Schimmel im Schlafzimmer per Heizung beseitigen?

Hallo,

habe in einer Ecke des Schlafzimmers (beides Außenwände) unten über der Sockelleiste schwarzen Schimmel, der sich bildet, wenn die Temperaturen Richtung 0°C absinken. Die Wand ist an der Stelle morgens auch feucht. Die Zimmertemperatur liegt immer bei 17-20°C und die Luftfeuchtigkeit bei 60%. Jetzt meinte ein Handwerker, dass die Wand zu kalt sei (bei knapp unter 0°C ca. 10°C Wandtemperatur). Jetzt will der Vermieter von einem naheliegenden Heizkörper ein Rohr ziehen und nahe der Ecke einen kleinen Heizkörper anbringen.
Bringt das wirklich was, oder gammelts dann unter dem Heizkörper weiter?

habe in einer Ecke des Schlafzimmers … schwarzen Schimmel … wenn die Temperaturen Richtung 0°C absinken … Wand ist … morgens auch feucht … Zimmertemperatur … bei 17-20°C … Unter 0°C ca. 10°C Wandtemperatur

Die gute Nachricht zuerst:
Bei der geplanten Vorgehensweise einer Heizkörpererweiterung wird die Schimmelbildung wahrscheinlich in den Griff zu bekommen sein.

Nun die schlechte Nachricht:
Berücksichtigt man, dass bei einer nicht exorbitanten Außentemperatur von lediglich 0°C eine Wandoberflächentemperatur von 10°C vorherrscht, dann ist das zu niedrig. Hier liegt etwas „im Argen“.
Und zwar die Wärmedämmung des Mauerwerkes.
Ich habe gerade einmal versucht, das rechnerisch darzustellen – und war überrascht.

Der Lösungsweg, der nun beschritten werden soll, ist mit „Energieverschwendung“ nicht umschreiben, denn es wäre eine solche in Reinstform! Ein Lösungsansatz von der völlig falschen Seite aus betrieben.

Mich erinnert das an den Seelenverkäufer, der mit einem Loch im Rumpf über die Meere schipperte. Die Reparatur der Schiffshülle war zu teuer, deshalb verließ man sich auf zunehmend leistungsfähigere Pumpen, um dem eindringenden Wasser Herr zu werden …
Eine Metapher, sicherlich.
Doch nicht weit entfernt von der hier mit Humor angebrachten „Lösung“, durch Wärmebestrahlung der Hausfassaden im Außenbereich diese zu beheizen und aufgrund der guten Wärmeleitfähigkeit des Mauerwerkes (oder anders herum: aufgrund der schlechten Wärmedämmung) hierdurch im Innenbereich eine akzeptable Wandtemperatur zu erzielen.

Schimmelbildung kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. In diesem Forum wurde zudem ausführlich darüber diskutiert und auch recht gut informiert (siehe die Beiträge in den Archiven).
Doch eine Wandtemperatur von 10°C (zu 0°C im Außenbereich) sollte dem Vermieter eigentlich zu denken geben. Gesund ist das zu erwartende Raumklima mit Sicherheit nicht. Und die bewusste Erhöhung von (Heiz)Kosten anstelle einer Optimierung der offenbar nicht dem Stand der Technik entsprechenden Fassadendämmung spricht nicht wirklich für die Weitsicht des Vermieters, entlarvt aber die simple Form einer Kostenverlagerung - auf den Mieter …

Zu berücksichtigen wäre natürlich auch, dass eine umfassende Fassadendämmung zwangsläufig eine Mieterhöhung zur Folge hätte, durch welche die neue Wohnqualität erkauft würde.

