Schaffe die pflege von meinem sohn alleine

… nicht mehr.ich bin 75 J und mein Sohn 50 J. ist seit 1.5 Jahren ein Pflegefall er kann die Beine nicht mehr bewegen und dazu hat er sich den Oberschenkelhals gebrochen bei dem versuch sich in den Rollstuhl umzusetzen.Er kann die Beine nicht mehr bewegen,jetzt habe ich das Problem das er nicht mehr selbst seinen Urin kontrollierten kann also geht alles ins Bett.Das Problem mit dem Urin liegt wohl daran das er sehr oft Schlaftabletten nimm.Da er laut seiner aussage die schmerzen sonst nicht aushält .Er ist so schwer das ich das alleine nicht schaffe einen Pflegedienst hat er abgelehnt und wieder nach hause geschickt ich weiß nicht mehr was ich tun soll.Er ist seit 30 Jahren drogenabhängig und seit 5 Jahren im Polamidon Programm.Bis zu seiner Lähmung war das alles soweit in Ordnung seit 2 Monaten nimmt er wieder Schlaftabletten und wird dann mir gegenüber Aggressiv und behandelt mich wie einen Sklaven.Wenn ich versuche grenzen zu setzen macht er mir solange Schwierigkeiten bis ich wieder nachgebe.Es ist doch mein Sohn dachte ich muss ihn aus Mutterpflicht Pflegen,aber ich kann einfach nicht mehr,ich weiß nicht mehr weiter wer hilft mir und an welche Behörde kann ich mich wenden.Meine Gesundheit Leidet z.Z sehr unter diesen Anstrengungen.

Danke für eure Hilfe
Gisela

das kann ich alles sehr sehr gut verstehn.
Da hat der Sohn nur 2 Möglichkeiten:
Entweder wird die Pflege komplett ausser Haus übernommen oder er akzeptiert den Pflegedienst mit Hilfe von seiner Mutter! Punkt!!
Ein Sprichwort sagt: Wer pflegt, wird selber krank und das kann nicht im Sinne vom Sohn sein!
An den nächsten Pflegedienst wenden. Dann kommt jemand vorbei und Ihr könnt alles durchsprechen, auch wie dann die Kosten sind.
Weiss jetzt nicht, was für eine Pflegestufe er hat und ob diese erhöht werden kann. Da hilft auch der Pflegedienst weiter!
Es gibt unzählige Patienten, die den Pflegedienst erst ablehnen, aber die Erfahrung zeigt, wenns mal läuft, können sie es kaum erwarten, bis die nette Schwester oder der nette Pfleger kommt!
Pflege darf nicht auf Kosten des Pflegenden gehn, das MUSS er nun mal einsehn.
Anbei noch eine Seite, wo man gut Auskunft kriegt, da sind viele Schwestern.
http://www.krankenschwester.de/forum/

Hallo Gisela,

großen Respekt vor Ihrer Leistung!!

Ich denke schon auch, dass es irgendwie sowas wie eine Mutterpflicht gibt. Aber die steht deutlich hinter dem Selbstschutz.

In erster Linie muss es Ihnen gut gehen, sonst können Sie sich nicht mehr um Ihren Sohn kümmern.

Wenn dieser abhänig ist, wird er auch keinen klarern Blick für die Situation haben und kann nicht beurteilen wie schwer die Situation für Sie ist.
Haben Sie nicht irgendwelche Verwandten, mit denen Sie reden können? Noch ein Kind? Ne Nichte?

Überlegen Sie sich ganz klar was Sie wollen und was Sie leisten können!!
Und wenn die Pflege ganz abgegeben werden muss, dann ist das auch ok.
Und dann gehen Sie mir Unterstützung zu Ihrem Sohn und sagen ihm ganz klar Ihren Standpunkt.
Ab da liegt es einfach an Ihnen standhaft zu bleiben.

