Schilddrüsenerkrankung: Häufigkeit?

Guten Morgen,

hier, in anderen Brettern (Psycho, Ernährung,…) und auch anderen Foren tauchen sehr häufig Ratschläge auf wie: Hast du schon einmal deine Schilddrüse untersuchen lassen? So als Ratschlag erster Güte für jedwede Störung und Empfindlichkeit *seufz*.

Ich meine aus einer seriösen Quelle (welche mir nicht mehr einfällt :smile: zu wissen, dass Unterfunktion bis zu 2% bei Frauen und bei etwa 0,1% der Männer auftritt. Unterfunktion generell, auch diejenige, die nicht mit Medikamenten behandelt werden muss. Überfunktion trifft man seltener an, vorwiegend bei älteren Menschen.

Kennt jemand einigermaßen zuverlässige und konkrete Zahlen/Daten/Quellen zum Thema Häufigkeit?

Franz

Hi,

die Unterfunktion kann angeboren oder erworben sein. Angeboren ist sie wohl tatsächlich nur selten (da fand ich Deine Zahlen), aber erworben ist sie wesentlich häufiger. Hier sind die Zahlen für Frauen:

http://www.kv-rlp.de/patienten/vorsorge/schilddruese…

Jugendliche 2%, Erwachsene 10%, nach den Wechseljahren 25%.

Ich hoffe, das reicht :smile:

die Franzi

Moin,

Hast du
schon einmal deine Schilddrüse untersuchen lassen? So als
Ratschlag erster Güte für jedwede Störung und Empfindlichkeit
*seufz*.

Warum *seufz*? Die Schilddrüse ist ein Organ deren Produkte bei so gut wie allen Körperfunktionen gebraucht werden. Das reicht von bestimmten Typen des Haarausfalls bis zur Depression. Gerade weil die Symptome sehr unterschiedlich sein können und auch bei anderen Erkrankungen auftreten wird die Schilddrüse oft ‚vergessen‘. Darauf hinzuweisen ist mehr als gerechtfertigt. Und wenn in der Richtung alles in Ordnung ist kann man weiter suchen.

Ich meine aus einer seriösen Quelle (welche mir nicht mehr
einfällt :smile: zu wissen, dass Unterfunktion bis zu 2% bei
Frauen und bei etwa 0,1% der Männer auftritt. Unterfunktion
generell, auch diejenige, die nicht mit Medikamenten behandelt
werden muss. Überfunktion trifft man seltener an, vorwiegend
bei älteren Menschen.

eine ‚seriöse Quelle‘ die einem nicht einfällt ist gar keine Quelle - denn dann kann nicht überprüft werden was genau gemeint ist. Z.B. um welche Art der Unterfunktion ging es denn? Du hast sehr genaue Zahlen - da wird darüber ja auch was dabei gestanden haben.

Kennt jemand einigermaßen zuverlässige und konkrete
Zahlen/Daten/Quellen zum Thema Häufigkeit?

Da müssest du schon genauer wissen was du wissen willst. Der Wiki-Artikel über die Schilddrüse allgemein ist recht gut. Oder hier gibt einiges an Info
…lux

Hi Franzi,

die Unterfunktion kann angeboren oder erworben sein. Angeboren
ist sie wohl tatsächlich nur selten (da fand ich Deine
Zahlen), aber erworben ist sie wesentlich häufiger. Hier sind
die Zahlen für Frauen:

http://www.kv-rlp.de/patienten/vorsorge/schilddruese…

Jugendliche 2%, Erwachsene 10%, nach den Wechseljahren 25%.

Deine Prozent-Angaben finde ich auch i-wie logischer.

Ich kenne etliche Leute, die Probleme mit der Schilddrüse haben. Die paar Prozentchen, die Franz aus der „seriösen“ Quelle hat, erschienen mir auch zu tief gegriffen.

Das hier immer mal wieder auf Probleme mit der Schilddrüse hingewiesen wird, ist mir auch schon aufgefallen. Zeigt aber auch, dass das wohl eine weit verbreitete „Krankheit“ ist.

