Schilddrüse verschwunden

Hi Fachleute

Bei einer Klientin (63 J.) von mir wurde mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung festgestellt, daß ihre Schilddrüse nicht mehr vorhanden ist (nein, sie wurde nicht operativ entfernt).

Ihre Symptome vor dieser Untersuchung waren folgende:

  1. Sie hatte innerhalb von 12 Monaten um 18 kg zugenommen
  2. Ihre Beine wurden „schwer“, sie konnte die Beinbewegungen nicht mehr kontrollieren, so daß sie häufig stolperte und stürzte
  3. sie litt zunehmend unter extremer Müdigkeit
  4. sie litt unter heftiger Heiserkeit (ohne „erkältet“ zu sein)

ok - das sind wohl die Symptome für extreme Schilddrüsenunterfunktion. Es kommt hinzu, daß die Symptome über das Jahr bis zu dieser Untersuchung für sie kein Anlaß war, sich in ärztliche Beratung zu begeben, aber das hat jetzt mit meiner Anfrage nichts zu tun.

Jedenfalls erfuhr sie von ärztlicher Seite, daß dieses Phänomen zwar nicht unbekannt sei, und daß es, wenn man es nicht rechtzeitig erkennt, zu plötzlichem Kollaps, Koma und Exitus führen könne. Aber eine Erklärung, wie es zu diesem Organschwund kommen kann, konnte man ihr nicht geben. Die fehlende Hormonproduktion läßt sich aber offenbar problemlos medikamentös ersetzen und die Symptome sind (incl. Gewichtszunahme) vollständig verschwunden.

Mein Frage ist jetzt, ob jemand von euch mit diesem Phänomen vertraut ist und etwas darüber weiß, wie es dazu kommen kann.

Grüße

Metapher

Dabei handelt es sich wohl um Morbus Hashimoto; eine Auto-Immunerkrankung, bei der durch entzündliche Prozesse der Körper die eigene Schilddrüse auflöst.
Aber wie kommt das ???
Ich selbst leide auch an M. Hashimoto; nur bei mir hilft die Hormon-Substitution leider nicht, um all die aufgezählten unangenehmen Symptome zufriedenstellend zu beseitigen, obwohl die Blutwerte im Normbereich eingestellt sind. Warum hilft das bei mir nicht ??? Wer hat da einen Tipp für mich ?

Viele Grüße
von
Sigrid

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Hallo!

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis wird geht das Schilddrüsengewebe durch die Antikörper kaputt. Es werden immer weniger und schließlich keine Hormone produziert und das ist gefährlich. Ihre Klientin braucht sofort Hormone, am besten ein Kombipräparat aus T3 und T4 und zwar einschleichend anfangen und
bloß nicht gleich 50 mikrogramm auf einmal.
Wenn Sie näheres darüber wissen möchten, gucken Sie bei www.hashimotothyroiditis.de nach. Da gibt es sehr gute Infos.

Viele Grüße von Roberta

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Hi Roberta

herzlichen Dank für diese und die anderen Informationen.
Auch www.hashimotothyroiditis.de ist wirklich sehr informativ, das wird meiner Klientin weiterhelfen. Wie gesagt, sind bei ihr sie Symptome ja bereits wieder verschwunden durch offenbar doch korrekte Medikamentierung. Allerdings, wie gesagt, brauchte ich selbst dies nur als Hintergrundinformation.

Die Frage bleibt jedoch nach wie vor (die ja auch Sigrid hatte), wie kommt es denn zu einer solchen Autoimmunreaktion überhaupt? Ist das so wie bei Allergien, daß man zumindest anteilig von einer psychosomatischen Reaktion ausgehen kann?

Grüße

Metapher

Ursachen
Hallo

Die Frage bleibt jedoch nach wie vor (die ja auch Sigrid
hatte), wie kommt es denn zu einer solchen Autoimmunreaktion
überhaupt?

Nun, häufig ist man genetisch disponiert (d.h. vorbelastet). Man hat gesehen, dass bei ca. 50% der Verwandten auch solche Antikörper im Kreislauf vorhanden sind, ferner findet man bei den Patienten auch gehäuft sog. HLA-Marker. Diese kommen auch bei anderen autoimmunen Erkrankungen vor, die manchmal gleichzeitig mit der Autoimmunthyreoiditis auftreten.
Wahrscheinlich ist also, dass man von Geburt an einen genetischen Defekt in der Immunkontrolle hat (die ja verhindert, dass körperfremde bzw. körperaggressive Stoffe im Körper zirkulieren). Die Krankheit selbst wird dann wahrscheinlich zufällig ausgelöst (spontane Entstehung von aggressiven Immunzellen oder aber durch andere nicht bekannte Ursachen).

Ist das so wie bei Allergien, daß man zumindest
anteilig von einer psychosomatischen Reaktion ausgehen kann?

Darüber weiß ich nichts, da fehlt mir aber die spezielle psychosomatische Erfahrung.

Gruß,

Claudia