mfg - Klaus -

Die Idee kam von seinem Heizungsbauer. :wink:
Über eine Mieterhöhung wäre ich natürlich auch nicht begeistert, abgesehen davon, dass der Vermieter lt. eigener Aussage erstmal 50.000,- EUR für eine Wärmedämmung investieren müsste. Sein "Architekt sagte übrigens noch an Sylvester, die Wand sei O-Ton „Tip Top in Ordnung“. Was ich von dem Mann halte brauche ich ja wohl nicht zu sagen. Sein Tipp war auch ausreichend zu heizen im Schlafzimmer (auf 19-20°C). Mein Vermieter weiss nicht mal, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnimmt wie kalte. Traurig!
Zum Heizkörper: Der wird mit der anderen Heizung im Raum verbunden, erhält aber kein eigenes Messgerät zur Heizkostenabrechnung. Ob das jetzt gut ist, kann ich nicht einschätzen. Außerdem: Nachts, wo die Feuchtigkeit an der Wand bei der Kälte draußen entsteht, ist die Heizung eh nur lauwarm. Ob das dann was bringt, finde ich auch fraglich.
Aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

Hallo,

Zum Heizkörper: Der wird mit der anderen Heizung im Raum
verbunden, erhält aber kein eigenes Messgerät zur
Heizkostenabrechnung.

Diese „Heiz“-Kosten, die die Unzulänglichkeit der Wärmedämmung überspielen soll, werden damit auf alle am Heizungssystem beteiligten Parteien umgewälzt. Der gestiegene Gesamtverbrauch wird praktisch im selben Verhältnis wie bisher verteilt, hälftig jeweils nach den abgelesenen „Strichen“ auf den Verdunsterröhrchen (o.ä.) und der Wohnfläche (idR).
Der Vermieter ist damit wieder fein raus.
Gruß
Karl

Wenn man bedenkt, dass bei einer vernünfzigen Wandisolierung die Miete erhöht werden wird, muss man diese Pille wohl schlucken. :frowning:
Denn rechtlich ist ja wohl nicht viel zu machen.

Wenn man bedenkt, dass bei einer vernünftigen Wandisolierung die Miete erhöht werden wird, muss man diese Pille wohl schlucken

Na, ganz so ist das auch wieder nicht.
Konstruieren wir also erneut in humorvoller Weise:
Hätte man eine kleine alleinstehende Wohntoilette mit integrierter Kochnische angemietet, sagen wir ca. 4,367m², und würden wir noch weit hinter Annaberg wohnen, dann käme wohl jedem Vermieter ein Mietzins von sagen wir monatlich 350,–Euro recht. Kaltmiete, versteht sich. Denn mit 80,15€ pro m² käme er unter Berücksichtigung der „Verhältnismäßigkeit zwischen Nutzen zu Aufwand“ recht gut über die Runden.

Nun haben wir aber einen aufsässigen Mieter. Der mokiert sich über die Massivdielen (als Außenwände) genauso wie über die Fugenöffnungen zwischen den Dielenkanten, durch welche der Wind pfeift.
Manchmal pfeift er eine deutsche Weise, manchmal auch eine tschechische.
Auf jeden Fall will er (der uneinsichtige Mieter) nicht auch noch monatlich 300,–Euro zusätzlich für die (natürlich auf seine Kosten aufgestellten) Heizstrahler ausgeben, dessen Aufstellflächen er zu Ungunsten seines bis zum Frühjahr nun im Außenbereich zwischengelagerten Beistelltisches frei räumen musste.

Hier nun aufgrund einer vollzogenen Wärmedämmung der Außenhaut die Miete erhöhen zu wollen, wäre für den Standard des angemieteten Wohnraumes verwerflich und auf dem Wohnungsmarkt wahrscheinlich nur schwierig durchsetzbar.

Nun wieder ernsthaft:
Es kommt auf den örtlichen Mietspiegel an, welcher für jeden Vermieter bei einem Wunsch nach Mietzinserhöhung verbindlich ist.
Läget Ihr beim Mietzins im unteren Bereich des Möglichen, dann könnte er (der Vermieter) seinen Willen wohl berechtigt ankündigen und unter Wahrung von Fristen und Berücksichtigung von oberen Grenzen des Mietzinses durchsetzen.
Um diese Frage konkret beantworten zu können, bedarf es jedoch einer juristisch bewanderten Person oder einer Organisation wie einem Mieterverein.

Es wird jedoch auch einleuchten, dass eine Wohnung dem heute in westlichen Kulturkreisen üblichen Standard entsprechen muss, will man denn den Wohnraum vermieten.
Am Anfang steht immer das Gespräch! Und Eigentum verpflichtet. Nach wie vor!

