Hallo, wir haben ein Eckgrundstück in einem Wohngebiet. Leider hat der Verkehr sehr zugenommen und außerdem werden wir immer wieder von Skatergruppen regelrecht terrorisiert. Die Terrasse ist kaum nutzbar. Nun meine Frage: wer führt Schallschutzmessungen durch bzw. kann uns entsprechenden Rat geben, WAS wir am besten baulich machen. Z. B. Schallschutzwände oder unsere überdachte Terrasse mit Glaswänden schließen oder oder. Wäre dankbar, wenn mir jemand einen Hinweis geben könnte, wen man kontaktieren kann. Danke, Kerstin.
Hallo Kerstin,
was ist genau dein Ziel? OK - du willst (wieder) ruhiger haben. Auf welche Wege das generell erreicht werden könnte, hast du vage angerissen: Den LärmEmission (Lärmquelle) oder die LärmImmission (da, wo es reingeht) mindern.
Wenn du an der Ursache arbeiten willst, dann brauchst du bei den Lärmquellen Verkehr und Skater Verbündete. Generell dürfte das sehr schwierig sein. Warum hat der Verkehr zugenommen? Wird das Wohngebiet bspw. als Schleichweg genutzt und du hast Verbündete, dann besteht die Chance, die Wegesituation derart zu gestalten, dass sie für Schleichfahrer unattraktiv wird bzw. durch andere Straßenführung das gar nicht mehr möglich ist. Liegt die Ursache darin, dass bspw. ein Neubaugebiet angeschlossen wurde und die einfach bei euch vorbei müssen, dann ist das ungleich schwieriger. Was die Skater angeht: Wo genau skaten die? Wie viele sind das? Kann man ggf. organisieren, dass die eine Ausweichstelle bekommen?
Wenn du bei dir was machen willst, dann geht das gar nicht so ohne weiteres. Das sind genehmigungsbedürftige bauliche Maßnahmen (Eine Terrasse zum Wintergarten machen, Schallschutzwände, wie auch immer du dir die vorstellst). Je nach Größe der Kommune kommst du da fürs erste mit dem Umweltamt weiter. Guck mal in deiner Kommune unter dem Stichwort Umgebungslärmrichtlinie.
Die eigentliche Lärmmessung dürfte erst einmal nicht viel bringen. Was man als Orientierung machen kann: Beim Bauamt gucken, in welches Gebiet man eingestuft ist (allgemeines, reines Wohngebiet…). Für Verkehrslärm gibt es Rechner, bei denen man dann mal Autos zählen muss:
http://www.vcd.org/181.html
So ein Gutachter kostet einige hundert Euro. Und das würde ich erst dann investieren, wenn du es wirklich brauchst. Weil: Selbst, wenn du weißt, dass bspw. in deinem Wohngebiet nur 50 dB erlaubt sind, tatsächlich aber 58 dB anfallen, hilft dir das erst einmal gar nicht weiter. Weil dadurch bei den beiden problematischen Lärmquellen sich daraus keine Verpflichtung für wen auch immer ableitet, da was zu reduzieren.
LG Petra