Hey,
Es gibt z.B. von Sennheiser Kopfhörer, die Schallwellen der Aussenwelt
(bei Tragen des Kopfhörers) analysieren und kompensieren können, was zu
einer deutlichen Reduktion der Störgeräusche durch die Aussenwelt
führt.
Würde dieses System auch in einem Raum funktionieren? Mal angenommen
man würde dieses System an eine herkömmliche Hifi-Anlage samt
Lautsprecher anschliessen, so würde es jedesmal aktiv die Schallwellen
kompensieren sobald welche entstehen.
Würde es funktionieren? Falls ja, wie gut? jegliche Ideen willkommen.
Würde dieses System auch in einem Raum funktionieren?
Würde es funktionieren?
NEIN.
Die Schallgeschwindigkeit beträgt grob 330m/s. Bei 1kHz ergibt das eine Wellenlänge von 30cm.
Die Auslöschung basiert ja darauf, dass sich zwei Wellen welche 180° verschoben sind, sich gegenseitig kompensieren.
Wenn also die Schallquelle und die Antischallquelle bei 1kHz 15cm verschoben sind, wird es doppelt so laut !!
Schall breitet sich Kugelförmig aus. Wenn also die beiden Schallquellen versetzt sind hast du Zonen im Zimmer welche ruhig sind und welche die doppelt so laut sind.
Danke für deine Antwort.
Gibt es eine andere Lösung um den gewünschten Effekt zu erreichen?
Oder:
Mal angenommen, dass es sich um zwei Räume handelt, welche durch eine
Türe miteinander verbunden sind. In dem einen Raum entsteht nun ein
Geräusch, also die Schallwellen, welche von einer Person in dem anderen
Raum wahrgenommen werden. Ist es möglich die Schallwellen zu
kompensieren, sobald sie durch die Türe in den zweiten Raum dringen?
… Ist es möglich die Schallwellen zu
kompensieren, sobald sie durch die Türe in den zweiten Raum
dringen?
Gruß, Andi.
Hallo Andi,
auch eine Tür ist noch viel zu gross, kompensieren kann man an einem Punkt wie eben an einem (!) Ohr, oder am Entstehungsort (z.B. Kompressor) - aber das ist natürlich nur bei Lärm sinnvoll, nicht bei Schall, der teilweise erwünscht ist wie bei einer Stereoanlage. Ausserdem brauchst du die nicht voll kompensieren, abschalten ist viel vernünftiger.
Es gab mal Ansätze im Auto (ich meine, das wäre ein Top-Modell von BMW gewesen, aber nagel mich nicht drauf fest. Ist schon ein paar Jahre her).
Das gab es ein kleines Mikrophon im Himmel über den Fahrersitz, und über die Differenz zwischen ausgestrahltem und empfangenen Ton hat man versucht, die Umgebungsgeräusche zu berechnen und phasenverkehrt einzuspeisen, auf das es sich auslöscht.
Dabei gibts natürlich zwei grundlegende Probleme: Erstens ist bei der Aufnahme das Geräusch schon vorbei, daher kann es aus Prinzip nur bei einem absolut gleichmäßigen Ton oder absolut regelmäßigen Tönen, die sich vorhersagen lassen, klappen.
Und die Sache funktioniert nur an einer einzigen Stelle im Raum (dem Fahrersitz im Auto) wirklich gut.
Ich war seinerzeit vom technischen Ansatz sehr beindruckt: Nach Start des Systems hat es einige Sekunden gedauert, aber dann wurde der gleichmäßige Geräuschpegel (Fahrtwind und Abrollgeräusch der Reifen) doch deutlich wahrnembar abgesenkt, andere Geräusche wie vorbei fahrende Autos, das Klacken der Reifen bei einer harten Bodenwelle etc. dagegen so gut wie gar nicht.
Leider klang auch die Musik mit diesem System ziemlich unnatürlich, in Ermangelung einer besseren Beschreibung will ich es mal als „geschärft“ bezeichnen. Vermutlich der Hauptgrund, warum das wieder in der Versenkung verschwunden ist.
Würde dieses System auch in einem Raum funktionieren?
Ich kenne dieses System nicht gut genug.
Prinzipiell ist es durchaus möglich, Geräusche zu dämpfen. Wie gut das gelingt, hängt von der Konstanz der Geräusche und der Anzahl der Geräuschquellen ab.
Man benutzt dazu ein Mikrofon, das möglichst nahe an der Position sein muss, an der die Sache wirken soll. Das Signal wird auf ein adaptives FIR-Filter gegeben, dessen Ausgang wiederum auf einen Verstärker/Lautsprecher. Das Filter, das einen relativ großen Speicher haben muss (abhängig von den Störungsfrequenzen und der Schall-Laufzeit zwischen Störquelle, Lautsprecher und Mikrofon), wird nun so optimiert, dass am Mikrofon möglichst wenig von den Störungen zu messen ist. Diese Optimierung dauert relativ lange. Deshalb muss die Störung lange konstant bleiben, damit sich das Filter anpassen kann. Bei einer rythmisch arbeitenden Maschine klappt das ganz gut, bei Musik eher schlecht, bei kurzen Geräuschen (Knall) fast gar nicht.
Gruß
loderunner