Hallo zusammen,
vorweg erstmal ein paar Rahmeninformationen:
- Der fiktive Arbeitnehmer Klaus ist seit über einem Jahr in Teilzeit bei einer Dienstleistungsfirma eingestellt.
- Ihm wurde noch immer kein Arbeitsvertrag ausgehändigt, obwohl er seinen Chef mehrmals mündlich darauf hingewiesen hat.
- Er wird in drei unterschiedlichen Gebäuden an unterschiedlichen Standorten (zwei früh morgens, eines am Nachmittag) zur Reinigung eingesetzt und erreicht diese mit seinem privaten PKW (ohne Fahrtkostenerstattung).
- Bezahlt bekommt er nur die Zeit, die er sich im Gebäude des Kunden befindet.
- Er erledigt seine Arbeit immer ordentlich.
- Klaus möchte wegen priv. Gegebenheiten und zum Zweck der berufl. Weiterentwicklung bald in ein anderes Bundesland umziehen und setzt seinen Arbeitgeber auch früh darüber in Kenntnis.
- Die Kündigungsfrist beträgt 2 Wochen.
Nun verhält es sich in dieser fiktiven Situation so, dass Klaus plötzlich kein Fahrzeug mehr zur Verfügung hat und die Gebäude am frühen Morgen (keine Verbindung mit ÖPNV) nur nach etwa 45 Minuten Fußweg erreichen kann.
Sein Arbeitgeber gibt ihm deshalb ein Fahrrad, alles klappt gut, bis er ein paar Tage später auf dem Arbeitsweg angefahren wird und etwa eine Woche verletzungsbedingt ausfällt. In dieser Zeit gerät Klaus mehrmals mit seinem Arbeitgeber aneinander, er wird per Telefon beleidigt und ihm wird indirekt mit Kündigung gedroht. Dazu nehmen wir auch mal an, dass Klaus bereits davor kein gutes Verhältnis zu seinem Chef hatte und auch die meisten Kollegen immer wieder Probleme mit ihm haben.
Als Klaus nach dem Ausfall wieder zurückkehrt, läuft er am Nachmittag zu seiner Arbeitsstelle, wo inzwischen eine neue Kollegin seinen Bereich übernommen hat und er einem anderen zugeteilt wird. Wiederum ein paar Tage später wird Klaus für Arbeiten eingeteilt, die sonst jede/r Kolleg(e)/in anteilig mitzuerledigen hatte und ihm wird zu Verstehen gegeben, er sei „zu viel“.
Da sich seine Umzugspläne inzwischen konkretisiert haben, gibt Klaus schliesslich die Kündigung ab und zwar mit 4wöchiger Frist. Auch spricht er mit seinem Arbeitgeber über Resturlaub und sein Chef macht deutlich, dass dieser ggf. teilweise nicht genommen werden kann, um die fehlenden Stunden auszugleichen.
Ausserdem erklärt Klaus sich bereit, knapp 1,5 Stunden Fußweg für 2 Stunden Arbeit in Kauf zu nehmen, um nicht unter die 400 Euro-Grenze zu fallen. Das Angebot einer Kollegin, die in den gleichen Gebäuden arbeitet und ein Firmenfahrzeug zur Verfügung hat, sie könnte Klaus doch abholen, was höchstens einen Kilometer Umweg bedeuten würde, lehnt der Arbeitgeber nämlich vehement ab.
Klaus einigt sich mit seinem Arbeitgeber schliesslich im Beisein einer Vorarbeiterin darauf, am Mittwoch zu Gebäude 1 zu laufen und von dort dann mit o.g. Kollegin zu Gebäude 2 zu fahren. Am Donnerstag soll er nur zu Gebäude 1, da die Kollegin an diesem Tag woanders eingesetzt ist, und darf anschliessend wieder nach Hause laufen. Klaus hält sich an diese Absprache, wird jedoch am Donnerstag nach getaner Arbeit auf dem Heimweg von seinem Chef angehalten und aufgefordert, zu Gebäude 2 mitzufahren. Klaus weist auf die Absprache hin, welche sein Chef plötzlich verdreht und ihn in sehr unfreundlichem Ton schliesslich fragt, ob er nun nicht mitkommen und lieber nach Hause gehen wolle. Klaus antwortet sowas wie: „Ich wollte jetzt nach Hause, ja.“ woraufhin sein Chef laut wird, etwas brüllt wie „Sie brauchen ab morgen nicht mehr zu kommen.“ und wegfährt.
Klaus fühlt sich regelrecht schikaniert. Dazu kommt, dass er ziemlich eingeschüchtert ist - hat womöglich sogar Angst vor seinem Chef - sieht sich aber auch im Recht.
Wie sollte er sich nun verhalten und was muss/sollte er beachten?
Dankeschön für eure Meinungen.