Schimmel/Feuchtigkeit

Hallo liebe Experten,

wenn ich mir die FAQ zu diesem Thema anschaue, dann verstehe ich das so, dass Schimmel hauptsächlich entsteht, dass die Luftzirkulation durch dichtere Fenster nicht mehr so gewährleistet ist wie früher. Und dadurch bleibt die Feuchtigkeit, die die Bewohner und andere Dinge (feuchte Wäsche etc.) erzeugen, in der Wohnung. Wenn jetzt regelmässiges Lüften nichts bewirken sollte, habe ich mir überlegt ob man dann durch Raumentfeuchter eine Besserung bewirken kann.
Hat da jemand eine Meinung dazu, bzw. Erfahrung?

Vielen Dank
Martin

Hey,
hab son Ding seit einigen Jahren in (aussetz) Betrieb und staune immer wieder über die die Menge des herausge"filterten" Wassers.
Bad, 10qm, 2,3m hoch, ca. 4l Wasser über Nacht. Mit feuchter Wäsche auch 5l.
Der Schimmel hat sich damit erledigt.
Gruß

Jein
Hallo Martin,
die Ursachen für Schimmelbildung in Gebäuden :

  1. Schlechte Wärmedämmung / Dampfbremse und
  2. Unzureichende Belüftung.
    Schimmel tritt meist in Raumecken (bei Außenwänden), hinter Schränken und Wandverkleidungen auf. Die in der Raumluft enthaltene Feuchtigkeit kondensiert auf der „kalten“ Wandoberfläche.
    Lüften, Wärmedämmung und entsprechende freie Luftzirkulationsmöglichkeiten (z.B. Schränke etwas von der Wand wegrücken) sind geeignete Massnahmen. Raumentfeuchter halte ich für weniger sinnvoll, da gerade im Winter die Raumluft schon sehr trocken und damit ungesund ist (Reizhusten, Erkältungen).
    Grüße
    BW

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Hallo,

wenn ich mir die FAQ zu diesem Thema anschaue, dann verstehe
ich das so, dass Schimmel hauptsächlich entsteht, dass die
Luftzirkulation durch dichtere Fenster nicht mehr so
gewährleistet ist wie früher.

Mit Zirkulation hat das weniger zu tun, aber mit
Luftaustausch, also
-> trockene kalte Luft rein -> warme feuchte Luft raus…

Und dadurch bleibt die
Feuchtigkeit, die die Bewohner und andere Dinge (feuchte
Wäsche etc.) erzeugen, in der Wohnung. Wenn jetzt
regelmässiges Lüften nichts bewirken sollte,

Regelmäßiges Lüften bewirkt ganz sicher etwas.

Im Winter besteht die beste Möglichkeit, Bausubstanz ohne
zusätzliche Technik auszutrocknen. Dazu muß nur ordentlich
geheizt und regelmäßig stoßgelüftet werden.

Wenn Du im Winter kalte Luft reinläßt, dann hat die fast
keine Feuchte mehr. Wenn diese Luft auf 22°C aufgewärmt
wird, kann sie bei 80% rel. Feuchte knapp 20g/m³ Wasser
aufnehmen.
Aus einer Wohnung mit 50m² x 2,7m kannst Du also durch
einmal kräftiges Lüften mehr als 2 Liter Wasser zum
Fenster rauslassen.
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

habe ich mir
überlegt ob man dann durch Raumentfeuchter eine Besserung
bewirken kann.
Hat da jemand eine Meinung dazu, bzw. Erfahrung?

Kostet Energie und ist bei normaler Bausubstanz und
vernüftigem Verhalten nicht nötig.

Gruß Uwi

Hallo Martin,

ich bin zwar kein Experte, aber Schimmelbildung tritt neben den von meinen Vorrednern bereits genannten Ursachen zum großen Teil an sogenannten Kältebrücken auf, zum Beispiel wenn bei Vollwärmeschutz
die Anschlüsse an Fensterlaibungen, Türen, Dachkästen ect. nicht korrekt ausgeführt wurden. Mögliche Ursache kann aber auch ein versteckter Baumangel sein, z. B. eine defekte Regenrinne, ein Haarriss im Mauerwerk genügt dann, und es kommt zu einer ständigen Durchfeuchtung, die sich im Innenbereich mit Schimmelbildung nachvollziehen lässt. Lüftungsfehler werden von Eigentümern und Handwerkern gern als erstes genannt, weil es die einfachste und schnellste Erklärung ist. Sollte das Problem durch verändertes Lüftungsverhalten trotzdem bleiben, müssen die anderen vorgenanten evtl. Ursachen geprüft werden, da es sonst zu dauerhaften Schäden der Gesundheit und nicht zuletzt auch am Gebäude kommen kann. MfG M.P.

