Schimmel - Sachverständigen holen?

Hallo,
wenn man Schimmel in der Wohnung hat und klären möchte, ob das am falschen Lüften oder doch an einer feuchten Wand oder falschen Dämmung liegt, macht es dann Sinn, einen Sachverständigen zu rufen, oder „reicht“ es aus, zB einen Malerbetrieb das Ganze begutachten zu lassen, der sich mit Schimmel auskennt? Die Kosten werden ja sehr unterschiedlich ausfallen, ich kann mir aber vorstellen, dass im Zweifelsfall der Vermieter ein Gutachten durch einen Sachverständigen fordert, wenn der Mieter um die Kostenübernahme zur Beseitigung des Schimmelbefalls bittet?

Was kostet idR ein Gutachten durch einen Sachverständigen? Wir haben die Möglichkeit privat einen Sachverständigen zu bestellen oder einem Mieterbund beizutreten, der allerdings 2 Jahre Mindestmitgliedschaft fordert (je 70 Euro) + 20 Euro Aufnahmegebühr + 30 Euro für einen Guachter. Ich kann mir vorstellen, dass ein Gutachter, der privat bestellt wird, dann doch günstiger ist? Die Wohnung ist 60 qm groß, der Befall zeigt sich in Bad und Schlafzimmer (beides die gleiche, ungedämmte Wand).

Vielen Dank für Ihren Rat!

Hallo,

Sachverständigen zu rufen, oder „reicht“ es aus, zB einen
Malerbetrieb das Ganze begutachten zu lassen, der sich mit
Schimmel auskennt?

ich würde in einem ersten Schritt die örtlichen Stadtwerke ansprechen. Diese bieten wahrscheinlich einen Schimmelberatungsdienst für vergleichsweise kleines Geld an (unter 100 Euro). Dann hat man zumindest erst einmal einen Anhaltspunkt, in welche Richtung man weiter „ermitteln“ sollte.

Gruß
C.

hallo,
vielen Dank. Eine gute Idee. Aber laut Homepage unserer Stadtwerke wird so etwas nicht angeboten :frowning:

Bevor man als Mieter zu Maßnahmen greift, sollte man den Vermieter auffordern, den Schimmel zu beseitigen. Wenn man dies eigenmächtig in Auftrag gibt, ohne den Mangel vorher dem Vermieter zu melden, bleibt man mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Kosten sitzen.
Gruß florestino

Hallo Fragesteller,
wenn Du fragst, ob Malerbetrieb oder Sachverständiger, dann kommt es immer darauf an, wie verwertbar die Aussage sein soll oder muss.
Es KANN sein, dass beide, der Maler wie auch der Sachverständige, zum gleichen Ergebnis kommen.
Aber im Regelfall wird es so sein, dass die Meinung des Sachverständigen, soweit er denn öffentlich bestellt und vereidigt ist, en größeres Gewicht darstellt.
Richtig ist, dass die Kosten unterschiedlich hoch ausfallen werden.
Wenn der Sachverständige sein Handwerk versteht (wovon man bei öffentlich bestellten und vereidigten Sachv. ausgehen darf), dann wird er einen Stundensatz veranschlagen, den der Markt hergibt.
Das wird eine Größenordnung zwischen 75,-- bis 115,–€/h sein.
Den Vermieter zu bitten, für das Entfernen von Schimmel einzutreten, ist wohl müßig.
Da mit Kosten verbunden, wird man nur sorgsam argumentieren und letztendlich drohen können. Anders geht es in den wenigsten Fällen.
Ob Du in einen Mieterbund eintrittst oder nicht, das ist für einen öbv Sachverständigen vollkommen unbedeutend, weil es keinen Einfluss auf seine Preisgestaltung hat.
Wer beauftragt, der bezahlt. und zwar nach den Regeln des Sachverständigen.
Es sei denn, Du wendest Dich an einen privaten (nicht öffentlich bestellten und vereidigten) Sachverständigen. Deren Kostensätze liegen im Regelfall deutlich unter den der öbv Sachverständigen. Dafür sind sie aber meist nicht auf dem Stand der Technik.
Dann kannst Du aber gleich einen Malerbetrieb mit einer Stellungnahme beauftragen.
-.-.-.-.-
Es ist halt so wie bei vielen Dingen im täglichen Leben:
Bei Dingen, die nichts kosten ist die Gefahr recht groß, dass man nicht die erwartete Leistung erhält.
Gruß: Klaus

Hi Flavours,

wie wäre es damit den Schimmel selbst entfernen? Habe eben Küche mit einem Gemisch aus Wasser, Waschsoda und Teebaumöl abgewaschen. Aufgrund veralteter Dichtungen / Dichtungsventilen hatte die Küche, insbesondere das Spülbecken, geschimmelt. Das griff dann über, u.a. auch auf Fenster und Zimmerecken. Doch nun da der Schimmel seit Wochen entfernt, tut sich da nichts mehr.

In früherer Wohnung hat es mit neuen Fenstern auch geschimmelt. War ständig erkältet. Je Monat die Hälfte mit grippalem Infekt im Bett gelegen. Schimmel entfernt und keine Probleme mehr gehabt.