LG
Sabine

Moin,

Jugendliche 2%, Erwachsene 10%, nach den Wechseljahren 25%.
Ich hoffe, das reicht :smile:

Das ist m.E. deutlich zu hoch oder einfach nur unpräzise. „Subklinisch“, „…% der Patienten/der Bevölkerung“, „geschätzt“… es gibt zahlreiche Einwendungen.
Ich denke nicht, dass 25% der Frauen Medikamente nehmen oder nehmen müssten. Selbst bei 10% habe ich meine persönlichen Bedenken, dass diese Zahl richtig sein kann.

Die zahlreichen Links im Netz, auch die von pollux, sind hinsichtlich der Zahlen widersprüchlich und in irgendeiner Form nicht vergleichbar.

Trotzdem Danke :smile:

Franz

Moin,

Gerade weil die Symptome sehr unterschiedlich sein
können und auch bei anderen Erkrankungen auftreten wird die
Schilddrüse oft ‚vergessen‘. Darauf hinzuweisen ist mehr als
gerechtfertigt.

Für jedes Symptome gibt es sicherlich weitere 10 mögliche Ursachen, hochgerechnet wäre die Schilddrüse demzufolge die berühmte Stecknadel im Heuhaufen.

eine ‚seriöse Quelle‘ die einem nicht einfällt ist gar keine
Quelle

Deshalb frage ich ja hier. „Seriös“ dahingehend, dass ich keine Neigung habe, mir konkrete Zahlen zu merken, die aus Quellen des allgemeinen Boulevardjournalismus stammen. Auch andere Quellen aus z.B. medizinischen Fachjournalen lese ich relativ kritisch.

Der Wiki-Artikel über die Schilddrüse allgemein ist recht gut.

Zitat: Die chronisch verlaufende Hashimoto-Thyreoiditis ist sehr viel häufiger. Sie betrifft etwa 3 % der Bevölkerung und mehr Frauen als Männer (etwa in einem Verhältnis von 10:1).

Klickt man auf den Artikel zu Hashimoto, Zitat:
Eine US-Erhebung[3] ergab bei 10 % der Probanden einer Bevölkerungsstichprobe erhöhte Antikörper, in 0,3 % klinisch manifeste und in 4,3 % subklinische Hypothyreosen [Anmerkung von mir: Und der verbleibende Rest? Bedeutungslos? „erhöht“ zu welcher Basis?]. Eine neuere Studie[4] fand 10 % klinische und subklinische Hypothyreosen [Anmerkung von mir: In welcher Einschätzung und Aufteilung?]. Lehrbüchern zufolge liegt die Erkrankungshäufigkeit der mit einer Hashimoto-Thyreoiditis häufig einhergehenden Schilddrüsen-Unterfunktion in Westeuropa bei 1–2 %; subklinische Verläufe sind jedoch häufiger und liegen im Bereich von 6–8 %.[5]

Du siehst, was ich meine. Dennoch Danke, ich bin ja auf der Suche nach verlässlicheren Quellen.

Franz

Hi,

ich antworte mal hier statt unten.

Es ist ja schon, Informationen, die man bekommt, kritisch zu betrachten. Das ist ehrlich gemeint von mir. Man sollte aber immer beachten, wie viel Wissen man selber hat, und wie groß die eigene Fähigkeit / der eigene Wille ist, wenigstens die eklatantesten Lücken zu schließen. Nur weil ich etwas nicht verstehe, ist es noch nicht gleich falsch. Ich bitte um Entschuldigung, aber auch das meine ich ehrlich.

