Schimmel - die zweite (need help!)

Doppelposting: siehe „Recht“
… ich bin so sauer! ende letzten jahres haben wir schimmel an der außenwand unseres schlafzimmers entdeckt. wir wohnen im erdgeschoß und der schimmel war am krassesten ca 1/2 m über dem boden. die vermieterin war telefonisch natürlich nicht zu erreichen (urlaub). wir haben uns entschlossen, auf eigene faust zu handeln, weil in dem schlafzimmer (erdgeschoß) auch unsere 1/2 jährige tochter schläft und schon erste zeichen einer neurodermitis zeigt (genau wie ich).
was wir bisher getan haben: wir haben die wand zwei tage mit einem elektro-heizlüfter getrocknet, dann haben wir die tapete vom ganzen zimmer runtergerissen (dabei ist uns natürlich noch der halbe deckenputz auf den kopf geflogen) und haben jeden fitzel sorgfältig abgekratzt. danach mit ordentlich gift dem schimmel eins auf die mütze gegeben. dann haben wir den raum mit farbe (ohne tapete) frisch getüncht und zwar haben wir in die farbe noch so ein desinfektionsmittel vom obi reingetan.
soweit so gut.
im zuge der renovierung haben wir dann auch entdeckt, daß genau diese stelle schon mal abtapeziert und neu drübertapeziert wurde (rauhfasertapete hatte andere körnung und es waren eben fünf bahnen nebeneinander, die bis auf halbe raumhöhe reichten). scheinbar hatte ein vormieter da schon mal was dran gemacht.
außerdem haben wir uns mittlerweile im haus umgehört - siehe da, auch andere haben ein schimmelproblem. ein wohnungseigentümer wollte wohl auch das haus (baujahr ca 1965) früher mal im zuge einer fassadenrenovierung isolieren lassen, was aber auf der eigentümerversammlung abgelehnt worden ist (kostengründe).
jetzt hab ich heute endlich die vermieterin erreicht. das erste, was sie gesagt hat ist, daß es überhaupt nicht nötig wäre, das ganze zimmer neu zu renovieren und wenn, würde das dann sowieso in unseren aufgabenbereich fallen, weil renovieren sei ja schließlich mietersache. wir hätten also nur die stelle ausbessern müssen, an der es geschimmelt hätte und das wäre auch das einzige, was sie uns zahlt.
außerdem hat sie zuerst behauptet, „niemand im haus hat schimmel außer ihnen“ - lügt sie mich auch noch an!
nebenbei: im rahmen des mieterwechsels mit unserer vormieterin war sie kein einziges mal hier, im mietvertrag steht „übernahme wie gesehen“.
jetzt bin ich natürlich stinkesauer. ich hätte schließlich auch einen maler bestellen können, der das gleiche gemacht hätte mit einem kleinen kostenunterschied.
jetzt also endlich meine frage: gibt es irgendwo im netz eine „gebrauchsanleitung“ fürs schimmelentfernen, den ich meiner vermieterin schicken kann und sie sieht, daß ich die tapeten runtermachen mußte?
was würde ein maler für diese arbeiten verlangen (raumgröße ca 25 qm)?
kann ich meine arbeitszeit mit abrechnen und wenn ja, wieviel kann ich verlangen? (wollte ich eigentlich erst nicht, aber wenn die so kommt…ich hätte ja schließlich in meiner freien zeit was schöneres tun können).

hi chris,

ich gehe sicher nicht fehl in der annahme, dass dir die (schnelle) lösung für dein schimmelproblem lieber ist als langwierige streitereien mit dem vermieter.

grundsätzlich: schimmel entsteht, wenn wasser aus der luft an den wänden kondensiert. das passiert immer dann, wenn die wandtemperatur niedriger ist als die raumtemperatur. je grösser die differenz, umso schneller die schimmelbildung.

nun kann einerseits die luftfeuchtigkeit durch STOSSLÜFTEN stark reduziert werden, oft jedoch genügt diese massnahme alleine nicht.