Hallo M.P.,

Lüftungsfehler werden von Eigentümern und Handwerkern gern als
erstes genannt, weil es die einfachste und schnellste
Erklärung ist. Sollte das Problem durch verändertes
Lüftungsverhalten trotzdem bleiben, müssen die anderen
vorgenanten evtl. Ursachen geprüft werden, da es sonst zu
dauerhaften Schäden der Gesundheit und nicht zuletzt auch am
Gebäude kommen kann.

Ich habe jetzt auch gerade das Problem …

Das Gebäude ist 50-60 Jahre alt, 8 Stockwerke hoch, wir wohnen im 8ten, Mauerwerk Tonziegel, Sichtmauerwerk.

So vor 10 Jahren wurden die Fenster gegen moderne mit Isolierverglasung und Gummidichtung ausgetauscht (damals waren wir dort noch nicht Mieter).

Vor 6 Monaten wurden Küche und Bad totalsaniert und die Wohnungstür gegen eine neue ausgetauscht.

Die Vorherige, zentral gesteuerte, Lüftung für Küche und Bad wurde durch individuelle Lüfter ersetzt (Im Bad duch das Licht gesteuert; Küche: Dunstabzugshaube).

Da die alte Lüftung etwas falsch dimensioniert war, hat es in unserer Wohnung recht gezogen, bzw. die Wohnungtür hat geheult, wie man das sonst nur bei Sturm kennt. Das Einschalten der zentralen Lüftung hat sich jedesmal angehört wie eine entfernte Explosion und ganze Fensterfron knakste, weil sie durch den Unterdruck hineingezogen wurde.
In der Küche gibt es noch einen, in eine (Aussen-)Mauerecke eingebauten, Schrank, welcher unte und oben je ein Lüftungsrohr durch die Mauerwand hatt(e). Diese Lüftungs rohre wurden bei der Sanierung verschlossen und nun haben wir in diesem Schrank eine Pilzzucht.

OK, die Wohnung ist nun wärmer, aber wenn man nach Hause kommt, fällt einem immer auf, dass die Wohnung recht Feucht ist, auch wenn morgens nicht geduscht oder gekocht wurde. Es gibt zwar einige Pflanzen in der Wohnung, aber diese benötzigen zusaamen etwa 1l Wasser in der Woche.

Achja, bei der Sanierung wurde vergessen, dass die abgesaugte Luft ja irgendwoher nachströmen muss. Wenn wir also die Dunstabzugshaube in der Küche auf „vollgas“ stellen, fällt im Bad die Abdeckplatte zum Versorgungsschacht von der Wand…

Ich kenne auch einen anderen Fall, bei welchem bei einer Sanierung dichte Fenster eingebaut wurden. Nach 6 Monaten hat man dann alle Dichtungsgummi bei den Fenstern rausgerissen. Der Bauphysiker meinte man müsse halt jede Stunde Stosslüften …

Aber wer will Nacht jede Stunde aufstehen und wie macht man das Tagsüber, wenn man arbeitet ??
Auf dem Papier entstehen zwar schöne Werte, was den Energiebedarf angeht, aber ist soetwas noch bewohnbar ??

Mal sehen was jetzt bei uns geschiet, morgen ist ein erster Besichtigungstermin angesagt !!

MfG Peter(TOO)

Hallo Peter,

Ich habe jetzt auch gerade das Problem …

Das Gebäude ist 50-60 Jahre alt, 8 Stockwerke hoch, wir wohnen
im 8ten, Mauerwerk Tonziegel, Sichtmauerwerk.

Ungünstig, Außenwände und Dach

So vor 10 Jahren wurden die Fenster gegen moderne mit
Isolierverglasung und Gummidichtung ausgetauscht (damals waren
wir dort noch nicht Mieter).