Klickt man auf den Artikel zu Hashimoto, Zitat:

Eine US-Erhebung[3] ergab bei 10 % der Probanden einer Bevölkerungsstichprobe erhöhte Antikörper, in 0,3 % klinisch manifeste und in 4,3 % subklinische Hypothyreosen [Anmerkung von mir: Und der verbleibende Rest? Bedeutungslos? „erhöht“ zu welcher Basis?]. Eine neuere Studie[4] fand 10 % klinische und subklinische Hypothyreosen [Anmerkung von mir: In welcher Einschätzung und Aufteilung?]. Lehrbüchern zufolge liegt die Erkrankungshäufigkeit der mit einer Hashimoto-Thyreoiditis häufig einhergehenden Schilddrüsen-Unterfunktion in Westeuropa bei 1–2 %; subklinische Verläufe sind jedoch häufiger und liegen im Bereich von 6–8 %.[5]

Zuerst inmal: verläßlichere Quellen als eine medizinische Studie wird man nicht finden.
erhöhte Antikörper: erhöht gegenüber einem gesunden Menschen
subklinisch: leichter Verlauf
klinisch manifest: deutlich erkrankt
„erhöht“ ist mehr als normal, aber ohne gesundheitliche auswirkungen, und liegt damit zwischen „normal“ und „subklinisch“. „Klinisch manifest“ und „Subklinisch“ würden also beide Symptome hervorrufen und zu einer MEdikamentengabe führen.
Dann habe ich, weil ja heute Feiertag ist und ich nichts anderes zu tun habe, den Link angeschaut, der zu der bei Wikipedia zitierten Studie führt.

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11836274?dopt=Abs…

Und, lo and behold, plötzlich macht das mehr sinn (soviel auch zur Qualität von Wikipedia-artikeln):
„Hypothyroidism was found in 4.6% of the U.S. population (0.3% clinical and 4.3% subclinical)“ Von 100 Menschen hatten also 0,3 eine klinisch manifeste und 4,3 eine subklinische Hyperthyreose, macht insgesamt 4,6 von 100. Wenn Du also in einen etwas größeren Kinosaal gehst, sitzen da 4-5 Leute mit auffälligen Schilddrüsenwerten. Wenn Dir das nicht viel erscheint, weiß ich auch nciht weiter. (Untersucht wurden 17.353 Personen im Alter von 12 Jahren oder älter, die die geografische und ethnische Verteilung der US-Bevölkerug repräsentierten.)
Außerdem stellt man beim Lesen fest, dass die Studie Hyperthyreose untersucht und nciht Hashimoto. Das sind zwei verschiedene Paar Schuh. Hashimoto (= Schilddrüsenentzündung) ist eine Krankheit, Hyperthyreose (= Schilddrüsenunterfunktion) ist ein Symptom. AAnders ausgedrückt: Nicht jeder, dem das Bein wehtut, hat sich selbiges gebrochen. Und nicht jeder, der eine Schilddrüsenunterfunktion hat, hat Hashimoto.
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann durch mehr ausgelöst werden als nur durch Hashimoto. Insofern macht der Wikipedia-Artikel den FEhler, dass er die Häufigkeit von Krankheit A mit Werten aus einer Studie über Krnakheit B belegt.
Weiterhin hat die von mir unten verlinkte Krankenkasse die WErte nach Altersgruppen aufgeschlüsselt, während die US-Studie über die Gesamtbevölkerung ab 12 mittelt, bzw. gar nicht erst nach altersgruppen aufschlüsselt - zumindest nicht in der Zusammenfassung. Aber die Studie sagt auch, das Frauen höhere Schilddrüsenwerte haben, und dass die Werte mit dem Alter steigen. Wobei weder Alter noch Geschlecht eine Entschuldigung sind. Wenn ein bestimmter Wert über- oder unterschritten wird, hat man Symptome und muss gegebenenfalls behandelt werden.

Falls Dir das alles zu schwer und immer noch ncith verläßlich genug ist - wenn dir eine wissenschaftliche Studie nicht verläßlich genug ist, dann vielleicht persönliche Erfahrung. Meine Familie besteht aus 4 Personen. Mein Vati und ich haben eine Schilddrüsenunterfunktion, mein Auslöser ist nicht bekannt, bei meinem Vati wird es wohl das Alter sein. Meine Schwägerin (das wäre dann die 5. Person) hat glaube ich ebenfalls eine Unterfunktion. Aber da bin ich mir nicht sicher, deswegen zähle ich sie nicht mit.

die Franzi

Hi auch,

Nur weil ich etwas nicht verstehe, ist es noch nicht gleich falsch.

