Hallo Marie,
von Josef erzählen die Evangelien außer in den
Kindheitsgeschichten Jesu nichts mehr (und übrigens
überliefern sie auch kein einziges Wort von ihm).
Die Tradition hat ihn gern schon bei der Hochzeit mit Maria
als älteren Mann gesehen - so war seine dauernde Keuschheit
menschlich verständlicher 
Josef und keusch? Ich kenne da eine gewisse Bibelstelle, in der von (leiblichen) Brüdern und Schwestern von Jesus die Rede ist - oder hatte Maria einen Liebhaber
?
Das erklärte dann auch, warum später, im Zusammenhang der
öffentlichen Wirksamkeit, des Todes und der Auferstehung Jesu
und des Pfingstereignisses nicht mehr von Josef die Rede ist
(im Gegensatz zu Maria, die in der Pfingstgeschichte Apg 1,14
zum letzten Mal erwähnt wird): Er war eben schon lange vorher
friedlich gestorben. Dann aber, so folgerte man, standen der
Erlöser und die Gottesmutter leibhaftig an seinem Sterbebett -
wovon jeder andere Christ nur träumen kann. So wurde er u.a.
zum Patron für ein seliges Sterben.
Eine förmliche Heiligsprechung hat es für ihn (wie für alle
anderen Heiligen der Bibel und der ersten Jahrhunderte) nicht
gegeben. Auch in der Frömmigkeit stand er bis ins 18.
Jahrhundert eher am Rand; erst im Barock begann seine
besondere Verehrung und die liturgische Aufwertung seines
Gedenktags am 16. März.
Ich wüsste nicht, wo in der Bibel steht, das Maria (eine ganz gewöhnliche Frau) auch den Tod durch eine Himmelfahrt überwunden haben soll.
Apropo Heiligensprechung: In der Bibel steht, das wir (Christen) alle Heilige sind! Also hat schon Gott mich heilig gesprochen, da brauch ich keinen Papst und 250 Jahre nach dem Tod dazu.
Ach ja: Kommt ein Mann zum Papst und fragt ihn, ob er ihn heilig sprechen könnte. Darauf der Papst: „Naja, eigentlich machen wir das nur bei Toten.“ Darauf der Gast: „Mh, ich war aber schon mal scheintot.“ - „Ok“, sagt der Papst, „dann spreche ich Sie scheinheilig.“
Gruß