Das ist schon mal gut

Vor 6 Monaten wurden Küche und Bad totalsaniert und die
Wohnungstür gegen eine neue ausgetauscht.

Vermutlich Schallschutz und aus versicherungstechnischen Gründen

Die Vorherige, zentral gesteuerte, Lüftung für Küche und Bad
wurde durch individuelle Lüfter ersetzt (Im Bad duch das Licht
gesteuert; Küche: Dunstabzugshaube).

Das ist auch gut

Da die alte Lüftung etwas falsch dimensioniert war, hat es in
unserer Wohnung recht gezogen, bzw. die Wohnungtür hat
geheult, wie man das sonst nur bei Sturm kennt. Das
Einschalten der zentralen Lüftung hat sich jedesmal angehört
wie eine entfernte Explosion und ganze Fensterfron knakste,
weil sie durch den Unterdruck hineingezogen wurde.
In der Küche gibt es noch einen, in eine (Aussen-)Mauerecke
eingebauten, Schrank, welcher unte und oben je ein
Lüftungsrohr durch die Mauerwand hatt(e). Diese Lüftungs rohre
wurden bei der Sanierung verschlossen und nun haben wir in
diesem Schrank eine Pilzzucht.

Tja, es wird wärmer, aber der Schrank müsste etwas vor die Wand gestellt werden

OK, die Wohnung ist nun wärmer, aber wenn man nach Hause
kommt, fällt einem immer auf, dass die Wohnung recht Feucht
ist, auch wenn morgens nicht geduscht oder gekocht wurde. Es
gibt zwar einige Pflanzen in der Wohnung, aber diese
benötzigen zusaamen etwa 1l Wasser in der Woche.

Achja, bei der Sanierung wurde vergessen, dass die abgesaugte
Luft ja irgendwoher nachströmen muss. Wenn wir also die
Dunstabzugshaube in der Küche auf „vollgas“ stellen, fällt im
Bad die Abdeckplatte zum Versorgungsschacht von der Wand…

Das klingt schon krass, so dicht kann doch eigentlich kein Raum sein

Ich kenne auch einen anderen Fall, bei welchem bei einer
Sanierung dichte Fenster eingebaut wurden. Nach 6 Monaten hat
man dann alle Dichtungsgummi bei den Fenstern rausgerissen.
Der Bauphysiker meinte man müsse halt jede Stunde Stosslüften

Der Bauphysiker sollte sich über die Fehler in der Bauausführung Gedanken machen und nicht derart sinnfreie Vorschläge „für die Praxis“ unterbreiten

Aber wer will Nacht jede Stunde aufstehen und wie macht man
das Tagsüber, wenn man arbeitet ??
Auf dem Papier entstehen zwar schöne Werte, was den
Energiebedarf angeht, aber ist soetwas noch bewohnbar ??

Mal sehen was jetzt bei uns geschiet, morgen ist ein erster
Besichtigungstermin angesagt !!

Hoffentlich hat jemand über die schlechte Außendämmung nachgedacht

MfG Peter(TOO)

Habe auch in diversen Altbauten gewohnt, mit Schimmel an Außenecken usw. Früher (ich meine hier zum Zeitpunkt des Bauens) hatte man vielleicht noch andere Lebensgewohnheiten (z.B. weniger duschen, nur 1 x baden am Wochenende), angelaufene Scheiben wurden als normal empfunden, es gab nur eine warme Stube, zugige Fenster und Türen waren üblich usw., weder Mensch noch Gebäude mussten „leiden“. Mit den steigenden Energiekosten, Energiesparverordnungen und den steigenden Ansprüchen der Bewohner (der Vermieter kassiert ja i.d.R. auch eine hohe Miete) wird die nachträgliche Sanierung Pflicht. Leider versucht man zuerst, die günstigsten Massnahmen zuerst anzupacken, spart an der Beratung durch Fachleute, und verschlimmbessert die Situation.
Ich hoffe, es zeichnen sich Verbesserungen seit eurer gestrigen Besichtigung ab.
Grüße
BW

Jein - Falsch
Hi,

die Ursachen für Schimmelbildung in Gebäuden :

