Schimmel in der Wohnung - Was kommt auf uns zu?

Wunderschönen guten Abend,

Ich bin zusammen mit meinem Partner im August von Bayern nach Hamburg gezogen. Wegen eines mehr oder weniger spontanen Jobangebots, mussten wir innerhalb von 4(!) Tagen eine Wohnung in Hamburg finden. Die gefundene Wohnung schien uns auf die Schnelle für den Anfang in Hamburg ausreichend.

Kurz nach unterzeichnen des Mietvertrags ist mein Partner dann auf den folgenden Artikel der BILD gestoßen.

http://www.bild.de/BILD/regional/hamburg/aktuell/200…

Nun haben wir November. Und siehe da. Erste dunkle Flecken In Schlafzimmer und Küche machen sich bemerkbar.

Die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung liegt meist über 70% (gerne auch mal 76%), bei einer Temperatur von ca.19°.

Das Messgerät stammt von der Wohnungsgesellschaft selbst.

Während des Stoßlüftens (1x morgens, 1x Abends), sinkt diese auf (bisher) max. 46%.
Nur wenige Minuten nach dem schließen der Fenster, liegt die Temperatur direkt wieder bei mindestens 70%.

Jetzt gerade, 10min nach dem Stoßlüften, habe ich eine Luftfeuchigkeit von 61%, bei einer Temperatur von 16,2°. Bevor ich die Fenster schloss lage die Luftfeuchtigkeit bei 46%.

Betroffen sind ausschießlich Außenwände (Küche und Schlafzimmer), und die zum Bad hin. Das Bad selbst ist jedoch nicht betroffen.

Die Küche wird beheizt. Dort wird (da kein Waschkeller vorhanden) auch unsere Wäsche aufgehangen.

Mit dem Schlafzimmer haben wir jetzt mit dem Heizen angefangen.

Fenster, unter denen sich keine angeschaltete Heizung befindet, sind seitdem es draußen Kälter wird grundsätzlich beschlagen oder mit Kondenzwasser benetzt. (Schlafzimmer heizen wir ja nun. Das Arbeitszimmer, welches direkt am beheizten Wohnzimmer angeschlossen ist, kann aufgrund defekter Heizung nicht beheizt werden.)


Nun zu meiner eigentlichen Frage:
Wie genau gehen wir nun vor?

Uns ist klar, dass das ganze mit einem Auszug enden wird. Die Vorgeschichte der Immobilie spricht Bände.

Bei meiner Suche bin ich auf eine Person gestoßen, die sich ebenfalls mit dem Artikel der BILD beschäftigt hat, da sie zuvor selbst betroffene Anwohnerin war.

Stehe nun mit besagter Person in Kontakt. Werde von ihr mit etwas Glück Kopien von damals gemachten Gutachten erhalten. (Kann ja nicht schaden, sowas zur Hand zu haben.)

Werde auch noch versuchen die Kontaktdaten der Personen im BILD-Artikel zu ergattern. Die saßen, wie ich gerade erfahren habe, mit dem Thema wohl auch noch beim gutern Herrn Kerner.

Mein nächster Schritt wäre eine schriftliche Mängelanzeige beim Vermieter.
Oder sollte ich erstmal versuchen das ganze locker am Telefon zu klären?
Die Vorgeschichte lässt mich an einer friedlichen Auseinandersetzung zweifeln.

In der nächsten Wohe geht’s auf zum Mieterschutzbund.

Darf ich in der Zwischenzeit selbst handeln? Sprichwort Schimmelspray. Oder muss ich warten, bis der Vermieter selbst Hand anlegt?
Ich bin hochschwanger und halte mich wirklich ungern in den betroffenen Räumen auf.

Freue mich sehr auf Antworten.

Lieben Gruß und einen schönen Mittwoch Abend,
Helena

Hallo Helena,
informieren Sie schriftlich den Vermieter von dem Schimmelbefall, setzen Sie ihm eine Frist von 14 Tagen, in denen er das Problem beseitigen muss. Kommt er dem nicht nach, bekommt er noch mal eine Nachfrist von einer Woche. Drohen Sie ihm als Konsequenz die Fristlose Kündigung an, sollte im gesetzten Zeitraum nichts passieren. Wenn Sie ohnehin vor haben, dort auszuziehen, kündigen Sie gleich mit der normalen Frist. Um den Istzustand festzuhalten, könnten Sie einen Sachverständigen mit einem Beweissicherungsverfahren beauftragen, der erfasst den jetzigen Zustand der Wohnung, damit umgehend der Schimmel erst mal beseitigt werden kann. Umfangreiches Fotomaterial Ihrerseits hilft auch weiter. Wenn vom Vermieter schon früher jemand kommt, können Sie auch mit dem absprechen, dass sofort der Pilz beseitigt wird. Diese ganzen rechtlichen Dinge sollten Sie aber auf jeden Fall mit dem Mieterschutzbund oder einem Rechtsanwalt vorher noch mal besprechen.
Schimmelfreie Grüße
JM

… Nun haben wir November. Und siehe da. Erste :dunkle Flecken In Schlafzimmer und Küche machen sich
bemerkbar.

