Schaub Super Junior

Hi!

Habe ein altes Radio auf dem Dachboden gefunden:
Schaub Lorenz Junior
Wer kann mir sagen, wie alt es ist und wer weiß, wo es Schaltpläne gibt, da keine Anschlussschnur mehr vorhanden ist und ich meine, es sei kaputt. Hier zwei Fotos:
http://www.wistal.de/vorne.jpg
http://www.wistal.de/hinten.jpg

Falls Mail, bitte an [email protected]

Vielen Dank
Daniel

Team: Nachname entfernt

Hi Daniel!

Wer kann mir sagen, wie alt es ist

Der Röhrenbestückung nach stammt es frühestens von 1949, vorher gab es nämlich die UL2 noch nicht.

und wer weiß, wo es Schaltpläne gibt

Frag mal hier: http://www.jogis-roehrenbude.de (im dortigen Forum). Ich bin mir sicher, daß dir dort jemand helfen kann.

da keine Anschlussschnur mehr vorhanden ist

Vorsicht! Schließ es auf keinen Fall einfach so mit neuer Schnur ans Netz an! Es handelt sich um einen sog. Allstromempfänger, d.h. er ist zum Betrieb mit Gleich- u. Wechselspannung gleichermaßen geeignet. Solche Geräte haben i.a. keinen Netztrafo, also ist die Schaltung nicht galvanisch vom Netz getrennt. Je nachdem, wie rum du den Netzstecker einsteckst, kann also das Gerätechassis (und alle damit verbundenen Metallteile) auf vollem Netzpotential liegen!

Also, du hast zwei Möglichkeiten: Entweder, du findest heraus, wo in der genutzten Steckdose die Phase liegt und markierst dir den neuen Netzstecker irgendwie, so daß die Geräte-Masse nicht an der Netz-Phase liegt. Oder du gehst auf Nummer sicher und betreibst das Radio über einen Trenn-Trafo (empfehlenswert).

und ich meine, es sei kaputt.

Sehr wahrscheinlich müssen auf Grund des Alters zumindest einige Kondensatoren gewechselt werden.

Viele Grüße,
Christian

Hallo Daniel,

das Alter schätze ich auch auf etwa 50 Jahre. Schade, daß die Bedienknöpfe fehlen. Die wird man aber beschaffen können. Aber: Nicht wegwerfen! Solche alten Dampfradios bekommt man immer wieder hin, sofern das Gehäuse noch in Ordnung ist.

Die Elektrolytkondensatoren werden ziemlich sicher alle hinüber sein. In den ersten Nachkriegsjahren wurden manchmal keramische Kondensatoren aus Wehrmachtsbeständen verbaut. Die halten ewig und werden auch heute noch wie neu sein. Ansonsten wurden damals mit Teer vergossene Kondensatoren eingebaut oder ein Verguß, der wie trockene Seife bröselt. Das war Murks. Wenn man die Dinger austauscht, defekte Röhren ersetzt (gibts alle noch) und dem Gerät einen Zf-Abgleich gönnt, läuft es wie neu. Irgendwie wirtschaftlich vernünftig ist das natürlich nicht, aber welcher Liebhaber fragt nach Wirtschaftlichkeit!?

Gruß
Wolfgang