mein Name ist Malte, ich bin 23 Jahre alt.
Vor ca. 6 Wochen wurde bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Seither nehme täglich ich Euthyrox 25 und die Nachkontrolle der Blutwerte steht unmittelbar bevor. Anfangs ging es mir mit dem Medikament deutlich besser…nun jedoch fühle ich mich wieder schlapp, mein Gesichtsausdruck ist blass und wirkt geschwollen ( ganz schlimm geschwollen sind meine Augenlieder )…Ebenso bekomme ich andauernd entzündliche Pickel im Gesicht und auf der Kopfhaut und seit einer Woche habe ich immer mal wieder chronische, leichte Unterleibschmerzen und minimale Verstopfungserscheinungen…
Meine Frage an alle, die ebenfalls an einer SU leiden…Kennt Ihr das? Sind es Nebenwirkungen des Medikaments oder ggf. ein Zeichen dafür, dass die Dosis erhöht werden muss?
Was kann ich gegen die Auswirkungen der Krankheit tun? Wie bekomme ich die Farbe im Gesicht und vor allem - mein Leben! wieder zurück?
Danke für jeden hilfreichen Beitrag und liebe Grüße…
keine Angst, du hast dein Leben noch. Und es ist auch normal, das zuerst die Symptome besser werden und sich dann wieder verschlechtern. Daher ja die Nachkontrolltermine.
Du stirbst daran nicht, du behältst keine bleibenden Schäden. Alles wird gut.
Meine Frage an alle, die ebenfalls an einer SU leiden…Kennt
Ihr das? Sind es Nebenwirkungen des Medikaments oder ggf. ein
Zeichen dafür, dass die Dosis erhöht werden muss?
Was kann ich gegen die Auswirkungen der Krankheit tun? Wie
bekomme ich die Farbe im Gesicht und vor allem - mein Leben!
wieder zurück?
Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich in der Einstellungsphase auf das L-Thyroxin (Euthyrox) deine Befindlichkeit erst einmal verschlechtert (sog. Erstverschlechterung), es kann aber auch sein, dass deine Dosis erhöht werden muss. Das wird dir dein Arzt hoffentlich nach deiner nächsten Blutuntersuchung sagen können. Und hab Geduld: Es gibt manche Leute, die brauchen Monate bis Jahre, bis ihr Körper auf die richtige Dosis eingestellt ist. Erwarte nicht zu viel von dir selbst und auch nicht von dem Medikament: Das funktioniert nicht so wie eine Kopfschmerztablette, die nach einer halben Stunde ihre Wirkung tut. Der recht sensible Hormonhaushalt deines Körpers muss sich wieder einpendeln, dass dauert schon mal eine Weile.
Als weiterer kleiner Tip: Ist denn bei dir die Form der SU bestimmt worden? Mit anderen Worten: Woher kommt die SU? Dahingehend kann ganz unterschiedlich sein, was typische Symptome sind oder welche Begleiterkrankungen möglich sind. Besonders bei einer Hashimoto-Thyreoditis (http://de.wikipedia.org/wiki/Hashimoto-Thyreoiditis) und einer daraus resultierenden SU sind z.B. Nährstoffmängel recht häufig. Besonders deine Beschreibung einer blassen Gesichtsfarbe könnte auf einen Eisenmangel hinweisen. Lass am besten bei der nächsten Blutuntersuchung Eisen und Ferritin mitbestimmen.
Wie waren/sind denn deine Schilddrüsenwerte? Sprich: TSH, fT3, fT4? Kannst du ggf. die Werte inkl. Referenzwerten mal nennen?
Sollte bei dir tatsächlich eine Hashimoto diagnostiziert werden, kann ich den ersten Link meiner Vorposterin nur wärmstens empfehlen!
die Produktion von Schilddrüsenhormonen ist das Ergebnis eines nicht ganz unkomplizierten Regelkreislaufes.
Das Hormon TSH regt die Schilddrüse an, die Hormone T3 und T4 zu produzieren. Eine hohe Menge der Hormone T3 und T4 wiederum senkt - über Umwege - den TSH. Dadurch wird bei einem gesunden Körper der Bestand an Hormonen immer am Bedarf ausreguliert.
Deine Schilddrüsenunterfunktion muss zunächst mal keinen Einfluss auf diesen Regelkreislauf haben, sprich, er funktioniert wie bisher. Wenn jetzt von außen Hormone ( T4 ) zugeführt werden, geht das TSH runter, was bewirkt, dass deine Schilddrüse ihrerseits auf die Gabe der Hormone mit einer Reduzierung ihrer eigenen Produktion reagiert. Das dürfte wohl der Grund dafür sein, dass es dir Anfangs viel besser ging, und nach einiger Zeit, nachdem die externe Zufuhr voll im Regelkreislauf durchgeschlagen ist, durch die verminderte Eigenproduktion wieder schlechter ( sollte dir aber niemals schlechter gehen als wie ohne Medikament, dass würde, zumindest über die Zeit, eher für einen Diagnoseirrtum sprechen ).
Das beste ist, einfach mal abzuwarten, was die nächste Kontrolluntersuchung bringt. Vielleicht muss an der Stellschraube Dosis noch ein wenig gedreht werden.