Schimmel in Decke. Wie tief kann dieser gehen?

Guten Tag.
Ich will eine Eigentumswohnung kaufen, deren Schnitt, Lage und Preis sehr attraktiv sind. Einziger Haken ist das komplett sanierungsbedürftige Bad.
Der Vorbesitzer hat in das Bad eine Art Sauna-Zelle eingebaut, das heißt er hat die Seitenwände mit Holz beplankt und eine Holzdecke gezogen, die hinter dem Holz obendrein eine Sperrschicht (Schaumstoff-Folie) besitzt. Zwischen dieser Decke und der eigentlichen Badezimmerdecke ist ein Zwischenraum mit ca. 50 Zentimeter Höhe.
Da in der Holzdecke eine Luke ist, ist wohl über einen langen Zeitraum die Feuchtigkeit in den Zwischenbereich gezogen und konnte da nicht raus. Das Ergebnis ist, dass auf der Rauhfasertapete der eigentlichen Zimmerdecke Schimmel entstanden ist. Sowohl schwarze als auch rosafarbene (Stock-)Flecken sind durch die Luke zu erkennen. Das Bad riecht dementsprechend stark nach Feuchtigkeit.
Die Wohnung steht wohl schon seit mehr als einem Jahr leer.
Mein Plan wäre, das komplette Bad zu entkernen, d.h. die Holzbeplankung, die Holzdecke und alle Einbauten rauszureissen. Daraufhin muss ich wohl den Putz entfernen, das Bad gut lüften, neu konzipieren und wieder neu einrichten.
Dies wäre vom Arbeitsaufkommen aufgrund des Kaufpreises vertretbar.
Nun aber meine Bedenken:

  1. Die Decke ist ca 1 Meter breit und vier Meter lang und schätzungsweise auf gesamter Fläche vom Schimmel betroffen. Darf ich da selbst ran, oder ist es zwingend erforderlich, dies durch eine Firma machen zu lassen?
  2. Der Schimmel"rasen" sitzt ja auf der Tapete, ich denke aber, dass auch der Putz darunter entfernt werden muss.
    Kann man davon ausgehen, dass es damit auch getan ist, oder kann der Zwischenboden zur darüberliegenden Wohnung auch betroffen sein?
    Es handelt sich um einen Altbau, ich gehe also davon aus, dass der Zwischenboden eine Holzlattung plus tragende Holzbalken besitzt.

Gerade die zweite Frage ist sehr essentiell, denn wenn der Schimmel auf Gemeinschaftseigentum oder die Nachbarwohnung übergegangen ist, kann ich als Käufer der Wohnung und somit Rechtsnachfolger des Vorbesitzers haftbar gemacht werden. (Meint zumindest mein Anwalt)

Ach ja, die Wand in der am Badezimmer anliegenden Küche weist auf der Küchenseite keinen Schaden auf. Trotzdem bin ich mir eben nicht sicher, wie weit so ein Schimmel seine Myzele schlagen kann.

Ich habe hier einen Link zu einem Photalbum gesetzt, falls Euch Bilder des Bades und des Schimmels helfen können:

http://s654.photobucket.com/albums/uu266/grobaesthet/

Vielen Dank schon mal für Euro Antworten und herzliche Grüße,
Simon

Moin Simon,

vor einem Kauf würde ich auf jeden Fall einen Fachmenschen die Sache begutachten lassen.

Zur Vorgehensweise.
Je nachdem, wie intesiv der Befall ist, kannst Du es selber machen, oder eben nicht, das wird Dir aber schon gesagt werden.

Der Putz sollte runter und die Wände stark alkalisch abgebeizt werden, weil Schimmel so was gar nicht mag.

Dann mit Kalk putz verputzen, das ist eine weiter Versicherung gegen Schimmelbefall.

Details kriegst Du aber auch von Deinem Fachmenschen.