Wenn er den Pflegedienst ablehnt, ist das seine Sache. WIrd er eben nicht gewaschen. Er ist kein kleines Kind mehr.
Ggf. wäre es vielleicht auch mal eine Idee über eine gesetztliche Betreuung nachzudenken. Zusammen mit dem Hausarzt.

Alles Gute und denken Sie mehr an sich!

Jenny

[MOD Volker]
Hallo Gisela,

auch von mir Respekt für Deine Leistung.

Bitte vermeide Doppelpostings, da dann die Antworten gestreut werden. Mancher User macht sich die Mühe zu antworten und im anderen Thread steht schon die Lösung, das ist nicht fair.

Ergänzungen u.ä. kannst Du ja als „Antwort“ an Dein eigenen UP anhängen.

Ich wünsche Dir, dass Du Antworten bekommst, die Dir helfen.

MfG Volker

Hallo erstmal,

wie heißt es doch so schön: „Liebe deinen Nächsten, wie Dich selbst!“. Von totaler Selbstaufgabe ist da nicht die Rede! Und diesen Spagat zwischen der Selbst- und der Nächstenliebe zu schaffen, ist nicht einfach. Ganz viele pflegende Angehörige geraten zunächst nur geringsfügig, später oft ganz massiv in eine Situation, in der die Pflege zum einzigen und wichtigsten Lebensinhalt wird, und es zu einer vollkommenen Selbstaufgabe bis hin zu schweren gesundheitlichen und psychischen Konsequenzen kommt. Dies kann auch nicht im Sinne der Gepflegten sein, denn oft mit solcher Überforderung einhergehende Agression verschärft die Situation nur, und am Ende steht der vollkommene Ausfall der präferierten Pflegeperson.

Insoweit rate ich auch zu der klaren Ansage, dass entweder jetzt und sofort Unterstützung durch einen Pflegedienst akzeptiert wird, und ansonsten die Heimunterbringung unausweichlich ist.

Und tatsächlich ist es ganz oft so, wie auch schon in den anderen Antworten beschrieben: Es ist eine unglaubliche Angst der Betroffenen vor dem unbekannten, unpersönlichen Pflegedienst vorhanden. Wenn sich dieser aber in Schwester Maria oder Pfleger Martin personalisiert, sieht die Welt schnell ganz anders aus.

Insoweit bietet es sich bei verhärteten Fronten auch durchaus mal an, einfach als pflegender Angehöriger das Gespräch mit einem Pflegedienst zu suchen, dann einen Termin vor Ort zu machen, und dem Betroffenen dann Schwester X oder Pfleger Y vorzustellen, und die beiden dann mit der Bemerkung alleine zu lassen, der Betroffene solle doch mal sagen, was er gegen genau diese Person hätte, und dass er sich der Situation bewusst sein müsse, dass er diese eine Person jetzt zwar gerne aus wohl erwogenen sachlichen Gründen ablehnen könne, dann aber morgen die nächste im Zimmer stehen würde. Und sollte es keine nachvollziehbaren konkreten Ablehnungsgründe geben, würde eben am dem nächsten 1. ein Heim anstehen. So etwas hebt die Kompromissbereitschaft ungemein, und persönlich sagen eher weniger Menschen Schwester X oder Pfleger Y auf den Kopf zu, dass sie sie nicht mögen.

Und sobald ordentliche Pflege organisiert ist, bitte an den Eingangssatz denken, und mal wieder was in Selbstliebe investieren. Nur so erhält man sich die Kraft, die man zur Pflege - auch mit professioneller Unterstützung - braucht.

Gruß vom Wiz

Liebe Gisela S. !

Ich möchte dir mein ganzes tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken, deine Erschöpfung ist aus deinen Zeilen heraus lesbar.

