Um diesen Zehntelmillimeter auszugleichen, müsste man also
die Leinwand um 1,3 m verschieben.
Wieso ist das Bild davor nicht mehr scharf?
Von einem Punkt des Gegenstandes geht ein Strahlenbündel aus, das durch die Linse wieder in einem Punkt gebündelt wird. Wenn ich die Leinwand dort hinstelle wird ein Punkt genau auf einen Punkt abgebildet. Das Bild ist scharf. Wähle ich einen anderen Ort für die Leinwand, wann ist das Strahlenbündel noch nicht ganz gebündelt (wenn ich zu nah bin) oder es läuft schon wieder auseinander (wenn ich zu weit weg bin). Jedenfalls wird ein Punkt nicht auf einen Punkt abgebildet, sondern auf eine mehr oder weniger kreisförmige Fläche. Das Bild ist unscharf.
Wenn ich mit einem Beamer ein Bild auf eine Leinwand
projiziere und alles scharf eingestellt habe und dann die
Leinwand auf den Beamer zu bewege: Wieso bleibt das Bild nicht
scharf?
Versuch erst einmal einen Diaprojektor oder einen Tageslichtprojektor zu verstehen, wo es ein reales Objekt gibt. Der Beamer funktioniert zwar (was die Projektion anbetrifft) ähnlich, ist aber erheblich schwieriger zu verstehen.
Die physikalische Erklärung
dafür ist folgende: Die Strahlen, die von einem Punkt des
Objekts ausgehen, werden in einem Punkt des Bildes gebündelt.
Wieso werden die Strahlen vom Objekt auf dem Bild gebündelt?
Weil das eine Sammellinse nunmal macht: Sie bündelt Licht.
Die gehen doch nach der Linse auseinander und werden nicht
gebündelt.
Vorsicht. Alle Strahlen, die von einem Punkt des Gegenstandes ausgehen, werden auf einen Punkt des Bildes gebündelt. Strahlen, die von verschiedenen Punkten des Gegenstandes ausgehen, werden jeweils auf verschiedene Bildpunkte gebündelt. Diese Punkte liegen umso weiter auseinander, je größer die Bildweite ist. Deswegen sagst Du, dass die Strahlen auseinanderlaufen. Wenn ich sage, dass sie gebündelt werden, so meine ich jeweils nur die Strahlen eines Strahlenbündels.
Vielleicht wird es klarer, was ich meine, wenn Du mal diese Abbildung dazu anschaust: http://www.mikroskopie.de/kurse/grafiken/geometrie/s…
Alle drei hier rot gezeichneten Strahlen gehören zu einem Strahlenbündel, das von einem Punkt ausgehen. Sie werden auch in einem Punkt zusammengeführt. Du kannst in Gedanken mal die gesamte Zeichnung an der optischen Achse spiegeln und erhältst so eine Konstruktion für den Strahlengang von einem Punkt der unterhalb der optischen Achse liegt. Die beiden Zentralstrahlen (ZS in der Abbildung und in Deiner Vorstellung) laufen natürlich auseinander. Das hat aber nur mit der Größe des Bildes zu tun. Für die Schärfeebene ist der Punkt verantwortlich, in dem die Strahlen eines Bündels zusammenlaufen.
Michael