der kardinalfehler liegt meist in der art und weise zu heizen:
wegen der hohen energiepreise versucht natürlich jedermann, die heizkosten zu drosseln, indem z.b. das schlafzimmer tagsüber nicht beheizt und erst vorm schlafengehen die heizung aufgedreht wird. dadurch aber kühlen tagsüber die wände so stark ab, dass sie ihre funktion als wärmepuffer verlieren. um dann eine einigermassen „wohlfühltemperatur“ zu erreichen, muss wesentlich stärker aufgeheizt werden (weil die kalten wände zurückstrahlen) als man gemeinhin glaubt (und dabei wieder die einsparungen verheizt). die stark erwärmte luft (die ja jetzt auch mehr wasser enthält) trifft dann auf die kalte wand … und das wasser kondensiert.

viel besser wäre, die heizung konsequent auf einem vielleicht 2 - 3 grad geringeren level auch tagsüber zu halten. auf jeden fall tritt das schimmelproblem umso schneller auf, je höher die temperaturschwankungen sind.

auch wenn du im moment durch die renovierung das schimmelproblem gerade nicht hast, empfehle ich dir, für längere zeit durchzuheizen um die mauern auf raumtemperatur zu bringen.

PS: kleinere beginnende schimmelstellen lassen sich übrigens sehr gut mit einer heissluftpistole (aber keinen föhn verwenden!) im schach halten.

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hi chris,
ich sehe gerade dein vorposting weiter unten.

ganz wichtig: ab sofort kein gekipptes fenster mehr. damit förderst du auch bloss die abkühlung der wände und trägst sehr wenig zur reduzierung der luftfeuchtigkeit bei. morgens und abends stosslüftung wirkt wesentlich besser.

ein gutachter ist sehr teuer und er wird dir wahrscheinlich nicht viel mehr sagen können als ich dir soeben erzähle. es ist davon auszugehen, dass das haus aus den 50ern nicht gerade eine besonders gute wärmeisolierung besitzt (was aber an und für sich keinen baumangel darstellt) und du dich daher mit etwas höheren heizkosten als in einem gut isolierten bau abfinden musst.

ich vermute mal, dass aufsteigende nässe kaum der grund für die nasse wand sein wird. denn dann müsste auch der fussboden im bereich des wandanschlusses schadhaft (verfault) sein.

somit ist deine „nasse“ wand nur durch kondensation von luftfeuchtigkeit entstanden (wie das passieren kann, habe ich im erstposting gesagt). es hat auch keinen sinn, die wand mit einem heizlüfter zu „trocknen“. wenn der heizlüfter nicht wirklich „heiss“ auf die wand hinbläst, förderst du damit nur noch zusätzlich das schimmelwachstum.

ein weiterer punkt wäre noch der anstrich. gut, dass die alten tapeten entfernt wurden. auf keinen fall sollte dispersion für einen neuanstrich verwendet werden, am besten bewähren sich leim- oder kalkfarben, die die wände atmen lassen.

also nochmals: heize eine zeitlang nicht auf sparflamme und vermeide temperaturschwankungen im raum. du wirst sehen, dein schimmelproblem ist bald gelöst.

wie kann ich denn erkennen, ob der fußboden „verfault“?? da is doch so’n plastikboden drauf. interessant ist nur, daß da zwischen dem rand vom boden und der wand eine so ungefähr 1cm breite ritze ist, in der ich eine spachtel locker bis zum anschlag stecken kann, ohne irgendwo auf widerstand zu stoßen.
kann das so ein fauler boden sein?

chris

du willst wohl unbedingt deiner vermieterin am zeug flicken *g*?

die 1 cm breite stossfuge dient aller wahrscheinlichkeit nach der schalldämmung und deutet zunächst einmal nicht auf einen angefaulten boden hin. du müsstest schon irgendwo den kunststoffboden abheben, um darunter nachsehen zu können.

wie sieht den der verputz in diesem bereich aus?

ich höre nichts von deinen heizugewohnheiten???

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hi
das kann die lösung wohl nicht sein, abtrocken, schnell neu
alles zukleben und fertig?
da muss schon mal von der konstruktion her genau gesucht werden
wo gibt es an der Außenwand schwachstellen?
wo kann feuchtigkeit eindringen? wie sieht es mit der außendämmung aus?wie sieht es an der stelle aus, an der
die oberkante boden an die mauerziegel anstößt? ist dort eine
stelle, die nicht fachgerecht abgedichtet ist?

da gehöhrt ein fachmann her, der ein gutachten erstellt.
das muss dann dem vermieter vorgelegt werden. aber das ist mit erheblichen kosten verbunden. wenn sich viele vermieter zusammen tun könnten? ich glaube, ausziehen wäre das beste.

alles gute sanne