Schall statt Licht in der Relativitätstherorie

Liebe Wissenden,

es ist ein bescheuerter Titel, ich weiß :wink:
Aber heute morgen ist mir eine Frage in den Kopf geschossen:

Ihr kennt ja wahrscheinlich die Relativitätstherorie. Und die sagt ja unter anderem aus, dass wenn ich jetzt z.B. in einen Zug einsteige, und eine Taschenlampe in Fahrtrichtung einschalte, dann verändert sich die Geschwindigkeit des Lichts nicht. Anders, als wie wenn ich in Fahrtrichtung zu Fuß gehe. Dann würde die Geschwindigkeit v=vFuß+vZug lauten (der Index ist auch doof, aber egal :wink: ). Die Lichtgeschwindigkeit bleibt aber konstant => vc+vZug=vc (ich hoffe, ich irre mich nicht, dass c das Zeichen für Lichtgeschwindigkeit ist).

Aber was würde passieren, wenn wir die Tschenlampe durch einen Tongenerator ersetzen würden?
Bleibt die Schallgeschwindigkeit eigentlich konstant?
Würde der Ton dadurch tiefer oder höher werden (je nachdem, wo sich der Tongenerator und das Mikrofon befindet)?

Ich habe mal den Opernsänger durch einen Tongenerator, und meinen Klassenvorstand durch das Mikrofon ersetzt gg* (ist genauer :wink: ).

Danke im Voraus,
Alexander.

Hallo!

Ihr kennt ja wahrscheinlich die Relativitätstherorie. Und die
sagt ja unter anderem aus, dass wenn ich jetzt z.B. in einen
Zug einsteige, und eine Taschenlampe in Fahrtrichtung
einschalte
, dann verändert sich die Geschwindigkeit
des Lichts nicht. Anders, als wie wenn ich
in Fahrtrichtung zu Fuß gehe. Dann würde die Geschwindigkeit
v=vFuß+vZug
lauten (der Index ist auch doof, aber egal :wink: ). Die
Lichtgeschwindigkeit bleibt aber konstant =>
vc+vZug=vc
(ich hoffe, ich irre mich nicht, dass c das
Zeichen für Lichtgeschwindigkeit ist).

c ist zwar schon das Zeichen für Lichtgeschwindigkeit. Die Formel sieht aber erheblich komplizierter aus:

u = (u’ + v)/(1 + u’v/c²)

Dabei sind
v: Die Geschwindigkeit des Zuges.
u’: Die Geschwindigkeit des Fußgängers, des Lichts, des Schalls oder was auch immer bezogen auf den Zug.
u: Die Geschwindigkeit von „was auch immer“ bezogen auf den Bahndamm.

Wenn alle Geschwindigkeiten viel kleiner sind als die Lichtgeschwindigkeit steht da

u = (u’ + v)/(1 + ungefähr 0) = u’ + v

(Das ist die Formel, die Du angegeben hast.)

Wenn wir über Licht sprechen, dann gilt u’=c, also

u = (c + v)/(1 + cv/c²)

= (c + v)/(1 + v/c)

= c(c + v)/(c + v)

= c

Also bewegt sich das Licht auch für jemand am Bahndamm mit Lichtgeschwindigkeit.

(Ich hoffe, Du kannst trotz Deines Alters dieser Rechnung folgen).

Aber was würde passieren, wenn wir die Tschenlampe durch einen
Tongenerator ersetzen würden?
Bleibt die Schallgeschwindigkeit eigentlich konstant?

Die Schallgeschwindigkeit ist - im Gegensatz zum Licht - immer an das Ausbreitungsmedium, also an die Luft, gebunden. Diese steht entweder im Zug still, so dass für alle Fahrgäste die Schallgeschwindigkeit gleich ist, oder sie bläst als Fahrtwind am Zug vorbei. Dann ist es tatsächlich so, dass sie für die Fahrgäste der Schall scheinbar schneller nach hinten fortbewegt als nach vorne.

Anschauliche Folge: Wenn zwei Düsenjets mit Schallgeschwindigkeit hintereinander her fliegen, „hört“ der hintere zwar den vorderen, aber nicht umgekehrt.

Würde der Ton dadurch tiefer oder höher werden (je nachdem, wo
sich der Tongenerator und das Mikrofon befindet)?

Ja, das nennt sich Doppler-Effekt. Das Mikrofon, auf das sich der Zug zu bewegt, registriert einen höheren Ton, als das Mikrofon, von dem sich der Zug weg bewegt. Der Dopplereffekt tritt nicht auf, wenn sich beide (Lautsprecher und Mikrofon) mit der gleichen Geschwindigkeit in die gleiche Richtung bewegen.

Michael

(Ich hoffe, Du kannst trotz Deines Alters dieser Rechnung
folgen).

Naja, wenn ich es mir noch ein paar mal durchlese, vielleicht schon :wink:

Ja, das nennt sich Doppler-Effekt.

Das hab´ ich schon mal gehört. Das ist ja der Effekt, der auftritt, wenn ein Rettungswagen mit Sirene an dir vorbeifährt.

Danke für deine Erklährung,
Alexander.

Wenn wir über Licht sprechen, dann gilt u’=c

Das würde aber nur unter der Voraaussetzung gelten, dass im Zug Vakuum herrscht. Dann wird es aber schwierig mit dem Schall. Handelt es sich dagegen um einen ganz gewöhnlichen mit Luft gefüllten Zug, dann gilt für das Licht genau dasselbe, wie für den Schall. Es bewegt sich gegenüber der Luft mit der für dieses Medium typischen Ausbreitungsgeschwindigkeit u’ = c/n, wobei n der Brechungsindex ist. Daraus folgt dann

u = (c/n + v)/(1 + cv/nc²) = c(c/n + v)/(c + v/n)

Mit n=1,000292 verhält sich die Luft hier aber fast wie ein Vakuum. Wenn der Zug mit 100 km/h fährt, weicht die Geschwindigkeit des Lichtes für einen auf dem Bahnsteig stehenden Beobachter nur um 0,06 km/h von der im Zug ab.

Das hatt nix mit der Relativitätsteorie zu tun.
Ich würde eher sagen das geht wie bei einen Flugzeug:
erst sieht man das Flugzeug dan höhrt man den Schall.
Wenn man mit Überschallgeschwindigkeit fliegt gib’s nen Knall.

Ich würde eher sagen das geht wie bei einen Flugzeug:
erst sieht man das Flugzeug dan höhrt man den Schall.

Stimmt, die Augen sind ja auch weiter vorne als die Ohren.

Wenn man mit Überschallgeschwindigkeit fliegt gib’s nen Knall.

Nicht nur da …