Mit einem zwinkernden Auge grüßt - Klaus -

Am Anfang steht immer das Gespräch! Und Eigentum verpflichtet.
Nach wie vor!

Das ist zwecklos: Der Vermieter hat ja schon signalisiert, dass er nicht bereit ist, die Wände für 50.000 EUR zu dämmen. Sein Architekt (möchte gerne wissen, wo der studiert hat) sagt ja, die Wände seien „tiptop in Ordnung“. Wahrscheinlich will der nur nicht eigene Fehler beim Ausbau des Hauses zugeben. Außerdem hat er behauptet, wir und die Mieterin unten drunter (mit dem gleichen Problem) würden falsch lüften, obwohl er nie in unseren Wohnungen war.
Immerhin hat der Heizungsbauer festgestellt, dass die Wände sehr kalt seien. Antwort Vermieter: „Das ist normal.“

Muss ich noch mehr schildern?

Habe jetzt bei der Verbraucherzentrale folgendes gefunden:

„Richtige Wärmedämmung
Die Oberflächentemperatur von Außenbauteilen wie Wände, Fußböden und Decken sollte nicht mehr als vier Grad unter der Raumtemperatur liegen. Bei einem größeren Temperaturunterschied empfehlen wir Hausbesitzern, die kritischen Stellen gegen den Wärmeverlust zu dämmen. So verringert sich die Gefahr, dass sich dort Kondensat und damit womöglich Schimmel bildet.“

Dem ist wohl nichts mehr hinzu zu fügen…

Hallo,

hier meldet sich eine absolute Nichtfachfrau, was die Bautechnik betrifft, zu Wort, aber eine, die auch seit über 30 Jahren ‚wohnt‘.

Unser Schlafzimmer war nie beheizt.
Die Raumtemperatur im Winter (aussen zw. -2 und -10 Grad) beträgt innen um die ca. 16 Grad.
Die Aussenwände - Nord- und Ostwand - bestehen in der derzeitigen Wohnung aus Ziegelsteinen und Mineralputz aussen, innen normaler Gipsputz plus herkömmlicher Tapete, also keinerlei Isolierung. Schimmel hatten wir in 3 unterschiedlichen Wohnungen noch nie.

Vermutlich weil:
morgens wird immer mit weit geöffneten Fenstern und Türen in der Wohnung (Durchzug) mindestens solange gelüftet, bis das Kondenswasser, welches sich auf dem unteren Rand der Fenster gebildet hat, komplett ‚weggetrocknet‘ ist. Des Weiteren haben die die Möbel keinen direkten Kontakt zu den Aussenwänden (ca. 3-5 cm von den Aussenwänden Abstand)zwecks Hinterlüftung.

Das Schimmelproblem gab es mal vor Jahren im Keller, als das Fenster wegen der niedrigen Aussentemperatur und infolge Nachlässigkeit tagelang geschlossen blieb und danach ein ungünstig plazierter Schrank Schrank das Abtrocknen der Wände über einen längeren Zeitraum verhindert hat. Als der Schimmel entdeckt und der Schrank umgestellt war, war auch der Schimmel weg, jedenfalls die äußeren Anzeichen für Schimmel.

Statt einer extra Heizung käme mir, zwecks besserer Luftzirkulation eher ein Gebläse in den Sinn, als ein weiter Heizkörper. Aber für normal geschnittene Räume ist ausreichendes(!) Lüften, auch hinter dem Mobiliar, wirklich das Beste und Günstigste gegen Schimmelbildung.

