Hallo zusammen,
seit fast 3 Jahren wohne ich in meiner Dachgeschosswohnung (zur Miete). Bisher hatte ich nie ein Problem mit Schimmel, aber vorhin ist es dann passiert: Ich wollte ein paar Kartons von Puzzeln endlich mal wegräumen. Die hatte ich seit ca. 2 Jahren angefangen in der Ecke meines Schlafzimmers (Ecke Außenwand-Wand nach innen) zu horten. Böse Überraschung: Überall an der Ecke wo die Kartons waren war Schimmel. Die Kartons berührten nicht direkt die Wand, an keiner Seite. Ich habe dann gesehen dass eine kleine Schimmelspur sich die Innenwand Richtung Flur entlangzog.
Ich habe jetzt die Tapete an diesen Stellen vollständig entfernt und abgewaschen. Dann habe ich behelfsweise Sagrotan drauf gesprüht und jetzt habe ich die Fenster im Schlafzimmer offen und die Kommode und den Staubsauger, die entlang der Innenwand standen, etwas von der Wand entfernt.
Morgen, wenn die Erkältung etwas besser ist, möchte ich in den Baumarkt und etwas zur Schimmelbekämpfung holen (wobei meine Mutter mir gerade EM empfohlen hat).
Vorerst plane ich keine neue Tapete dran zu machen, da ich nach Weihnachten auf Wohnungssuche gehen möchte.
Natürlich werde ich jetzt mein Lüftungsverhalten etwas genauer unter die Lupe nehmen, aber gerade das Schlafzimmer war bei mir der bestgelüfteste Raum in der Wohnung. Jeden Abend habe ich dort ca. 1-2 Stunden die Fenster offen; die Heizung ist tagsüber an für eine angenehme Raumtemperatur, nachts ist sie automatisch aus.
Gibt es von eurer Seite Empfehlungen oder Kritik? Ist es okay, wenn ich so verfahre wie beschrieben? Oder gibt es noch etwas zu beachten?
Wie schnell entwickelt sich eigentlich Schimmel? Vor ca. 4-5 Monaten war dort noch nichts, denn damals habe ich Kartons umsortiert und es wäre mir aufgefallen…
Lieben Dank!
Das Laemmchen87
Liebes Laemmchen87,
Zu den Ursachen:
Stehen Möbel, Kartons, Matratzen o.ä. zu dicht an Außenwänden, bildet sich Schimmel.
Beim Lüftungsverhalten ist zu langes Lüften genauso schädlich wie eine falsche (Kipp-)Stellung des Fensters:
Je nach Raumnutzung muss dass Fenster in der Heizperiode vollständig aufgedreht werden, und zwar für 15-20Minuten. Der Raum darf dabei nicht auskühlen. Ansonsten bleibt das Fenster geschlossen, also auf gar keinen Fall in Kippstellung.
Zur Bekämpfung:
Schon mal gut war es, die Tapete zu entfernen, denn der meiste Schimmel aber auch Pilzsporen sind zwischen Putz und Tapete vor allem im Kleister.
Ich empfehle Schimmelentferner von Mellerud, weil sie einerseits den Schimmel entfernen, andererseits schadstoffarm (z.B. chlorfrei) sind.
Beim neu Tapezieren würde ich dem Kleister wie ggf. der Wandfarbe etwas Schimmelschutz zugeben. Auch hier empfehle ich Mellerud.
Die Produkte gibt es in guten Baumärkten, sind etwas teurer, dafür aber gut getestet (auch von Ökotest).
Herzlichst
Ole Welzel
Hallo Ole Welzel 
Ersteinmal dankeschön für deine Antwort.
Ich habe mittlerweile den Auslöser für die Feuchtigkeit gefunden - war mein eigener Fehler. Im Schlafzimmer habe ich immer meine Wäsche zum Trocknen stehen (da kein seperater Kellerraum, Bad zu klein, Balkon - na ja…) Da werd ich mir eine andere Lösung für suchen müssen.
Jedenfalls habe ich mir den Schimmelentferner von Mellerud gekauft - wurde mir auch von einem wirklich netten und kompetenten Baumarkt Mitarbeiter empfohlen. Ich gehe also davon aus, dass ich den Schimmel mittlerweile besiegt habe.
Mein jetziges Problem: Die Wand ist feucht. Daher habe ich mir im Baumarkt noch ein Granulat mitgenommen - ein Raumentfeuchter passend zur Größe meines Zimmers. Ich fürchte nur, dass das einige Zeit dauern wird, bis das Wirkung zeigt.
Daher folgende Fragen:
Da es mein Schlafzimmer ist und ich dort schlafe (welch Wunder) und ich dadurch ja nachts durch das Atmen Feuchtigkeit ausstoße, hat mir eine Kollegin empfohlen das Fenster doch leicht offen zu lassen (habe Dachfenster, also ist es eine Kippstellung). Die Heizung schaltet sich im ganzen Haus abends um 10 oder 11 ab und erst morgens um 5 wieder an. Ist dieses Verhalten richtig oder soll ich das Fenster geschlossen lassen?
Ich lüfte morgens (alle Fenster auf so dass Durchzug entsteht) für ca. 10-15 Minuten. Und abends wenn ich von der Arbeit komme das selbe Spiel. Meistens mache ich im Schlafzimmer (bei geschlossener Tür) die Fenster nochmal 15-20 Minuten auf, da es im Zimmer nach nasse Tapete riecht und ich einfach nochmal Frischluft haben möchte. Ist auch das in Ordnung?
Was wäre dein Tipp, wie ich die Wand am schnellsten trocken bekomme? Und wenn sie trocken ist, kann ich wieder Möbel mit etwas mehr Abstand davor stellen? (Ich habe nicht vor neu zu tapezieren da ich nächstes Jahr sowieso ausziehen möchte und dann die Tapeten entfernen muss.)
Tut mur Leid für diese Romane…
Was man beim Bewohnen einer Wohnung so alles falsch machen kann ist schon unglaublich… Ich war ganz schön naiv und bin ganz schön unwissend…
Danke vorab für eine weitere Antwort! 
Schönen Abend!
Das Laemmchen