Du empfindest eine Mutterpflicht gegenüber deinem Sohn. Das kann ich verstehen.
Du hast aber AUCH eine Pflicht gegenüber dir selbst, wenn schon dein Sohn leider nicht in der Lage ist, nun im Erwachsenenalter für dich mit zu sorgen. Du dienst ihm nicht wirklich damit, wenn du dich in dieser Weise aufopferst, denn dann wirst du eines Tages gar nichts mehr für ihn tun können, da du selber dann keine Kraft mehr hast.

Das Einschalten eines sozialen Dienstes ist unerlässlich.
Sowohl zum Schutz und zur Fürsorge für dich, als auch zum Schutz und zur Sorge für deinen Sohn. Dieser will sicher nicht bewußt deine Zerstörung vorantreiben, tut es aber unbeabsichtigt durch seine Sucht und seine Krankheit. Das darfst du nicht weiterhin geschehen lassen.

Ich möchte dir empfehlen, dich an eine sozialpsychiatrische Beratungsstelle, oder an den kommunalen Sozialdienst zu wenden mit der Bitte um Beistand bei der Lösungssuche.
(An manchen Orten gibt es auch gute Seniorenbeiräte von den kommunalen Einrichtungen oder Seniorenberatungen. In meiner Stadt findet man darüber Informationen bei den Bürgerämtern. Das wäre nicht meine erste Wahl, aber vielleicht fiele es dir leichter, über solche Ansprechpartner weitere Möglichkeiten zu erfahren.)

Und deinem Sohn gegenüber deutlich zu vertreten, dass du es allein ohne fremde Hilfe nicht schaffen kannst, auch wenn ihn das vielleicht wütend macht und er dir evtl. mit Vorwürfen begegnet. Bedenke, dass auch dieses Verhalten aus seiner Krankheit resultiert, aber nichts an den Tatsachen ändert.

Bitte suche zunächst einen Ansprechpartner FÜR DICH. Vielleicht gibt es zusätzlich auch jemanden im Familien- oder Freundeskreis ?

Ich wünsche dir viel Kraft und den Mut, auch für dich zu sorgen.
Ich wünsche dir Glück und Beistand.

Herzlichst
jg

Hallo Gisela,

Hut ab vor deiner Leistung.
Ich möchte nur noch etwas ergänzen…du hast ja schon einige gute Ratschläge bekommen…
Wende dich auch an die Stelle die das Polamidonprogramm deines Sohnes organisiert.
Dort sollte es Sozialarbeiter oder Psychologen geben mit denen du über die Probleme bei der Versorgung deines Sohnes sprechen kannst. Sie sollten auch informiert werden dass der zusätzlich Medikamente nimmt.
Noch etwas Grundsätzliches zum Thema „Schmerz“. Wenn dein Sohn wirklich Schmerzen hat sind die Schlaftabletten natürlich sinnlos weil sie ihn nur „betäuben“ aber keine schmerzlindernde Wirkung haben. Er hat keine normale Schlafphasen mehr, ist nicht mehr ausgeruht…sowas ist für einen Menschen der durch langjährigen Drogenkonsum eh schon eine veränderte Psyche hat natürlich Gift.
Es wäre wichtig, dass mal mit dem Arzt zu besprechen der deinem Sohn die Schlaftabletten verschreibt.

Ansonsten möchte ich mich den Vorschreibern anschliessen - die Versorgung eines suchtkranken, nicht kooperativen Rollstuhlfahrers durch nur eine! Person die noch dazu schon im Rentenalter ist - das geht nicht.
Ich denke du hast jetzt schon sehr lange dein eigenes Leben und deine Gesundheit für deinen Sohn hergegeben und es wäre an der Zeit andere Lösungen zu finden.
So hart das klingt - aber dein Sohn ist durch den Drogenmissbrauch vielleicht gar nicht mehr in der Lage die Situation zu begreifen und du bist gezwungen Massnahmen gegen seinen Willen durchzusetzen um nicht selber vor die Hunde zu gehen. Das Thema „Betreuung“ wurde ja schon angesprochen.

ich wünsche dir viel Kraft und Mut

Susanne