Freundliche Grüße
Maralena

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

zuerst einmal: Maralena hat völlig recht, Gezieltes Lüften ist der beste Weg.
Was mich stutzig gemacht hat: du schreibst, ihr hättet eine relative Luftfeuchte von 60% bei 16 Grad Raumtemperatur und 0 Grad Aussentemperatur. Das läßt auf zu wenig Lüften schließen. Durch Lüften holst Du kalte Ausssenluft (sagen wir mal 70%relative Feuchte bei 0 Grad) rein. Durch das Erwärmen kann die Luft mehr Feuchtigkeit speichern und die die gleiche Feuchtigkeitsmenge in der gleichen Luft macht jetzt nur noch ca 30% relative Luftfeuchtigkeit (bei ca 16Grad) aus, d.h. sie ist jetzt sehr trocken. Dadurch kann die nun trockene Luft leicht zusätzliche Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen. Hat sie das getan, schmeißt du sie durch Lüften mitsamt der nun höheren Feuchtigkeit wieder raus und holst dir frische Luft rein. Und dann geht das Spiel von vorne los.

Gruß
Thomas

auch wenns schwer fällt.
wenn die Außendämmung fehlt ??
hilft nur noch HEIZEN und LÜFTEN.

Bevor ein neuer HK installiert wird, würde ich zunächst mal den vorhandenen HK richtig aufdrehen.

Hab ich alles schon durch. Der HK ist aber von besagter Ecke ca. 2,5m entfernt. Also kommt da wenig an. Und da die Ecke unten „rattenkalt“ ist und warme Luft aufsteigt, bräuchte ich schon Saunatemperaturen… :frowning:

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Sorry, aber ich lüfte den Raum 3-4 mal am Tag quer für ca. 10 Min. Die Raumluft ist übrigens 17-20°C warm (eher Richtung 20° tagsüber, nachts 17-18°) und nicht 16°. Mehr kann ich nun wirklich nicht tun. Ich lüfte diesen Raum so wie ich noch nie einen anderen Raum in meinem Leben gelüftet habe. Aber Schimmel habe ich nur in dem. Und wer hat schon eine Wand mit 10-12°C Innentemperatur um die Jahreszeit?

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Hallo,

hier meldet sich eine absolute Nichtfachfrau, was die
Bautechnik betrifft, zu Wort, aber eine, die auch seit über 30
Jahren ‚wohnt‘.

Unser Schlafzimmer war nie beheizt.
Die Raumtemperatur im Winter (aussen zw. -2 und -10 Grad)
beträgt innen um die ca. 16 Grad.
Die Aussenwände - Nord- und Ostwand - bestehen in der
derzeitigen Wohnung aus Ziegelsteinen und Mineralputz aussen,
innen normaler Gipsputz plus herkömmlicher Tapete, also
keinerlei Isolierung. Schimmel hatten wir in 3
unterschiedlichen Wohnungen noch nie.

Vermutlich weil:
morgens wird immer mit weit geöffneten Fenstern und Türen in
der Wohnung (Durchzug) mindestens solange gelüftet, bis das
Kondenswasser, welches sich auf dem unteren Rand der Fenster
gebildet hat, komplett ‚weggetrocknet‘ ist. Des Weiteren haben
die die Möbel keinen direkten Kontakt zu den Aussenwänden (ca.
3-5 cm von den Aussenwänden Abstand)zwecks Hinterlüftung.

Das Schimmelproblem gab es mal vor Jahren im Keller, als das
Fenster wegen der niedrigen Aussentemperatur und infolge
Nachlässigkeit tagelang geschlossen blieb und danach ein
ungünstig plazierter Schrank Schrank das Abtrocknen der Wände
über einen längeren Zeitraum verhindert hat. Als der Schimmel
entdeckt und der Schrank umgestellt war, war auch der Schimmel
weg, jedenfalls die äußeren Anzeichen für Schimmel.

Statt einer extra Heizung käme mir, zwecks besserer
Luftzirkulation eher ein Gebläse in den Sinn, als ein weiter
Heizkörper. Aber für normal geschnittene Räume ist
ausreichendes(!) Lüften, auch hinter dem Mobiliar, wirklich
das Beste und Günstigste gegen Schimmelbildung.

Freundliche Grüße
Maralena

Wie warm sind denn deine Wände? Das wäre mal interessant zu wissen. Die Verbraucherzentrale sagt, dass eine Wand, die 3-4°C kälter ist als die Raumluft, schon Schimmel verursachen kann.
Und zur Hinterlüftung: In der Ecke steht nur ein Nachtschränkchen, aber mit mind. 15cm Abstand zur Wand. Mehr geht nicht.