Ich habe ein Problem und hoffe, Sie können mir helfen.
Mein Freund und ich wohnen seit August in einer eigenen Wohnung.
Vor einer Woche haben wir Schimmel entdeckt. Und zwar im Wohnzimmer, neben der Heizung in einem Eck, an der Außenwand, die zum Balkon geht.
Außerdem im Schlafzimmer, auch an der Wand, an der ein Fenster ist.
Wir haben nur im Wohnzimmer und im Schlafzimmer ein Fenster, im Bad und Küche, sowie Flur keines.
Im Sommer war das auch kein Problem. Da konnten wir auch immer die Fenster offen lassen.
Aber jetzt im Winter eben nicht.
Wir haben jetzt Alkohol gekauft, weil im Internet stand, dass man damit am besten den Schimmel wegbekommt.
Können Sie mir bitte sagen, wie ich das am besten mache? Die Stellen sind nicht sehr groß. Circa 5 auf 5 cm oder so.
Und soll ich das der Vermieterin sagen? Bekommen wir dann Ärger? Mein Vater meinte, da der Schimmel nur an den Außenwänden wächst, könnte es sein, dass er vorher schon da war und das die Wände nicht richtig isoliert sind.
Könnte das sein?
Was passiert, wenn ich es der Vermieterin sage?
Viele liebe Grüße
und danke schon mal für ihre Antworten!
Schimmel braucht Feuchtigkeit um wachsen zu können. Wann sich der Schimmel eingenistet hat ist nicht zu sagen. Wie alt ist das Haus? Wie dick sind die Wände? Sind neue Fenster eingebaut worden? Wurde eine Außendämmung angebracht? Bitte beschreibe die Position und Ausdehnung des Schimmelbefalls näher. Mit dem Alkohol kann nur oberflächlicher Schimmelbefall entfernt werden. Atemmaske und Schutzbrille tragen! Zellstofftuch mit Alkohol tränken und vorsichtig in eine Richtung Schimmel abstreifen. Nicht rubbeln sonst verwirbeln die Sporen zu sehr. Danach muss die Wand getrocknet werden und trocken gehalten werden. Hüllflächentemperierung nennt man diesen Vorgang. Hierzu eignen sich Infrarotstrahlungsheizungen oder Sockelheizungen auch Register genannt. Ein Lüftungskonzept müsst ihr euch ferner ausdenken. Eine weitere Variante ist der Einsatz einer adaptiven thermozyklischen Einzelraumregelung für die bestehende Heizungsanlage. Die gibt es mit Feuchtesensor zur Schimmelvermeidung. Ist nicht billig aber bringt hohen Komfort und Energiekosteneinsparung. Damit kann man auch beliebig umziehen. Google Thermozyklus. Ihr könnt versuchen die Vermieterin in die Verantwortung zu nehmen. Die wird euch erstmal vorhalten nicht richtig gelüftet zu haben. Wurde die Wohnung vor eurem Einzug fachmännisch renoviert? Kennt ihr die Vormieter? Würde ich versuchen ausfindig zu machen und zu dem Thema zu befragen. Je besser ihr auf das Gespräch mit der Vermieterin vorbereitet seid, desto größer die Aussicht auf Erfolg. Im Interesse einer gesunden Bausubstanz sollte die Vermieterin auf jeden Fall informiert werden. Isolierung ist nicht immer sinnvoll. Wenn kein Lüftungskonzept vorliegt werden die Probleme evtl. noch größer. Hoffe so ausführlich und hilfreich wie möglich geantwortet zu haben. Viel Erfolg im Kampf gegen den Feind! Ich meine den Schimmel nicht die Vermieterin.
Hallo, in der Regel sollte es kein Problem sein mit den Vermietern darüber zu sprechen. Mit größter wahrscheinlichkeit werden die aber sagen das es am Lüften liegt. Kann sein das Ihr irgendwo eine Kältebrücke habt oder im schlimmsten Fall etwas undicht von außen her ist. Mit Alkohol bekommt man wenn man Glück hat das optische weg mehr aber auch nicht. Der Schimmel wird an dieser Stelle relativ schnell wieder wachsen. Ich hab das Problem mit dem Schimmmelstop von der Fa. Ago behoben. Erst Schimmelentferner drauf und dann den Schimmelstop hinterher. Da hat man wenigstens die Gewissheit das die giftigen Sporen weg sind.
in den meisten Problem-Fällen bei Schimmel in der Wohnung trifft meines Erachtens den Mieter keine Schuld, sofern er nicht vergisst durch normale Stoßlüftung einen Luftaustausch und somit Feuchtetransport von der Wohnung nach Außen zu erwirken.
Es ist also stets sinnvoll in solchen Fällen in einen Feuchte-Messung zu investieren ( kostet nur wenige Euro) um den Feuchtegehalt in den Wohnräumen überwachen zu können. Die relative Luftfeuchte sollte zwischen 40 und 60 % liegen. An ordentlich gedämmten Außenwänden wird normalerweise die Taupunkt-Temperatur an der Wohnungsinnenwand dann nicht mehr unterschritten, es kommt somit nicht zu Kondensat-Bildung und Durchfeuchtung der Wand. Eine Schimmelbildung ist hier nicht möglich.
Nachfolgend ein link mit weiteren Informationen zu diesem speziellen Sachverhalt. Für Kältebrücken ist der Mieter nicht verantwortlich! Eine Meldung an den Vermieter ist immer ratsam, um nicht in ein „Eigen- bzw. Mitverschulden“ zu geraten.
Zum ersten, sie sind sogar dazu verpflichtet evtl. Schimmelschäden zu melden.
Ich denke es handelt sich hierbei um eine Taupunktunterschreitung (bitte mal hier im Forum suchen - ich hatte schon mehrfach dazu etwas geschrieben).
Dies kann verschiedene Ursachen haben:
falsches Lüften (es muss mehrfach am Tag Stossgelüftet werden, nicht den ganzen Tag das Fenster auf Kipp)
Ein akuter Wasserschaden (würde allerdings bedeuten das die Flecken stetig größer werden)
Ein Baumangel (schlecht gedämmte Außenfassade - nachträglich eingebaute Isolierglasfenster; steht im Zusammenhang mit Punkt 1)
Zur Behandlung:
Ein abreiben mit Hochprozentigem Alkohol ist relativ unproblematisch, genau so kann aber auch Essigessenz genutzt werden.
In beiden Fällen müssen unbedingt Handschuhe getragen werden.
Ich hoffe ihnen ein wenig weitergeholfen zu haben.