Schilddrüsenprobleme

Hallo

Bei mir wurde vor einiger Zeit eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Bezeichnet wurde dir Krankheit als Hashimotosyndrom, wo der Körper Antikörper produziert, die der Produnktion von einem bestimmten Hormon entgegenwirkt. Dagegen bekomme ich Tabletten. Das Problem ist nur, daß mir quasi das fehlende Hormon im Präparat zugeführt wird, die Ursache aber nicht bekämpft wird. Ich habe schon einen Spezialisten aufgesucht, der schien aber höchst genervt, als ich ihn danach fragt, ob es nicht eine möglichkeit gäbe die Ursache zu bekämpfen.

Mich würde nun interessieren, ob so etwas angeboren ist oder wie man das bekommt. Gibt es dabei Möglichkeiten, die Ursache direkt zu bekämpfen, den Körper möglicherweise zu antisensibilisieren, so wie bei Allergien? Liegt das vielleicht auch an einer anderen Krankheit, an anderen Organen?

Hier ist wirklich Hilfe zu wünschen, denn wie ich das so sehe, werde ich diese Hormonpräparate für die Ewigkeit nehmen müssen, das ist eigentlich nicht so meine Vorstellung von einem Gesunden Körper.

Gruß
AnnaK.

Hallo Anna,

Das von dir beschriebene Hashimoto-Syndrom ist meines Wissens die Folge einer Entzündung des Schilddrüsengewebes mit anschließender Antikörper Reaktion. Das ist allerdings etwas anderes als eine Unterfunktion. Ich litt selber als Kind unter einer Unterfunktion und habe Thyroxin-Tabletten für 3 bis 4 Jahre genommen. Es ist sehr schade, daß deine Aerzte dich nicht genau aufgeklärt haben und der eine sogar genervt reagiert hat! Soweit ich weiß muß eine Hashimoto-Erkrankung für sehr lange Zeit therapiert werden (für immer???).
Aber wenn du zusätzliche (sehr ausführliche) Infos zu diesem Thema brauchst, dann schau doch mal nach unter:

www.almeda.de

www.aerztezeitung.de

dort erfährst du alles über die Schilddrüse (einfach den Suchbegriff in die Suchmaschine eingeben).
Übrigens kann ich mit dir mitfühlen: vor einigen Wochen wurde eine Zyste in meiner Schilddrüse gefunden und ich habe auch erhöhte Antikörperwete im Blut (auf Thyreoglobulin), vieleicht kann ich mich bald einreihen, bei den Hashimoto-Erkrankten!

bis dann und gute Besserung

wünscht dickie

Hallo Anna,

habe noch eine Internetseite zum Thema Hashimoto-Erkrankung gefunden.

http://www.hashimotothyreoiditis.de/

noch ein Grüßle

dickie

Hi Anna!

Ich glaube, die www-tips von dickie sind ok. Also nur ein paar persönliche Anmerkungen:

wichtig ist wirklich die genaue Unterscheidung zwischen Unterfunktion (die verschiedene, nicht selten recht harmlose Gründe haben kann) und einer Hashimoto-Thyreoiditis. Bei letzterer gibt es bislang außer Thyroxin-einnahme (lebenslang) leider keine Behandlung. So eine Thyreoiditis kommt v.a. bei Frauen vor (oft aber vermutlich etwas älter als Du - Du bist Studentin?). Sie gehört zu den Autoimmunkrankheiten, bei denen also der Körper sich selbst angreift (aus welchen Gründen auch immer). Und was er fachgerecht kaputt gemacht hat, das wächst halt nicht mehr nach (oder würde selbst bei dem Versuch gleich wieder vom übereifrigen Immunsystem niedergeknüppelt).

Anders die Unterfunktion. Die hat ihre Ursache z.B. in zuwenig Iod-aufnahme (oft in Deutschland). Wenn das Schilddrüsengewebe, welches Iod als „Treibstoff“ und Teilstoff der Schilddrüsenhormone braucht, schlapp macht, dann muß man es halt unterstützen mit zugeführten Hormonen. Allerdings ist das oft nur übergansweise nötig.
Jedoch: ein Radiologe will ja auch was verdienen. Ich kenne mehrere, die ihre Patienten im Prinzip zu lange in dieser Abhängigkeit behalten, denn: jemand auf Thyroxin muß immer mal wieder mal gecheckt werden (Sonogramm, Szintigraphie…da kommt schnell was nettes zusammen). Aber gerade jüngere „Patienten“ sollten, sobald wieder normale Schilddrüsenwerte (sog T3 und T4) erreicht worden sind, möglichst umgehend auf Iodidtabletten umgestellt werden für eine Weile.
Nach einigen Wochen sind auch die Iodspeicher im Körper gefüllt (sie sind nicht sehr groß, das ist ja das Problem).
Dann heißt es: keine Tabletten mehr nehmen, aber auf vernünftige Ernährung achten (Fisch, jodiertes Salz usw.). Evtl. irgendwann mal wieder den TSH level checken - natürlich sofort, falls irgendwelche Symptome einer Unterfunktion wieder auftreten (Müdigkeit, ungeklärte Gewichtszunahme usw.).
Aber dann solltest Du „frei“ sein, hoffentlich.

Noch ein Tip: falls Symptome, dann lieber nicht in eine Uni-klinik gehen (oder ein großes Lehrkrankenhaus). Schnell wird man operiert, selbst bei bloß grenzwertig vergrößerten SD (die Op ist etwas eine Herausforderung und sehr beliebt). Wenn die SD erstmal draußen ist, dann kommst Du um die Hormone nicht mehr rum - dann hast Du die Situation wie bei der ausgebrannten Hashimoto.

Grüße,
Thorwald

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