  1. Schlechte Wärmedämmung / Dampfbremse und
  2. Unzureichende Belüftung.

Nix da, von wegen ’ und 2.’.
Unzureichende Belüftung ist vielleicht ein ‚Workaround‘ aber keine Ursache,
‚1. Schlechte Wärmedämmung‘ ist da schon eher ne sog. ‚Ursache‘.
Das mit der geeigneten Belüftung ist net so trivial. Das funktioniert nämlich
genau dann nicht, wenn ‚draussen‘ die Luftfeuchte zu hoch ist (im Sommer).
Ausserdem kanns unnötig kalt in der Wohnung werden. Bessere Lösungen (kosten-
günstige, energetisch optimale) wären hier schon hilfreicher.
Siehe auch Wikipedia.de -> Lüftung.

Habe mal über Jahre einen elektr. Luftentfeuchter/Raumluftkondenstrockner
in Betrieb gehabt. Wenn dann das Klima in der Wohnung dann stimmt, ist auch nirgendwo
mehr Schimmel. Echt - nix mehr - aller Schimmel weg.

VG,
-Thomas

Hallo BW,

Tja, es wird wärmer, aber der Schrank müsste etwas vor die
Wand gestellt werden

Das geht nicht !!! Da müsste ich schon das Haus rücken…
Der Schrank besteht links und hinten aus der Aussenmauer, die rechte Seite ist die Trennmauer zum Wohnzimmer. In den Ecken sind nur Holzleisten in welche die Tablare eingehängt werden.

Achja, bei der Sanierung wurde vergessen, dass die abgesaugte
Luft ja irgendwoher nachströmen muss. Wenn wir also die
Dunstabzugshaube in der Küche auf „vollgas“ stellen, fällt im
Bad die Abdeckplatte zum Versorgungsschacht von der Wand…

Das klingt schon krass, so dicht kann doch eigentlich kein
Raum sein

Doch doch, das geht, wenn man Fenster mit Gummidichtung hat !!

Ich kenne Fälle wo der Putz von den Wänden implodiert ist.
War ein speieller wasserdichter Putz in einem Keller. Bei 0.1 bar Unterdruck hast du schon 100kg/m2 welche am Putz zerren…

Der Bauphysiker meinte man müsse halt jede Stunde Stosslüften

Der Bauphysiker sollte sich über die Fehler in der
Bauausführung Gedanken machen und nicht derart sinnfreie
Vorschläge „für die Praxis“ unterbreiten

Oooch, diese Bauphysiker sind ja ganz putzig, sie haben immer so süsse Ideen … :wink:)


eine warme Stube, zugige Fenster und Türen waren üblich usw.,
weder Mensch noch Gebäude mussten „leiden“. Mit den steigenden
Energiekosten, Energiesparverordnungen und den steigenden
Ansprüchen der Bewohner (der Vermieter kassiert ja i.d.R. auch
eine hohe Miete) wird die nachträgliche Sanierung Pflicht.

Aber mit den „zügigen“ Fenstern war das Raumklima besser. Da der Luftaustausch höher war, gab es auch weniger Probleme mit SChadstoffen, welch z.B. aus Lacken usw. ausdünsten.

Leider versucht man zuerst, die günstigsten Massnahmen zuerst
anzupacken, spart an der Beratung durch Fachleute, und
verschlimmbessert die Situation.

Angeblich waren da Fachleute am Bau. Das ganze wurde von einer hiesigen grossen Firma geleitet …

Ich hoffe, es zeichnen sich Verbesserungen seit eurer
gestrigen Besichtigung ab.

Sorry, habe mich verschrieben, der Termin ist morgen, Do.

MfG Peter(TOO)

Hallo Martin,
bevor ich mir irgendeinen Entfeuchter kaufen würde, der auch ganz nett Strom verbraucht, würde ich ein gutes Hygrometer aufstellen und es mit stündlichem Stosslüften versuchen.
Bei mir sind es 55% rel. Luftfeuchte und 22 Grad. Laut http://www.euraoil.com/shop/133.php3 ist das zu trocken und kostet unnötig Heizkosten. Wäre es bei mir feuchter, könnte ich vermutlich 20 Grad bei gleichem Wohlgefühl einstellen. Dass es zu trocken ist merke ich auch daran, dass ich „geladen“ bin und immer wieder mal einen elektr. Schlag bekomme.
Gruss
w.s.