Hi.
Jedoch sind mir einige Unstimmigkeiten in den Erklärungen
aufgefallen.
Du muss hierbei klar zwischen den allgemeinen Aufgaben einer Schicht, so wie sie im OSI-Modell definiert sind und einer konkreten Implementierung in einem Protokoll-Stack unterscheiden. Vor allem, dass die übliche TCP/IP-Kommunikation im allgemeinen die OSI-Schichten nicht wirklich konsequent einhält. Evtl. kommen daher die Unstimmigkeiten?
Frage1:
Welche Schicht legt denn die Reihenfolge, in der die Daten
gesendet werden fest? Die Transportschicht oder die
Netzwerkschicht?
Die endgültige Reihenfolge wird von der Data Link-Schicht festgelegt. Denn da drunter sind die Daten nur noch als ein kontinuierlicher Strom sichtbar. Data Link Layer teilt die Daten in Frames auf, die Reihnfolge dieser Frames ist also von der Implementierung dieser Schicht abhängig.
Frage2:
Regelt die Transportschicht die Größe und den Durchsatz der
Pakete (Bsp. Sender: 10 pakete/s; Empfänger nur 5 pak/s ->
Aufspaltung in 2 5er Pakete), oder die Netzwerkschicht?
Genauso hier. Du muss zwischen den Paketen der Vermittlungsschicht, der Transportschicht und den Frames (Paketen) der Data Link Schicht unterscheiden. Die endgültige Aufteilung finden auf der Schicht 2 statt. Davor gibt es oft auch schon Pakete, aber nicht zwingend. Denk da z.B. an ISDN-Sprachübertragung. Oberhalb der Schicht 2 gibt es eigentlich nur noch einen kontinuierlichen Sprach-Datenstrom.
Durchsatz-Regelung (Flusskontrolle) gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen ebenfalls auf unterschiedlichen Schichten. Vgl. dazu bspw. RS-232-Flusskontrolle und TCP-Stauvermeidung.
Frage3:
In einem Film hieß es, dass die Transportschicht den kürzesten
Weg für das Datenpaket sucht. Anderswo las ich jedoch das die
Netzwerkschicht einen sog. discovery porozess durchführt bei
dem die schnellstmögliche Route erfasst wird. Wie sieht das
nun aus?
Die Wegfindung ist grundsätzlich die Aufgabe der Netzwerkschicht. Wie genau diese Wegfindung nun abläuft, hängt wiederum von der konkreten Implementierung und der Umgebung ab. Die Länge des Weges ist übrigens nicht immer entscheidend, oft werden Kosten (bspw. UMTS ist teurer als DSL) berücksichtigt. Die Länge ist auch nicht gleich Geschwindigkeit, bspw. ist es u.U. sinnvoll über vier Ecken per DSL zu gehen statt direkt aber per Modem. Da einige Wege u.U. aber nicht dauerhaft zur Verfügung stehen bzw. überlastet sein können, kann die Wegfindung immer mal wieder neu durchgeführt werden. Zu hause, wo der einzig mögliche Weg über den Router geht, muss nicht lang „discovert“ werden, anderswo könnte es sinnvoll sein.
Gruß,
Andreas