Hi,
ich antworte mal hier statt unten.
Es ist ja schon, Informationen, die man bekommt, kritisch zu betrachten. Das ist ehrlich gemeint von mir. Man sollte aber immer beachten, wie viel Wissen man selber hat, und wie groß die eigene Fähigkeit / der eigene Wille ist, wenigstens die eklatantesten Lücken zu schließen. Nur weil ich etwas nicht verstehe, ist es noch nicht gleich falsch. Ich bitte um Entschuldigung, aber auch das meine ich ehrlich.
Klickt man auf den Artikel zu Hashimoto, Zitat:
Eine US-Erhebung[3] ergab bei 10 % der Probanden einer Bevölkerungsstichprobe erhöhte Antikörper, in 0,3 % klinisch manifeste und in 4,3 % subklinische Hypothyreosen [Anmerkung von mir: Und der verbleibende Rest? Bedeutungslos? „erhöht“ zu welcher Basis?]. Eine neuere Studie[4] fand 10 % klinische und subklinische Hypothyreosen [Anmerkung von mir: In welcher Einschätzung und Aufteilung?]. Lehrbüchern zufolge liegt die Erkrankungshäufigkeit der mit einer Hashimoto-Thyreoiditis häufig einhergehenden Schilddrüsen-Unterfunktion in Westeuropa bei 1–2 %; subklinische Verläufe sind jedoch häufiger und liegen im Bereich von 6–8 %.[5]
Zuerst inmal: verläßlichere Quellen als eine medizinische Studie wird man nicht finden.
erhöhte Antikörper: erhöht gegenüber einem gesunden Menschen
subklinisch: leichter Verlauf
klinisch manifest: deutlich erkrankt
„erhöht“ ist mehr als normal, aber ohne gesundheitliche auswirkungen, und liegt damit zwischen „normal“ und „subklinisch“. „Klinisch manifest“ und „Subklinisch“ würden also beide Symptome hervorrufen und zu einer MEdikamentengabe führen.
Dann habe ich, weil ja heute Feiertag ist und ich nichts anderes zu tun habe, den Link angeschaut, der zu der bei Wikipedia zitierten Studie führt.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11836274?dopt=Abs…
Und, lo and behold, plötzlich macht das mehr sinn (soviel auch zur Qualität von Wikipedia-artikeln):
„Hypothyroidism was found in 4.6% of the U.S. population (0.3% clinical and 4.3% subclinical)“ Von 100 Menschen hatten also 0,3 eine klinisch manifeste und 4,3 eine subklinische Hyperthyreose, macht insgesamt 4,6 von 100. Wenn Du also in einen etwas größeren Kinosaal gehst, sitzen da 4-5 Leute mit auffälligen Schilddrüsenwerten. Wenn Dir das nicht viel erscheint, weiß ich auch nciht weiter. (Untersucht wurden 17.353 Personen im Alter von 12 Jahren oder älter, die die geografische und ethnische Verteilung der US-Bevölkerug repräsentierten.)
Außerdem stellt man beim Lesen fest, dass die Studie Hyperthyreose untersucht und nciht Hashimoto. Das sind zwei verschiedene Paar Schuh. Hashimoto (= Schilddrüsenentzündung) ist eine Krankheit, Hyperthyreose (= Schilddrüsenunterfunktion) ist ein Symptom. AAnders ausgedrückt: Nicht jeder, dem das Bein wehtut, hat sich selbiges gebrochen. Und nicht jeder, der eine Schilddrüsenunterfunktion hat, hat Hashimoto.
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann durch mehr ausgelöst werden als nur durch Hashimoto. Insofern macht der Wikipedia-Artikel den FEhler, dass er die Häufigkeit von Krankheit A mit Werten aus einer Studie über Krnakheit B belegt.
Weiterhin hat die von mir unten verlinkte Krankenkasse die WErte nach Altersgruppen aufgeschlüsselt, während die US-Studie über die Gesamtbevölkerung ab 12 mittelt, bzw. gar nicht erst nach altersgruppen aufschlüsselt - zumindest nicht in der Zusammenfassung. Aber die Studie sagt auch, das Frauen höhere Schilddrüsenwerte haben, und dass die Werte mit dem Alter steigen. Wobei weder Alter noch Geschlecht eine Entschuldigung sind. Wenn ein bestimmter Wert über- oder unterschritten wird, hat man Symptome und muss gegebenenfalls behandelt werden.
Falls Dir das alles zu schwer und immer noch ncith verläßlich genug ist - wenn dir eine wissenschaftliche Studie nicht verläßlich genug ist, dann vielleicht persönliche Erfahrung. Meine Familie besteht aus 4 Personen. Mein Vati und ich haben eine Schilddrüsenunterfunktion, mein Auslöser ist nicht bekannt, bei meinem Vati wird es wohl das Alter sein. Meine Schwägerin (das wäre dann die 5. Person) hat glaube ich ebenfalls eine Unterfunktion. Aber da bin ich mir nicht sicher, deswegen zähle ich sie nicht mit.
die Franzi