Gandalf

Moin Simon,

vor einem Kauf würde ich auf jeden Fall einen Fachmenschen die

Je nachdem, wie intesiv der Befall ist, kannst Du es selber
machen

Wenn der Befall wirklich „nur“ vom Umgebungsklima herrührt, und nicht von einer undichten Leitung bzw. eines Abwaserrohrs oder einer anderen Quelle , die immer wieder „nachläuft“, kannst du es selber machen, weil der Schaden verm. nur relativ oberflächig ist.

Wenn kein wirklicher Wasserschaden vorliegt, und die Wohnung wirklich lange leer stand, müßte der Schimmel alt und trocken sein. Ist das nicht der Fall, nährt er sich durch Feuchtigkeit, deren Quelle ausfindig gemacht werden muß.

Der Putz sollte runter und die Wände stark alkalisch abgebeizt
werden, weil Schimmel so was gar nicht mag.

Der menschliche Körper auch nicht. Schimmel kann nur in feuchter Umgebung leben. Das Entfernen des Putzes ist nur bei sehr intensiven Befall notwenig. Vor dem Einsatz derartiger Baustoffe von einem Fachmann auch in Punkto Sicherheit beraten lassen !

Details kriegst Du aber auch von Deinem Fachmenschen.

Dem schließe ich mich an

Liebe Grüße

Hallo „Gandalf“, hallo „es lebt“.

Vielen Dank Euch Beiden für die Antworten.
Mit dem „Fachmenschen“ habt Ihr natürlich total recht, ohne diesen werde ich da nichts sanieren.
Mir ging es mit meiner Frage vor allem darum, im Vorfeld zu klären, was mich erwarten kann.
Es ist nämlich nicht leicht vor dem Kauf eine Besichtigung mit Gutachter durchzuführen, da dieser dann in das Eigentum eingreifen müsste und es im Verkaufsprozess zu Verspätungen kommt. Außerdem sind die Kosten des Gutachters zwar in Relation zum Kaufpreis minimal, aber all diese vorherigen Kosten (Rechtsanwalt etc.) läppern sich und frustrieren.
Nach dem Kauf aber werde ich sicherlich einen Fachmenschen zu Rate ziehen, der mir dann Anleitung für die Sanierung geben kann oder diese - sofern notwendig - selbst durchführt.

Ich halte es mal mit „es lebt“ und gehe davon aus, dass der Schimmel, sofern er keine feuchte Nährquelle von Ausserhalb bekommt, nicht allzu weit gekommen sein dürfte und wahrscheinlich im Holz der „Saunaverkleidung“ und der Deckentapete steckt. Das Abtragen des Putzes wird dann das schlimmste Szenario und damit kann ich leben. Sollte der Schimmel aufgrund von Feuchtigkeitseinwirkung durch die darüberliegende Wohnung kommen, so wäre das ja nicht mein Verschulden sondern das des Nachbars oder der Eigentümergemeinschaft. Dann müsste ich für die Sanierungskosten ja nur anteilig zahlen.
Mal sehen ob ich damit gut fahre.
Nochmals herzlichen Dank für die Antworten, falls noch jemand einen Rat für mich hat, dann bitte gerne!
Herzliche Grüße,
Simon

hi nochmal,
sollte der Putz abgetragen werden müssen, was ich allerdings nicht glaube, dann kann brauchst du nicht neu verputzen, sondern kannst dann die Decke/Wände mit Gipskartonplatten (Rigips und Co) verkleiden.

Das geht einfach, kann selber gemacht werden , ist recht kostengünstig und man hat danach richtig glatte Wände.

Liebe Grüße

Hallo,

sollte der Putz abgetragen werden müssen, was ich allerdings
nicht glaube, dann kann brauchst du nicht neu verputzen,
sondern kannst dann die Decke/Wände mit Gipskartonplatten
(Rigips und Co) verkleiden.
Das geht einfach, kann selber gemacht werden , ist recht
kostengünstig und man hat danach richtig glatte Wände.

Und auf Gips wächst auch der Schimmel gut nach.

Der Rat mit dem Kalkputz hat schon seinen Sinn. Und mittlerweile gibt es auch Kalkfarbe, die nicht abfärbt (da sind Buchenspäne und Leinöl drin).

Gruß
loderunner