Schimmel in der Wohnung. Schwarze Ausenwände. Trotz richtigen Lüften und Luftentfeuchtern

Hallo und guten Tag,

wir haben folgendes Problem. Vor 1,5 sind wir in eine neue Wohnung gezogen( Sommer 2012) 
Kaum in der Wohnung, vieleicht 3-4wochen später hatten wir das erste mal Schimmel in der Wohnung an einer Außenwand im Schlafzimmer und eine Außenwand im Wohnzimmer was wir umgehend den Vermieter gemeldet haben.
Dieser hat alles auf den Vermieter geschoben" der hat hier das Fenster immer auf Kipp gehabt!" Und eine Maler geschickt. 
Der Maler hat gleich gesagt, dass er nur den Schaden beheben kann, jedoch nicht die ursache.
Diese kommt laut seiner Aussage von außen da auch mehrer Risse in der Wand unter der Tapete zu sehen waren.
Nach und nach viel uns auf das die Wohnung absolut laienhaft zusammengeschustert war. sogar stahdachträger sieht man als Abdruck unter jeder Decke, fliesen völlig uneben gelegt, keine Abdichtung an den Fenstern.
auch die Luftfeuchtigkeit war trotz richtigen und regelmäßigen lüften und mehrer luftentfeuchtern, welche ständig voll sind bei cica 65-70% 
heizkosten nachzahlung für 4 Monate 550euro.

jetzt haben wir wieder Schimmel in der Wohnung, mittlerweile zum 3mal wieder an den selben Außenwände und mit dazu schwarze Außenwände oben.
der Vermieter welcher informiert wurde, hat diesmal die Schuld auf uns geschoben. Wir würden nicht richtig lüften. Wobei das ganz und garnicht stimmt. Er ist auch nicht gewillt der Ursache auf den grund zu gehen, sondern will uns wieder einen Maler schicken, der den Schimmel überstreicht, was ja wohl lächerlich ist.

so nach diesem ewig lange. Text meine Frage:
wir sind uns sicher das es nicht an uns liegen kann. In keiner Wohnung haben wir mit dem Lüften bisher so einen aufwand betrieben wie hier von Anfang an. Wir lüften mindesten 5x am Tag für circa 5 Minuten damit die Wohnung nicht auskühlt. 
die Heizung habe. Wir konstant auf 20-21 grad. Wir haben mehrer luftentfeuchter in der Wohnung verteilt, welche alle ständig voll sind. die Fenster mußten wir selbst mit silikon abdichten und jetzt bekommen wir erzählt, dass alles soll sein weil wir falsch lüften.
was können wir noch machen außer ausziehen?
Ein Gutachter auf eigene Rechnung wollen wir nicht holen, da das Aufgabe unseres Vermieters wäre, und der keinen Bock darauf hat.
kann mit jemand der damit Erfahrung hat eine Tipp geben?
wenn wir wissen was wir falsch machen, würden wir alles was möglich ist machen, damit wir das in den Griff bekommen, sind aber sicher das es nicht an uns liegt.

für eure Hilfe wäre ich sehr sehr dankbar…

Hallo!

Was kann man machen, wenn wie hier, es offensichtlich (mind. sehr wahrscheinlich) ist, es liegt an Baufehlern, nicht an der falschen Nutzung ?

Mit gewissem Risiko mindert man die Miete und sorgt so für Nachdruck bei der Mängelbeseitigung.
Oder man wendet sich zuerst (kostengünstig) an Verbraucherberatungsstelle, die haben i.d.R. eigene Fachleute, die mit in die Wohnung kommen und die Sache begutachten und Messungen an Luft und Bauteilen durchführen…
Dann hätte man etwas „schwarz auf weiß“ und kann so seine Forderungen an den Vermieter unterstützen.
Das halte ich für machbar,schnell und kostengünstig.

Der andere Weg, ankündigen man bestellt selbst einen Gutachter und zieht dessen Kosten bei Bestätigung von Baumängeln von der Miete ab, wäre die andere Möglichkeit.

Luftentfeuchter muss niemand nutzen, wenn er nicht selbst viel(zu viel) Feuchte produziert, also etwa durch Aquarien, Urwald an Grünpflanzen oder Wäschetrocknen auf der Heizung. Umgekehrt wäre ja sogar der VM zur Übernahme dieser Kosten(Anschaffung,Strom) zuständig.

