Schallschutz Wohnungswand

Hallo,
habe da ein Problem,
wohne in einer Doppelhaushälfte, mit 24 cm Mauerwerk, Holblocksteine.

Möchte wegen Lärmbelästigung der Nachbarn meine Wohnwand, so gut wie möglich Schalldämmen.

Meine Idee:

Ständerwand aus Blech,
1 cm Luft,
Verbundschaummatten 4 cm dick, Raumgewicht 120Kg/m³,
Rigipsplatte, die Blaue.
zum Verschrauben Kunststoffschrauben wegen der Resonanz.

Sind Verbundschaummatten überhaupt geeignet oder ist Stein oder Glaswolle besser?

mit der Bitte um Rat.

mfG

Richter

Hallo Hr.Richter,

grundsätzlich gilt: je größer der Abstand der Rigipsplatte und je schwerer die Platte (d.h. ggf. 2 Platten kreuzweise) dest besser die Dämung bei tiefen Frequenzen. Als Absorber im Hohlraum Miwo-Platten o.Rollen mit ca. 40-60 kg/m³ Raumgewicht. Der Hohlraum muß nicht vollständig mit Miwo ausgefüllt werden, d.h. bei Abstand 10 cm reicht 5 cm dicke Wolle, aber über ganze Fläche. Starre Verbindungen zwischen Tennwand und Vorsatzwand möglichst vermeiden, d.h. elastisch Einspannen der UK zwischen Boden und Decke.

M.f.G. Dr. F.

Hallo Herr Richter

ich habe nur wenig Erfahrung auf dem Gebiet der Bauakustik, mein Tätigkeitsgebiet war die Maschinenakustik.
Trotzdem einige Anmerkungen zum Problem.
Im angefragten Fall geht es um die Verbesserung der Schalldämmung durch den Aufbau einer mehrschalige Wand, wobei ein Bauteil - Massivwand – bereits vorhanden ist. Ordnet man zwei einschalige Bauteile in dichten Abstand hintereinander an, so ist ihre Schalldämmung höher als die eines einschaligen Bauteils gleicher Masse. Der Gewinn an Schalldämmung hängt dabei im Wesentlichen davon ab, wie starr die beiden Schalen aneinander gekoppelt sind. Bei vollständiger Kopplung wirkt das Bauteil wie ein einschaliges und bei völliger Entkopplung addieren sich die Schalldämmmaße beider Einzelschalen. In der praktischen Realisierung tritt immer eine Kopplung zwischen den Schalen immer auf. Bei Leichtbauwänden besteht eine Kopplung über das zwischen den Schalen eingeschlossene Luftpolster und eine weitere Kopplung kommt über das Metall- oder Holzständerwerk hinzu. Durch diese Kopplung wird die Schallenergie, die auf die erste der beiden Bauteilschalen trifft, zum Teil als Luftschall und zum Teil als Körperschall auf die zweite Schale weitergeleitet und von dort in den Nachbarraum abgestrahlt. Wegen dieser Kopplung kann ein zweischaliges Bauteil als Masse-Feder –Masse-System aufgefasst werden, dass eine ausgeprägte Resonanz aufweisen kann. D.h., dass das Schalldämmmaß von zweischaligen Bauteilen in den einzelnen Frequenzen sehr stark schwanken kann, von keine Verbesserung bis zum erheblichen Gewinn an Schall-dämmung. Zur Frage, welches Material als Füllmaterial verwendet werden soll, sollte das Material zu Einsatz kommen, welches das größte Raumgewicht hat - in der Bauakustik spielt das sogenannte Massegesetz eine wichtige Rolle. D.h. die Luftschalldämmung von Vorsatzschalen ist umso besser ist, je höher die flächenbezogene Masse ist.
Soweit die Theorie (siehe Fasold/Sonntag/Winkler, Bauphysikalische Entwurfslehre, VEB für Bauwesen, 1.Auflage,1987).
Praktische Erfahrungen habe ich bezüglich der Bauausführung nicht. Ich kann nur auf das Info-Material der Firma Knauf verweisen.

http://www.knauf.de/content/de/tools_downloads/downl…

http://www.knauf.de/content/de/trockenbau/schallschu…

http://www.knauf.de/content/de/trockenbau/schallschu…

Mit freundlichen Grüßen

Krüger-Dieskau