Schallschutz am Boden?

Hallo zusammen!

Ich ziehe in eine neue Wohnung in der einen Stock unter mir ein Neugeborenes wohnt. Die Schalldämmung ist in diesem Haus bescheiden, Baujahr ca. 1974. Grundsubstanz Beton, Schall überträgt sich herrlich. (Weiß ich, weil ich jetzt ein Haus weiter wohne ;o) ).
Nun meine Frage: Gibt es einen Bodenbelag, der extram Schall absorbiert? Ich würde diesen dann auf dem jetzt vorhandenen Laminat auflegen und Teppich-Auslegeware darüber. Geht das?

Liebe Grüße
Schmusedecke

Hallo,

gute Trittschalldämmung (Schutz gegen Körperschallübertragung) erzielt man durch Mehrschichtenaufbau, Entkopplung und Verwendung von Materialien unterschiedlicher Masse und Biegesteifigkeiten. Klassisches Beispiel: Estrich (schwer, hart) auf Dämmstoff(leicht, flexibel). Wenn Laminat auf Estrich bereits gelegt und die Trittschalldämmung miserabel ist, kann man die meisten Fehler aus der Vergangenheit ohne größeren Aufwand nicht mehr korrigieren. Teppich ist hier mehr oder weniger Makulatur. Er dämpft ein wenig die „hohen“ Trittgeräusche (Absätze etc.), tieferfrequente wie Trampeln oder rennen kaum noch. Besser als nichts zwar, aber nur bedingt tauglich.

Franz

Hallo Franz!

Danke schon mal für deine Antwort! Ich will ja allerdings gar nicht den Schall meiner Geräusche wie Tritte o.ä. abwehren, sondern vor allem das Babygeschrei von unten. Da müsste doch aber ein dickerer Teppich helfen, oder? Oder hast du noch andere Ideen? Der Schall wird ja leider auch über die Betonwände übertragen, da diese aber nicht schwimmend angebracht sind, sondern direkt mit dem Boden verbunden, fällt mir keine Lösung ein…

Grüße, Schmusedecke

Hallo schmusedecke
Ob Babygeschrei, Autobahnlärm, Fluglärm, Fahrzeugmotoren oder Geräte mit überdurchschnittlichen Lautäußerungen, allen ist gemeinsam, dass der Schall an der Quelle gedämpft werden muss.
Während man an der Quelle durchaus auf Werte von 10% des Ursprungswerts kommen kann, ist bei Dämmung am Empfänger bestenfalls 60…80% des Ursprungswerts möglich.
Das hängt unter anderem mit der von dir schon erkannten Verbreitung des Schalls zusammen.
Ich hoffe doch, das Baby schreit nicht immer…

Gruß

Rochus

Hallo,

eine Betondecke wird „hochfrequentes“ Babygeschrei weitgehend dämmen zu benachbarten Räumen. Babygeschrei = Luftschall, welcher z.B. die Betondecke in Schwingung versetzen muss, damit dieser Luftschall übertragen wird. Unwahrscheinlich bei der Masse einer Betondecke :smile:

Bei Betonbauweise sollte man sich auf deren Schwachstellen konzentrieren: Über mehrere Etagen duchlaufende Installationsschächte (Wasser, Heizung), Kamine oder Leerrohre für Elektroinstallationen (Strom, Antenne, von Dose zu Dose) in den Wänden. Hier wird Luftschall häufig relativ schwach gedämmt von einer Etage in die nächste übertragen.

Der Schall wird ja leider auch über die Betonwände übertragen

Richtig, über die genannten Schwächungen. Zumindest was normale Lärmquellen wie Babygeschrei, Unterhaltungen, Radio etc, anbelangt.

Franz