Hallo uhuuhu88,
in Ihren vorliegenden Falle sind mehr Dinge zu betrachten, als das Bett allein.
- Frage: Hat es vor dem Aufbau des Bettes in dieser Ecke auch schon geschimmelt?
- Wie lange bewohnen Sie diese Wohnung bereits?
- Haben Sie Feuchtequellen im Schlafzimmer (Aquarium, Terrarium?
- Welche Tag- und Nachttemperaturen herschen in diesem Zimmer (welches Heizverhalten)
- Aus welches Baumaterial ist diese Außenwand und welcher Putz (Gips, Zement, Kalk-Zement) ist augebracht?
- Waren evtl. die Bauhölzer für das Bett zu feucht?
- Sind beiden Wände Außenwände oder ist dies ein Reichenhaus?
Wie Sie sehen, gibt es eine Reihe von Fragen, die genauer beleuchtet werden müssen, um eine bauliche Bewertung zu treffen.
Wenn ich Sie aber richtig verstehe, geht es Ihnen eher um eine kurzfristige Lösung des Schimmelbefalls, auch wenn die Ursachen damit NICHT ALLE beseitigt sind.
Sie haben ersteinmal alles richtig gemacht. Bett weg und Schimmel (ist ja nichts anderes ein ein Pilz) „tod desinfiziert“.
Ich rate Ihnen jedoch dazu, einen Tapetenwechsel vorzunehmen! Nur das Entfernen der Lebengrundlage des Pilzes wird seinen „sicheren Tod“ bedeuten! Das heisst weg mit schimmelpilzbegüstigenden Untergründen und weg mit Feuchtigkeit. Die Feuchtigkeit, die zum Schimmelschaden geführt hat, ist allerwahrscheinlichkeit nach auskondensierte Luftfeuchtigkeit. Dies geschieht dann, wenn feuchtwarme Luft auf niedrige Oberflächentemperaturen trifft (beim Kochtopf ist das auch so…)
Niedrige Oberflächentemperaturen sind dadurch entstanden, dass Sie Ihr Bett direkt an die Wand gebaut haben. So konnte dadurch die Oberfläche der Wand nicht mehr ausreichend erwärmt werden.
Wenn Sie also schon länger in dieser Wohnung wohnen und bislang an dieser Ecke keine Schimmelpizprobleme hatten, so würde es reichen, wenn Sie Ihre zukünftiges Bett (auch Schränke ect.) mit etwas Abstand zur Wand aufbauen. Auch wäre es wichtig, dass Sie alle Möbel auf Füßchen stellen, dass so auch eine Konvektion der warmen und kalten Luft möglich ist.
Zum weiteren Vorgehen: Am besten ist es, Sie entfernen alle Tapeten restlos! Besorgen sich einen kleinen Bunsenbrenner (gibts auch im Baumarkt) und flammen vorsichtig (Achtung Holzfußboden!) die Wände ab. Sie holen sich in der Apotheke 76% Alkohol und streiche diesen zusätzlich auf die betroffenen Stellen + eine ca. 0,50m Zone und den Schimmelbefall.
Dann sind erstmal 99% aller Sporen von der Wand tot! Man könnte zusätzlich noch die Luft desinfizieren, halte ich aber für unnötige Geldverschwendung, da eine gewissen Sporenkonzentration ständig vorhanden ist.
Wihtig ist nun, was wieder drauf kommt. Ich rate Ihnen von Tapeten ab! Diese sind erneut begüstigende Untergründe für eine Schimmelpilzbildung.
Mein Vorschlag: Spachtel Sie alle Wände mit einer Kalkglätte (gut sortierter Baumarkt oder Fachhandel) schön glatt (Achtung! keine Giptsglätte!!!) und schleifen Sie die Oberfläche bis alles schön ist.
Anschließend streichen Sie alles mit einer Silikatfarbe. Auch diese gibts inzwischen im gut sortierten Baumarkt oder im Fachmarkt. Wenn Sie noch einen Schritt weitere gehen möchten, kann ich Ihnen auch eine Kalkfarbe empfehlen. Diese ist zwar noch etwas teurer, hat aber den Vorteil eines hohen PH-Wertes (ca. 12-14). Schimmelplize finden das gar nicht gut ;0).
Wichtig hier, sie muss wischbeständig sein.
Wischbeständige Kalkfarbe kann man auch selbst herstellen:
Zutaten: Kalkfarbe aus dem Baumarkt (ca. 9€/10Liter, billuger gehts nicht!)
Mischfarben für Ihre Farbauswahl und einen Becher Magerquark.
Sie mischen ca. 0,5kg Magerquark auf die 10 Liter Kalkfarbe (kein Wasserzugeben!!!) und verrühren dies gut, wodurch de Farbe sehr wässrig wird. Nun mischen Sie mit Mischfarben Ihren Lieblingsfarbton hinzu und streichen oder rollen es auf die Wände. Fertig! Diese Farbe nennt sich Kalk_Kassein-Farbe, ist hochdifussionsoffen, hat einen hohen PH-Wert und ist wischbeständig.
Empfehlenswert sind bezüglich der Quarkmenge auczh ein zwei Anstrichproben, damit es dann auch wirklich wischbeständig ist!
Diese Farben wirden schon vor 500 Jahren hergestelt!
Alles Gute und gutes Gelingen.
Th. Hammer
Sachverständiger für Gebäudeschäden
innTherm e.K., Kahla