Scheidung oder Schuldenfalle?

Hallo zusammen,

ich hab grad mal was zusammengschustert (fast wie aus dem richtigen Leben *g) und hätte da gerne mal Eure Einschätzung dazu gehört:

Also nehmen wir mal folgendes Szenario an:

Mann M und Frau F trennen sich (zunächst nur räumlich -er hat ein Zimmer gemietet).
Nehmen wir mal an, wegen unüberbrückbarer Differenzen (teils subtile und öffentliche Demütigungen teilw. auch Gewalt)
Es gibt gemeinsame Kinder 1 2 3.
Bis auf wenige Monate hat M den Lebensunterhalt der Familie alleine als Angestellter bei div. Firmen bestritten.

Im letzten Jahr machte er sich (nehmen wir an ohne Startkapital) im Handwerk selbständig und hatte auch eine Art Arbeitslosenversicherung AV abgeschlossen.
Alle rieten ihm von diesem Schritt ab oder wiesen ihn auf die Gefahren hin.

Es kam wie es kommen mußte, die Firma ist pleite, M hat sich arbeitslos gemeldet, die AV zahlt nicht, weil er
keine 12 Monate eingezahlt hatte, sondern genau 11.

Geld für Steuern etc pp wurde ebenfalls nicht zurückgelegt.

Nun sei das Konto leer, das Kindergeld für 1 2 3 würde schon von der Bank einbehalten und nicht wie sonst üblich auf Fs Konto
überwiesen.

Die Vollmacht für F auf Ms Konto hätte er zurückgezogen.
M hätte die Ausbildungsversicherungen der Kinder gekündigt da er das Geld zum Ausgleich seiner Konten benötigte.

Nun ist F Ms Meinung nach schuld an den Schulden und F werden sogar sämtliche Haushaltsgeräte vorgerechnet.
F hätte verzweifelt versucht, wenigsten eine Ausbildungsversicherung zu retten…aber da hieße es nur, es sei ja sein Geld.
(M ist auch völlig unklar, was ihn nächstes Jahr alleine an Steuerschulden erwartet, aber M ist auch gänzlich belehrungsresistent
und nimmt noch nichtmal die Verluste wahr, die durch die Kündigung der Ausbildungsversicherungen entstehen.)

Also im Klartext: Geld ist und war immer seines, Schulden sollen dagegen auf Beide verteilt werden.

Und das will F unbedingt vermeiden. Nehmen wir an F sei durchaus in der Lage ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und da die Kinder alt genug sind würde sich nun auch um einen Job bemühen.

Was wären jetzt für F die nächsten Schritte auf dem Weg in die möglichst schuldenfreie Zukunft?
Alle Tipps und Einschätzungen sind willkommen.

Danke und Gruß
Maja

Hallo!

Angenommen, M und F sind Eheleute, die sich getrennt haben und nun getrennt leben.

Mit den Schulden, die M nach der Trennung gemacht hat, hat F überhaupt nichts zu tun, wenn sie nichts unterschrieben hat, z.B. als Mitschuldner eines Darlehens, als Mitbesteller von Waren, als Bürge oder dergleichen.

Während der Ehe bis zur Trennung konnte M Rechtsgeschäfte, die zur angemessenen Deckung des Lebensbedarfs der Familie erforderlich waren, mit Wirkung auch für F abschließen. Hat M also Sachen gekauft, die für die Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft der Familie nötig waren, so haftet auch F für den Kaufpreis. Auch für die Rückzahlung von Krediten, die F zu diesem Zweck aufgenommen hat, haftet F.

Auch für die Überziehung eines gemeinsamen Kontos (sog. oder-Konto) durch F haftet M.

Mit anderen Schulden, die M während des Zusammenlebens in der Ehe gemacht hat, z.B. für seine berufliche Tätigkeit oder den Kauf eines PKWs, der für M und nicht für die Familie bestimmt war, hat F dagegen nichts zu tun, wenn sie nicht mitunterschrieben hat, z.B. als Mitschuldner eines Darlehens, als Mitbesteller von Waren, als Bürge oder dergleichen.

Es wäre gut, wenn F sich einen genauen Überblick über eventuelle aus der Ehezeit noch verbliebene Schulden machen würde und mit den Gläubigern klären könnte, wie die Schulden abgetragen werden können.

Dann kann sie entscheiden, ob und wie sie einen neuen Anfang machen kann.

Im übrigen haben sowohl die Kinder als auch die F Unterhaltsansprüche gegen den M, der aber nur zahlen muss, soweit er leistungsfähig ist.

Gruß, Franz