Nur weil ich kritisch hinterfrage, heißt das noch lange nicht, dass ich auch falsch beurteile oder falsche Schlüsse ziehe.
Im Gegenteil, ich betrachte im allgemeinen ganzheitlich und versteife mich nicht auf die eine oder andere Richtung/Erklärung/Wahrheit. Es ist jedoch zumindest für mich auffällig, dass Schilddrüsenfehlfunktionen zunehmend und häufig als mögliche Ursache mit fast allen Symptomen mittlerweile in Zusammenhang gebracht werden. Dies erschüttert ein wenig meine Einstellung.

Ehrliches Danke für deine Ausführungen und Nachforschungen,

lass mich dennoch nochmal ein wenig kritisch sein. Oder Nein, ich überlasse es dir :wink:

Und, lo and behold, plötzlich macht das mehr sinn (soviel auch
zur Qualität von Wikipedia-Artikeln)

Außerdem stellt man beim Lesen fest, dass die Studie
Hyperthyreose untersucht und nciht Hashimoto.
Insofern macht der
Wikipedia-Artikel den FEhler, dass er die Häufigkeit von
Krankheit A mit Werten aus einer Studie über Krnakheit B
belegt.

Wenn ein bestimmter Wert über- oder
unterschritten wird, hat man Symptome und muss gegebenenfalls
behandelt werden.

Welcher Wert eigentlich? Von wem festgelegt, auf welcher Basis, mit welchem Bezug zu „gesund“? Welche Symptome?

Falls Dir das alles zu schwer und immer noch ncith verläßlich
genug ist

Nein nein, ich verlasse mich nur ungern alleine auf statistische Werte, die über Inhalte, Zusammenhänge und Schlussfolgerungen sehr wenig aussagen. Insbesondere auf Zahlen, die in unterschiedlicher Höhe und Zusammenhängen (falsch) abgeschrieben und zig-fach publiziert werden.

dann vielleicht persönliche Erfahrung.

Dieses Phänomen der Verallgemeinerung aufgrund persönlicher Erfahrungen versuche ich stets zu vermeiden.
Meine Frau als junge Frau ==> Unterfunktion ==> Thyroxin
Meine Person, als junger Mann, dto.

Überflüssig wie ein Kropf, wie sich nach einigen Jahren herausgestellt hat. Bei Schwägerin übrigens auch. Und der Rest der Familien ohne zahlenmäßigen Befund.

Insofern noch immer auf der Suche nach der Wahrheit… [Scherzle]

Franz

Gemütlichen Restfeiertag noch. Du hast auch noch Ferien, gell?

Hallo zusammen,

es ist wie sooft alles nur eine Frage der Definition.

Je nachdem, wo ich die Grenze für das Eine oder das Andere lege, habe ich ein dementsprechendes Ergebnis.

Allgemein gelten Schilddrüsenerkrankungen mit als die am Häufigsten unerkannten. D.h. im Endeffekt kann man jede Zahl in den Gulli kicken.

Und von mir auch die persönliche Note :

Ich kenne mehr als genug Leute, die eindeutige Symptome haben, die Werte aber noch in der unglaublich breiten !!! Norm sind. Seitens der Mediziner gelten diese Menschen allesamt als kerngesund !!

Also wie gesagt, die Definition macht es. Wenn ich jeden der nur einen Hauch von Unterfunktionssymptomen hat als krank bezeichne, liegen wir sicher bei 25 % auf die Gesamtbevölkerung. Wenn ich nur die „amtlich“ diagnostizierten nehme, eher bei 5 %. Die Wahrheit liegt wie sooft wohl in der Mitte.

Grüßle

Eric