir ergoogelt habe, behauptet.
Andererseits gibt es Angebote solcher Halsbänder.
Was denn nun?

Gruß
Elke

Tele-Tak
Hallo,

ich dachte, das sei in Deutschland verboten.

Im Tierschutzgesetz heißt es:

„§ 3 Abs. 11 TierSchG
Es ist verboten, […]
ein Gerät zu verwenden, das durch direkte Stromeinwirkung das artgemäße Verhalten eines Tieres, insbesondere seine Bewegung, erheblich einschränkt oder es zur Bewegung zwingt und dem Tier dadurch nicht unerhebliche Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügt, soweit dies nicht nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften zulässig ist.“

Dies wird allgemein als Verbot der Teletak-Geräte ausgelegt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Telereizger%C3%A4t

Nicht der Verkauf, sondern die Anwendung ist verboten, daher gibt es die Teile zu kaufen. Meine Meinung: sie haben ihren Sinn, aber absolut nur nur nur in der Hand von erfahrenen Ausbildern und als letzte Möglichkeit. Auch sind sie nicht für jeden Hund geeignet (Hunde, die durch Misshandlung vorgeschädigt sind reagieren u.U. total unvorhersehbar auf solche Geräte).

Gruß,

Myriam

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Hallo,

Nicht der Verkauf, sondern die Anwendung ist verboten, daher
gibt es die Teile zu kaufen.

Muss man die Logik verstehen?

Aber danke für die Auskunft.

Gruß
Elke

Hallo Myriam,

da stimme ich Dir vollkommen zu. Aber bedenke, daß es manchmal nicht anders geht. Damit meine ich jetzt nicht die Konditionierung von sog. „Kampfhunden“.
Hier in diesem geht es um die Erziehung eines Hundes. Ich heiße diese Halsbänder als generelles Erziehungsmittel auch nicht gut. Nur geht es in diesem Falle um einen Hund der nicht auf ein wildgerechtes Verhalten erzogen worden ist. Leider ist das oft der Fall. Diese Hundeschulen, ist auch gut so das es diese gibt, sind nur darauf ausgelegt das Verhalten dem Menschen gegenüber zu trainieren bzw. zu optimieren. Der Rest spielt dabei eine untergeordnete Rolle - leider!
Ich als Verantwortlicher für ein Revier bin täglich mit Hundehaltern konfrontiert, welche es absolut nicht einsehen ihren Hund an der Leine zu führen. Mein Hund, ist erzogen und ausgebildet. Selbst nach einem Schuß bleibt er da sitzen wo ich ihm befohlen habe zu bleiben.
Es ist mir unverständlich warum andere Hundebesitzer das alles ignorieren. Kratzt das an deren Selbstwertgefühl oder haben diese den Zusammenhang der Ökologie nicht verstanden oder ist das nur purer Egoismus?
Mittlerweile bin auch so weit, daß ich mir überlege einen wildernden Hund zu erschießen. Die Diskussionen mit den Hundehaltern hängen mir wirklich zum Halse heraus.

Das schrieb ich nur als weitere Anregung und Diskussionsgrundlage.

Gruß Kai

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Hallo Kai,

da stimme ich Dir vollkommen zu. Aber bedenke, daß es manchmal
nicht anders geht.

nichts desto trotz ist die Verwendung dieser Elektroreizgeräte seit Februar 2006 ohne Ausnahme verboten. Ob sinnvoll oder nicht, die Verwendung ist strafbar.

Gruß

Johnny

Hallo Johnny,

verboten oder nicht ist wurscht. In dem Fall geht es nur um Sachbeschädigung. Damit ist genug.
Ich habe echt keine Lust und Energie mehr mich mit Hundehaltern und deren verqueren Ansichten auseinander zu setzen.

Kai

Hallo Kai,

verboten oder nicht ist wurscht. In dem Fall geht es nur um
Sachbeschädigung. Damit ist genug.

es ist ein Verstoß gegen das TierSchG §3 Abs. 11 - das hat mit Sachbeschädigung nichts zu tun.
Der Straftatbestand der Sachbeschädigung setzt rechtswidrige Beschädigung fremden Eigentums voraus.

Ich habe echt keine Lust und Energie mehr mich mit
Hundehaltern und deren verqueren Ansichten auseinander zu
setzen.

Ich habe den Einsatz von Elektroreizgeräten in keiner Weise gewertet, sondern lediglich darauf hingewiesen, dass der Einsatz strafbar ist.

Gruß

Johnny

Hi,

Ich habe echt keine Lust und Energie mehr mich mit
Hundehaltern und deren verqueren Ansichten auseinander zu
setzen.

Dann mach’ doch um dieses Brett einen großen Bogen.

Gruß,

Anja