was soll die seltsame Verbindung zwischen den Spulen
Die beiden Spulen sind Stromkompensiert, also gegenläufig auf einen Kern gewickelt. Der Eisenkern wird also nur mit der Stromdifferenz zwischen den beiden Zweigen (L und N) magnetisiert, also nicht mit dem Verbraucherstrom.
kann man die Erdungsanschlüsse einfach ignorieren?
Nö.
lässt sich die Schaltung zur Berechnung vereinfachen?
Du kannst N mit PE verbinden, was theoretisch auch so ist.
Praktisch hast du natürlich zwischen N und PE die Leitungen, also nochmals ein RLC-Netzwerk.
was soll die seltsame Verbindung zwischen den Spulen
Die Spulenpaare sind jeweils auf einen gemeinsamen Kern gewickelt. Wenn der Strom durch die eine Spule hin, durch die andere zurück fließt, heben sich die entsprechenden Magnetfelder weitgehend auf, die Induktivität dadurch kleiner und dementsprechend der komplexe Widerstand. Das dient dazu, den Nutzstrom des Gerätes möglichst wenig, die unerwünschten Störungen möglichst viel zu ‚bremsen‘.
kann man die Erdungsanschlüsse einfach ignorieren?
Auf keinen Fall. Schau auf die beiden Kondensatoren am rechten Ende. Denk daran, dass der Schutzleiter auch am Gehäuse und angeschlossen und irgendwo im Verteilerkasten auch mit dem Nulleiter verbunden ist. Kapazitiv natürlich auch schon in der Leitung, wo er parallel zu Phase und Nulleiter geführt wird.
lässt sich die Schaltung zur Berechnung vereinfachen?
Eher nein. Ist mir aber ehrlich gesagt zu kompliziert, das jetzt zu durchdenken.
Ich würde im Zweifel versuchen, die Spulenpaare als Trafo zu betrachten. Wicklungssinn dabei beachten.
Das wird eine Nummer zu gross für mich…
Vielen Dank für eure prompten Antworten.
Ich hab mich zu den „neuen Begriffen“ etwas schlau gemacht und die
Aufgabenstellung entfernt sich für meine Kenntnisse etwas zu weit von den
bekannten Baby-Beispielen (Eingangs- mit Ausgangsspannung in Beziehung setzen ->
frequenzabhängiger Übertragungsfaktor -> Bodeplot).
Insbesondere wenn ich ein Diagramm aus einem Datenblatt anschaue:
Drei Kurven? Wurde da die Schaltung jeweils so angepasst, wie der Störungstyp
sie „sieht“ (also. z.B. Gleichtaktstörströme = symm.)?
Abszissenskala im MHz-Bereich, ich dachte die Dinger filtern rings um 50/60 Hz?
Ordinatenskala für Verstärkungen?
Insertion loss noch nie gehört…
Was bedeutet im Schema die Verbindung der Spulen mit „Z“ statt mit „]“
(Wicklungsrichtung? die müsste hier ja schon gegens. sein)?
Wie muss ich die signalabhängige Induktivität der Spulen und den dritten Leiter
(PE) behandeln?
Test des Filters *ohne* angeschlossenen PE-Leiter mit angehängter Aktivbox:
Rauschen und Knacken werden trotzdem etwas gedämpft. Fällt da einfach die
Wirkung der Y-Kondensatoren weg, die zum X-Typ werden (also weniger „Ableitung“
von Gleichtaktstörungen)?
Wenn jemand Lust hat mit mir das durchzuspielen, gerne, würde mich freuen,
ansonsten lass ich es besser bleiben (bis mal viel Zeit vorhanden ist).