In diesem Fall kann man sich m.E. bereits darauf gefasst machen, man wird kündigen müssen, weil es hier wohl keine schnelle Abhilfe gibt. Selbst wenn sich Vermieter dazu entschlösse, der Sache auf den Grund zu gehen und z.B. eine Außendämmung anzubringen oder nach schadhaftem Dach usw. zu forschen.

MfG
duck313

für eure Hilfe wäre ich sehr sehr dankbar…

Der einzige Rat, den ich hier geben kann:

Schnellstmöglich ausziehen.
Vorher ein ein Gutachten eines vereidigten(!) Sachverständigen machen lassen und die Umzugskosten anschliessend einklagen.

Das ist keine Rechtsberatung.
Bitte das Vorgehen mit dem Rechtsanwalt des geringsten Misstrauens abstimmen.

Hallo,

das dürfte wieder so ein Fall sein, bei dem der Hausbesitzer keinen Cent für die richtige Pflege und Ausstattung seines Hauses ausgeben will.

Offensichtlich wurde hier mangelhaft mit unzureichender Feuchtedämmung gebaut. Ob dem so ist, kann rechtlich nur ein Sachverständiger klären.
Schimmel kann gesundheitsschädlich sein - daher vielleicht auch beim Gesundheitsamt nachfragen.
Hier 2 aufhellende Artikel:
http://www.schimmelbefall.net/schimmelbekaempfung/sc…

http://www.bmgev.de/mietrecht/tipps-a-z/artikel/schi…

Da ihr ja bereits eine Meldung an den Vermieter gemacht habt, ist das günstig für euer weiteres Vorgehen. Ihr solltet ihn umgehend auffordern, die Mängel zu beheben. Ansonsten könnt ihr eine Mietminderung durchsetzen.
Ein Sachverständiger wäre sehr hilfreich, denn euer Vermieter wird wohl alles auf euch schieben.
Man muß die Wohnung nicht permanent lüften - auch das Stßlüften ist oftmals nicht notwendig, wenn die Bausubstanz gut ist.
Im übrigen wird gerade im Winter feuchte Luft in den Raum verbracht; dadurch kann die Luftfeuchte noch mehr steigen.

Natürlich könnt ihr auch ausziehen - die Vorausstzung für eine fristlose Kündigung wären wahrscheinlich gegeben.

Aber hinnehmen könnt ihr die Situation (auch aus gesundheitlichen Gründen) nicht.

Also anmahnen, Frist setzen - notfalls Gutachter hinzuziehen, den er dann bezahlen muß, wenn sich als Grund schlechte Bausubstanz herausstelt.

Gruß Heinz

Vielen Dank für die schnellen und hilfreichen antworten.

Wir sind einfach auch wahnsinnig enttäuscht.

Wir haben knapp 2000€ an maklergebühren gezahlt.
in der Wohnung alles gemacht, gestrichen,die Fenster abgedichtet, Türrahmen gestrichen und und und, weil er garnichts gemacht hat.
und jetzt kommt er uns so blöd, und hat keinerlei Lust der Sache nur im entferntesten auf den Grund zu gehen.

Fakt ist, ich bin Asthmatiker und meine frau und ich sind in einer Tour krank seit wir hier wohnen.

das heißt wenn ich die Mängel von eine sachverständig bestätigen lasse , oder selbst per Bilder dokumentiere, muss ich mich auch nicht an die gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten halten? Wäre nicht schlecht, da wir dann, zu den 2x in zwei jahren gezahlten marklerprovision nicht noch doppelt Miete zahlen müßten.

Hallo!

Diese und damit zusammenhängende Fragen klärt man bei einer Rechtsberatung im Mieterverein, Verbraucherberatung oder beim Anwalt.

Es kann gut sein, man kann fristlos kündigen und Schadenersatz vom Vermieter verlangen.
Das wären Maklerkosten, Umzugskosten, unnützer Renovierungsaufwand usw.

mfG
duck313

Hallo …
schon mal den Maler nach seiner Farbe gefragt? er sollte in
so einem Falle SILIKAT FARBE nehmen die ist Diffusionsoffen d.h. kann Feuchtigkeit in der Wand zirkulieren lassen und nicht abblocken.!!!
Es liegen Baufehler vor, die Außenwände müßten schnellsten gedämmt werden von außen
danach die Wohnung mit Bautrockner entfeuchtet werden und dann wieder neu gestrichen!
Ansonsten holt IHR euch eine LUNGEN KRANKHEIT die nicht mehr zu „renovieren“ ist !!!