Die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung liegt meist über :70% (gerne auch mal 76%), bei einer Temperatur
von ca.19°.

Während des Stoßlüftens (1x morgens, 1x Abends), :sinkt diese auf (bisher) max. 46%.

Nur wenige Minuten nach dem schließen der Fenster, :liegt die Temperatur direkt wieder bei
mindestens 70%.

Jetzt gerade, 10min nach dem Stoßlüften, habe ich eine
Luftfeuchigkeit von 61%, bei einer Temperatur von :16,2°. Bevor ich die Fenster schloss lage die
Luftfeuchtigkeit bei 46%.

Betroffen sind ausschießlich Außenwände …
Die Küche wird beheizt. Dort wird (da kein Waschkeller
vorhanden) auch unsere Wäsche aufgehangen.

Mit dem Schlafzimmer haben wir jetzt mit dem Heizen
angefangen.

Fenster, unter denen sich keine angeschaltete Heizung
befindet, sind seitdem es draußen Kälter wird :grundsätzlich beschlagen oder mit Kondenzwasser
benetzt.
Das Arbeitszimmer, welches direkt am beheizten
Wohnzimmer angeschlossen ist, kann aufgrund defekter
Heizung nicht beheizt werden.)


Nun zu meiner eigentlichen Frage:
Wie genau gehen wir nun vor?

Uns ist klar, dass das ganze mit einem Auszug enden :wird. Die Vorgeschichte der Immobilie spricht Bände.

Mein nächster Schritt wäre eine schriftliche
Mängelanzeige beim Vermieter. Oder sollte ich erstmal
versuchen das ganze locker am Telefon zu klären?

Die Vorgeschichte lässt mich an einer friedlichen
Auseinandersetzung zweifeln.

In der nächsten Wohe geht’s auf zum Mieterschutzbund.

Darf ich in der Zwischenzeit selbst handeln? :Sprichwort Schimmelspray. Oder muss ich warten,
bis der Vermieter selbst Hand anlegt?

Ich bin hochschwanger und halte mich wirklich ungern
in den betroffenen Räumen auf.

Nach Ihren Schilderungen würde ich einen Bauschaden in Erwägung ziehen, wobei Wäschetrocknen in der Wohnung und ein Nicht-Beheizen bzw. Beheizen kalter Räume über beheizte Räume mir auch schon zu denken gibt.

Schimmelpilzfälle sind sehr komplex. Um festzustellen, ob ein Bauschaden tätsächlich vorliegt, bedarf es einer Schimmelpilzuntersuchung mit Vor-Ort-Begehung.
Was Ihnen hier weiterhelfen würde, wäre die Begutachtung durch einen Sachverständigen. Vielleicht gibt es ja in Ihrem Hause ähnliche Probleme bei anderen Mietern, sodass Sie sich die Begutachtungskosten teilen!? Denn ich befürchte, dass man vermieterseits versuchen wird Ihnen den „Schwarzen Peter“ in die Schuhe zu schieben.

Lg, D. Müller

-.-
Müller & Partner
Sachverständigen und Ingenieurbüro

  • Büro für Bau- und Gebäudeschadstoffe -

WebInfos und Referenzen siehe: www.schadstofffrei.de

Mit dem Selbst handeln, knn ich keine rechtsverbindliche Auskunft geben. Es muß eine Mietkürzung dem Vermieter vorher angezeigt werden, meine ich. Aber-- RA befragen. Das andere sind Probleme die nur tecvhnisch zu lösen sind. In ABsprache mit dem Vermieter. Auszihen bietet sich sicher an.

K. Taeubig

Hallo Helena,

Wenn du schwanger bist: raus aus der Wohnung.
Weder der Schimmel noch das Schimmelspray sind gesund - und schon gar nicht die Mittel auf Chlorbasis.

Über das rechtliche Vorgehen muss Dich der Mieterschutzbund o.ä. beraten. Da bin ich der falsche Ansprechpartner.

LG

Barbara

Hallo Helena,
hab den BILD artikel gerade gelesen und würde empfehlen gleich zum Anwalt zu gehen. Wegen der Schimmelentfernung würde ich dies mit Bildern dokumentieren. Denke auch das eine friedliche Einigung bei der Vorgeschichte nicht möglich ist. Auch eine Mängelanzeige würde ich empfehlen mit einem Rechtsanwalt abzustimmen.
Wegen einem Gutachten ist ein Baubiologe der richtige Fachmann (www.baubiologie.de) dort unter baubiologische Beratungsstellen suchen.
Beste Grüße und viel Erfolg

Für die Gesundheit wäre selbst Hand an zu legen sicher besser, für die Rechtslage ist davon abzuraten.

Schnellstens schriftlich Mängel anzeigen und Gesundheitsamt einschalten. Sollte eine akute Gesundheitsgefährdung vorliegen, habt ihr das Recht zur fristlosen Kündigung. Hier scheint das Verhandeln mit Vermieter oder Verwalter nicht zu funktionieren.

Und ganz schnell neue Wohnung suchen, ich weiß das ist gut gesagt, in Hamburg mal eben ´ne neue Wohnung zu finden…

Aber da werdet ihr sicher nicht glücklich und auch nicht gesünder.