Hallo zusammen,
vielleicht weiß jemand mehr: Ich habe ein Zimmer zu einer sehr lauten Straße (Autobahn). Es ist ein modernes Schallschutzfenster (1990, 45 db) eingebaut. Die Fenster schließen dicht, der Schalldämmwert ist nach meinen Erkundigungen außerordentlich hoch. Allerdings kommt immer noch ein permanentes tieffrequentes Rauschen durch. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, ein zweites Fenster (zweite Fensterreihe) einzubauen. Das geht baulich recht gut.
Es stellt sich mir nun aber die Frage, ob ich dieses zweite Fenster ebenfalls mit sehr, sehr teurer Schallschutzverglasung (43dbA) versehen muss um wirklich Ruhe vor der Straße zu haben, oder ob gewöhnlicher Schallschutz (39dbA) oder sogar einfaches Glas (34dbA) schon den gewünschten Erfolg bringt.
Hat jemand Erfahrung mit sowas? Es gibt ja oft diese Schallschutzlösungen mit zwei Fensterreihen. Weiß jemand, ob das innere Fenster auch Schallschutzverglasung aufweisen muss oder ob hier eine normale Scheibe reicht?
Bitte keine Antworten, nach dem Motto, das beste böte auch die beste Dämmung. Das ist mir schon klar. Allerdings kostet das auch doppelt so viel. Ich möchte insofern eine Lösung, deren Preis-Leistungsverhältnis stimmt
Vielen Dank.
Hallo,
ich als Laie würde jetzt sagen, der Schall von der Autobahn übertragt sich auf die gesamte Fassade des Hauses. Dort findet er den Weg in die Wohnung z.B. über die Betondecken, die ja bis außen durchgeführt sind. Dann würden auch zusätzliche Fenster meiner Laien-Meinung nur Geld verschlucken
Gruß
Jürgen
ich als Laie würde jetzt sagen, der Schall von der Autobahn
übertragt sich auf die gesamte Fassade des Hauses. Dort findet
er den Weg in die Wohnung z.B. über die Betondecken, die ja
bis außen durchgeführt sind.
Vor allem, nachdem es sich um tiefe Frequenzen handeln soll. Die bekommt man nicht so einfach in den Griff, das dürfte schon etwas mehr kosten.
Also es gibt eine Etage tiefer eine baugleiche Wohnung, die hat aber kein Fenster zu dieser Straße, sondern eine Wand. Dort hört man absolut nichts. Insofern bin ich mir sicher, dass es am Fenster liegt.
In Tonstudios etc. verwendet man ja auch mindestens zwei Fensterreihen. Im Prinzip müsste das also etwas bringen.
Die tiefen Frequenzen bekommst Du nur durch Masse (also, im warsten Sinne des Wortes: Gewicht) in den Griff. Daher funktioniert eine Wand da prima. Ein zweites Fenster nur dann, wenn da viel Masse (drei Scheiben etc) im Spiel ist.
Ja, das habe ich mir schon gedacht, aber ich bin immer noch unschlüssig:
Ich habe für die vorhandene Verglassung nun eine Schalldämmkurve. R’w beträgt 45dB, wobei die Dämmeigenschaften im Bereich von 100-125 Hz mit 30dB angegeben sind und ab 500Hz auf über 50dB steigen. Insofern ist dies wohl der Grund, warum vom Straßenverkehr ein Rauschen durch kommt.
Nun habe ich für dieses Zweite Fenster die Wahl zwischen Glas mit einer Schalldämmung von R’w 28dB, 39dB oder 43dB. Der Preisunterschied beträgt jedes Mal etwa 500 EUR, also die höchste Klasse kostet mich 1000 EUR mehr, als das billigste. Schalldämmkurven sind für die Gläser nicht zu erhalten. Es ist aber auch hier davon auszugehen, dass alle Klassen im Bereich 100-125 Hz eher geringer dämmen. Das ist ja typisch. Ich denke so 10dB, 20dB oder 30dB.
Wenn nun das vorhandene Fenster im Bereich 100-125 Hz 30dB dämmt, dann heißt das aber wohl nicht, dass nur noch 30dB verbleiben, oder? Es könnten ja auch mehr bzw. weniger dB sein, denn letztendlich ist dafür doch der Verkehrslärm entscheidend. Und wenn ich dann als zweites Fenster das Glas mit der geringsten Dämmung (28dB) einbaue, die in diesem niederfrequenten Bereich vielleicht 10dB dämmt, habe ich dann nicht möglicherweise schon 0 oder annähernd 0? Oder MUSS es tatsächlich das Glas mit der höchsten Dämmung (43dB) sein, dass im niederfrequenten Bereich wohl noch 30dB dämmt.
43dB ist - so wie ich es verstanden habe - ein sehr hoher Dämmwert für Glas, der nach den Bauvorschriften zum Schallschutz gegen hohen Verkehrslärm bereits ausreichend ist und dem entspricht, was meine Fenster (mit noch höheren 45dB) bereits leisten. Ich habe jetzt einfach die Sorge, dass es rausgeschmissenes Geld wäre, vorhandene 45dB mit weiteren 43dB zu dämmen. Dann hab ich hinter beiden Scheiben zwar vielleicht sichere Totenstille. Aber die hätte ich vielleicht auch schon bei zweiter Dämmung mit nur (immer noch teuren) 39dB oder sogar mit billigen 28dB, denn Rauschen nach vorhandenen 45dB könne mit weiteren 28dB vielleicht bereits völlig verschwinden.