Gesundes Schimmelfreies 2014 wünsch ich Euch…
Grüße aus Bayern

Hallo Ihr Armen,

mein Tipp wäre der Mieterschutzbund und eine Mietkürzung, da es sich sicherlich um gesundheitsbeeinträchtigende Mängel handelt. Das geht allerdings nur, wenn der Vermieter wirklich um die Beseitigung der Mängel gebeten wurde. Eine Mietkürzung ist kein beliebiges Mittel, sondern geltendes Recht, auf dem Ihr bestehen solltet, wenn das Mietobjekt Mängel aufweist. Bitte bedenkt alles schriftlich zu handhaben und Euch, wie oben schon erwäht, Unterstützung eines Fachanwaltes für Mietrecht, oder des Mieterschutzbundes zu holen. Legt das Geld, dass Ihr bei der Mietkürzung einbehaltet an die Seite, falls Eure Kürzung zu hoch ausfallen sollte, könnt Ihr davon etwas zurück zahlen.

Liebe Grüße und gutes Gelingen,
struggle

Hallo und trotz Eurer misslichen Lage ein gutes Neues Jahr,

die gute Nachricht ist, dass nach Eurer Beschreibung der Fehler keinesfalls bei Euch zu suchen ist, sondern wie schon beschrieben wurde ein bauphysikalischer Mangel die Ursache ist.
Schimmel innen und schwarze Außenwände ist in der Regel Folge einer unsachgemäßen Dämmstoffmaßnahme. Die Dämmung ist nass und kann aufgrund des verwendeten Strukturaufbaus und Materialwahl diese Feuchtigkeit auch nicht mehr abgeben, außer an das Mauerwerk nach Innen und das führt zu Schimmel.

Leider ist Euer beschriebener Fall die Folge der häfig unsachgemäßen Sanierung von Gebäuden und wird in den nächsten Jahren noch drastisch zunehmen den Wohnungsmarkt belasten.

Die einzige, gesundheitsförderliche Maßnahme ist ein unverzüglicher Auszug und der vorherige Gang zur Verbraucherzentrale mit der Bitte um fachliche und juristische Unterstützung.
Die Miete drastisch zu kürzen nach dem schriftlichen Hinweis an der Vermieter auf Ursachenbehebung ist das eine. Falls Ihnen der Vormieter bekannt sein sollte oder jemand aus dem Haus noch Kontakt hat, wäre ein weiterer Schritt um dem Vermieter rechtlich auf die Pelle zu rücken, denn dan war im dieser Mangel schon vorher bekannt. Aber es wird auf einen juristischen Streit hinaus laufen, dessen Kosten ohne schon abgeschlossenene und nutzbare Rechtsschutzversicherung nicht ganz unerheblich sind. Leider zieht sich ein solches Verfahren leider auch deutlich in die Länge.

Ein zu bestellendes, auch über die Verbraucherzentrale zu beziehendes Gutachten wird dies aber auch nicht gehen. Die Aussage des beauftragten Malers ist aber, in schriftlicher Form, zumindest ein Anfang.

Zur Ursachensuche ist der Wandaufbau zu begutachten.
Durch einen bei der Sanierung ausgeführten, unsachgemäßen Wandaufbau, Verwendung falscher Wandversiegelungen und der häufigen Kombination mit hochwärmedämmenden, dichten Fenstern kommt es dazu, dass die anfallende Feuchtigkeit nicht mehr nach außen transportiert werden kann. Denn aufgrund des Temperaturgefälles von Außen nach Innen kommt es ganz natürlich zur Kondenswasserbildung.
Früher hatte man zum Beispiel als kältesten Punkt der Wand häufig die Fenster, die dann beschlagen haben. Diese überschüssige Feuchtigkiet konnte durch abwischen leicht beseitigt werden. Nach dem Einbau neuer Fenster ist der kälteste Punkt häufig die Wand. Dort lagert sich die Feuchtigkeit aber an und je nach Materia sogar ein und kann eben nicht mehr abgewischt werden.

Ist es zum Beispiel ein Altbau, sind häufig sogar auf der Innenseite der Wände Gipskartonplatten auf einer Holzunterkonstruktion angebracht. Diese Konstruktion zu entfernen führt dazu, das die Feuchtigkeit des Mauerwerks wieder verdunsten kann und wieder Luft und Wärme an das Mauerwerk kommt. Denn solche Konstruktionen ziehen den Taupunkt ins Mauerwerk oder sogar weiter nach innen.
Wenn die Fassade gedämmt wurde, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit falsches Material, also ein Dämmsystem das nicht zur Bausubstanz passt, verwendet worden. Wenn diese Maßnahme weniger als 5 Jahre her ist, kann der Vermieter sogar noch die ausführende Baufirma belangen.
Es gibt so viele Möglichkeiten, dass Ihr um ein Gutachten nicht herum kommen werdet.

