Scheidung Mann will kassieren Frau soll bluten?!

Hallo, mal eine Frage: Angenommen ein Paar ist in die Ehe mit Null gegangen. In der Ehe kaufen sie ein gemeinsames Haus, der Mann kauft auf seinen Namen ein Haus und eine Eigentumswohnung, hat Lebensversicherungen, Aktien und die Frau gründet eine kleine Firma, hat einen Pkw und einen Bausparvertrag. Der Mann verläßt die Frau wegen einer anderen und will sie nun abzocken. Frau versucht sich mit allen Mitteln gegen seine völlig überzogenen Forderungen zu wehren und geht zum Anwalt. Ziel der Frau: Gemeinsames Haus und die Firma zu halten und einen realen Ablösebetrag an den Mann zu zahlen. Problem: Der Mann legt einer "Einigung " völlig überzogene Forderungen zugrunde. Frau geht zum Anwalt und läßt Gutachten vom Haus erstellen,welches zur Hälfte noch verschuldet ist und bietet Ablöse in Höhe von Wert abzgl. Kredit-davon die Hälfte unter Berücksichtigung der Werte die der Mann behält- begründet ihre Forderungen somit und bittet Mann seine überzogenen Forderungen zu überdenken. Mann hat bei Trennung den gemeinsamen Kindern in die Hand versprochen, dass er nichts unternehmen würde um ihnen das Zuhause zu nehmen. Frau errechnet anhand nachvollziehbaren Zahlen einen Betrag-Mann will mehr als das doppelte was ihm zusteht und droht nun mit Teilungsversteigerung-das widerum würde bedeuten, dass alles weg ist-oder? Haus und Wohnung des Mannes, gemeinsames Haus und die Firma der Frau? Muss die Frau das so hinnehmen obwohl sie immer und ständig an einer vernünftigen Lösung interessiert war und diese Zahlen auch belegbar sind oder ist sie der Willkür des Mannes ausgesetzt-nur weil er sie abzocken will? Man wird nicht so recht klar-überall steht dass eine Teilungsversteigerung der letzte Weg bei einer unmöglichen Einigung wäre-aber wer überwacht denn ob alles fair und sauber abgeht?

Teilungsversteigerung bedarf eines Antrages. Diesen Antrag darf ein Miteigentümer stellen. Es ist nicht Aufgabe des Gerichtes die menschliche Tragödie die ggf. dahinter steht, zu bewerten.

vnA

Hallo!

Auf Details gehe ich nicht ein, weil schon das Lesen des langen Textes ohne jegliche Gliederung eine Zumutung ist.

Aber dein letzter Satz scheint mir eine Bemerkung wert:

wer überwacht denn ob alles fair und sauber abgeht?

Solche Überwachung gibt es nicht und auch das mit der Scheidung befasste Gericht wäre mit solchem Anspruch überfordert. Allein die Eheleute haben es in der Hand, ob sie sich mit geringsmöglichem Schaden und beiderseitiger Fairness einfach nur trennen wollen oder ob sie ab- und aufrechnen, ob sie nach einiger Zeit wieder gut und sogar vertrauensvoll miteinander umgehen wollen oder lieber den Rest den Lebens mit Hass verbringen, ob sie sich wie die Kesselflicker um jeden Mist streiten oder beiderseitige Interessen ausgleichen.

Haus, Firma - was für ein schöner Streitwert und Parteien, die ihre gegenseitigen Schwachstellen nur zu gut kennen und genau wissen, wo es am meisten weh tut. Ein gefundenes Fressen für Advokaten und die von allen guten Geistern verlassenen Mandanten treiben die Honorare in die Höhe. Wie idiotisch muss man dafür sein?

Gehe mit deinem Noch-Ehemann schön essen, rauche eine Friedenspfeife. Es gab gegenseitige Verletzungen, aber zum Scheitern einer Ehe gehören immer 2, haben beide ihren Teil beigetragen. Vielleicht einer mehr, der andere etwas weniger, aber es ändert nichts mehr. Ihr müsst miteinander reden und eure Trennung miteinander vereinbaren, nur nicht gegeneinander.

Anwälte können bloß Schriftsätze verfassen und der ganze Mist landet mit allen Unwägbarkeiten vor Gericht. Mit beiderseitiger Vernunft, bei der keiner dem anderen Gefühle von Erniedrigung, Schuldeingeständnissen und ähnlichem kontraproduktivem Unfug vermittelt, kann eine Scheidung eine wirtschaftlich erträgliche und rechtlich zügig erledigte Sache sein. Man kann aber auch eine ruinöse Katastrophe daraus machen, die außer den beteiligten Anwaltskanzleien nur Verlierer zurück lässt.

Gruß
Wolfgang

DP allgemeine rechtsfragen (owt)