Ich wünsche Euch viel Glück,
bei Rückfragen im Rhein-Sieg-Kreis
www.schoener-und-gesuender-wohnen.de

Roland

Hallo,

oh je da hat es Euch schlimm erwischt. So schnell wie möglich raus aus der Wohnung. Das ist schwer gesundheitsgefährdend.

Gutachten über den Mieterschutzbund erstellen lassen. Das ist nämlich nicht Eure Schuld, sondern das Haus wurde unsachgemäss gedämmt. Da nützt auch ständiges Lüften nichts.
Die Ursache muss behoben werden und das ist die falsche Dämmung.

Das sieht man an den Häusern die schon aussen schwarz sind. Sogar die Firmen die dämmen geben hinter vorgehaltener Hand zu, dass die Häuser schneller schimmeln und sie selber niemals ihr Haus dämmen würden. Wieder so eine Missgeburt unserer Politik die meint den Menschen vorschreiben zu können ihre Häuser zu dämmen. Der Teufel soll sie holen.

LG Rosenfreak

Hallo, leider ist Ihr Fall alles andere als untypisch. In meiner Beratungspraxis kommt es oft vor, dass Schimmel, höhere Heizkosten und Gleichgültigkeit gegenüber Gesundheitsinteressen der Mieter zusammen anfallen.
Über den Zustand der Außendämmung finde ich leider keine Informationen. Sollte sich zwischen Außenwand und Dämmung tatsächlich Feuchtigkeit gebildet haben, steht dem Vermieter mindestens eine vorzeitige Sanierung an, was viele Vermieter für eine ungerechtfertigte Mieterhöhung ausnutzen.
Themrobilder zeigen nicht nur Wärmeverluste an, sie können auch noch nicht sichtbaren Schimmel aufzeigen. Ob sich das lohnt ist fraglich.
Sie haben ja schon beschrieben, dass Sie Teildämmungen vorgenommen haben und mit Entfeuchtigsgeräten versuchen, die Luftfeuchtigkeit zu verringern.
Beide Ideen sind richtig, jedoch sind die gängigen Luftentfeuchtigsgeräte meist ungeeignet die Menge Feuchtigkeit so schnell wie möglich aus den Wänden zu ziehen, welche notwendig wäre, damit der Schimmel auf feuchten und kalten Stellen (meist in den Ecken zur Außenwand beginnend) keine Chance hat. Der hohe Stromverbrauch der Geräte ist mit dem unzureichenden Nutzen kaum zu rechtfertigen.

Für alles gibt es einen generellen Lösungsansatz, der aber mit den Gegeneheiten vor Ort im Detail noch einmal näher geprüft werden muss.
Es gibt neue Wärmewellenheizungen auf Infrarotwärmebasis (im 10000-Nanometerbereich), welche gleichmässig die Räume und damit auch alle Wände erwärmen.Schimmel mag keine trockenen und warmen Ecken.
Die neuen Geräte sind wirtschaftlich unschlagbar und technisch ausgereift. Sowohl Investitionskosten als auch Betriebskosten rechtfertigen den Umstieg, zumal jede zweite Nebenkostenabrechnung der Vermieter falsch ist, fast immer zu Lasten der Mieter.
Die Erfahrung zeigt auch, dass besonders Vermieter mit konsequenten Ignorieren von Mängel hierfür sehr anfällig sind.

Das wichtigste aber: der Schimmel wird aktiv mit Wärme bekämpft und die Wohnsituation verbssert sich. Weiterhin kann der Vermieter später nicht mehr eine Mieterhöhung begründen, wenn Sie die vorhandene Heizungsanlage stilllegen lassen. Auch über Energiepreiserhöhungen und heftige Nachzahlungen werden Sie verschont.

Es lohnt sich also, sich mit der neuen Technik zu beschäftigen. Deshalb hier meine Buchempfehlung: Optimal Energie sparen beim Bauen, Sanieren und Wohnen

Viel Erfolg und eine möglichst schnelle Lösung, auch wenn es ein Auszug ist
Jürgen