Ich würde es erstmal selbst probieren. Kostet Dich nur z.B. Teebaumöl, Wasser und etwas Zeit. Und dann natürlich möglichst alles richtig machen, angefangen mit dem Lüften.

Ciao,
Romana

Hallo Flavours,
Klaus hat es schon auf den Punkt gebracht.
Es besteht noch die Möglichkeit Ursachenforschung selber zu betreiben.
Ist recht Kostengüstig.
Mietwohnung?
wenn ja, die Nachbarn speziell Ober- und Untermieter zu fragen (gleicher Wohnungsschnitt) ob ähnliche Probleme vorliegen.
-wenn ja: dann tendiert das Problem eher zur baulichen Substanz
-wenn nicht: dann eher Richtung Nutzerverhalten.(Lüften/Heizen)

  • wenn ähnliche/gleiche Probs. vorliegen - Gutachter aber wie schon gesagt wer bestellt bezahlt. Vermieter nerven!!! evtll. mit Mietminderung drohen.(natürlich im Zusammenschluss der anderen Mieter)

  • wenn weniger/keine Probs. bei gleichen Schnitt (Bad/Schlafzimmer) vorliegen: experimentieren Temp. / Lüftungsverhalten

Die Feuchtigkeit kommt ja irgenwo her! Bad? wenn nicht euer Bad vielleicht vom Bad über euch?

Aber irgendwann ist es auch vorbei mit Laiensuche.

ansonsten mehr infos:
Haustyp, Baujahr, Isolierung, Badgröße, Fenster im Bad, Temp. im Bad, wieviel Personen im Haushalt, Badgröße, Problem nonstop oder nur in der kalten Jahreshälfte, kürzliche Baumaßnahme, Wandbeschichtung, Schimmel wo genau, Wand- Decke- Fliesen- Fugen- Dusche- ? usw.

Die beste Wahl ist der Sachverständige.

gruß Pfeife

Hallo „pfeife“,
vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort.

Unsere Wohnung befindet sich in der obersten (dritten) Etage unter dem Dachboden, der zum Wäscheaufhängen von uns genutzt wird. Wir können niemanden befragen, da niemand im Wohnkomplex die gleichen Voraussetzungen hat wie wir: Bis auf die Wand, die an den Nachbarn neben uns grenzt, haben wir nur Außenwände. Über uns das Dach (die Dachschräge ist gedämmt, angeblich der Boden auch). An den Nachbarn neben uns grenzt schon das nächste Gebäude, d.h. niemand in unserer Hausgemeinschaft hat die gleiche Wohnsituation wie wir. Wir haben die Wohnung „ganz oben, ganz außen“.
Die Wohnung wurde vor einigen Jahren (vor unserem Einzug) innengedämmt (exklusive Badezimmer, nicht innenliegend, großes Fenster). Alle Fenster wurden vor wenigen Jahren modernisiert und ausgetauscht.

Unser erstes Schimmelproblem besteht im Badezimmer an der Außenwand mit dem großen Fenster: Sämtliche Fliesen- und Silikonfugen sind stellenweise schwarz (insbesondere dort, wo die Fugen schon etwas abgebröckelt sind). Die Fugen links und rechts an den Wänden, die keine Außenwände sind, sind dagegen vollkommen okay, obwohl auch diese bröckelige Fugen haben. Da nicht bis zur Decke gefliest ist, bildet sich mittlerweile an der Außenwand im Bad Schimmel, der mittlerweile durch die Tapete kommt. An den anderen Wänden alles in Ordnung und sauber. In dem Bad duschen/baden regelmäßig zwei Personen. Hier wird auch 1x pro Woche Wäsche (Socken, Unterwäsche)getrocknet. Man merkt, dass die Außenwand wesentlich schneller feucht ist, als der Rest. Entsprechend ist sie auch wesentlich langsamer wieder trocken, wenn man nach Baden/Duschen/Wäschetrocknen lüftet, heizt, lüftet, heizt. Daher war unsere Vermutung, dass diese Außenwand an sich schon feucht sein könnte. Das Bad wird immer beheizt, regelmäßig gelüftet, insbesondere nach dem Duschen und Baden. Es riecht hier auch häufig muffig. Wir haben die Tapete an der Außenwand abgenommen und der Schimmel ist nicht nur an der Tapete, sondern an der Wand zu sehen.

Das zweite Problem befindet sich im Schlafzimmer in der Zimmerecke, an der die beiden Außenwände zusammenlaufen. An der Decke breitet sich ebenfalls schwarzer Schimmel aus (mittlerweile knapp 30x30cm). Feuchtigkeit ist laut Hygrometer zwischen 45 und 65%. 65% sind es morgens nach dem Aufstehen, daher wird morgens auch immer ausgiebeig gelüftet. Geheizt wird tagsüber mäßig, nachts nicht, hier steht (außer bei Minusgraden) das Balkonfenster auf Kipp. Da hier nur mäßig geheizt wird, ist die Schlafzimmertür immer geschlossen (außer nachts). Das andere Zimmer mit gleichen Voraussetzungen (also zwei zusammelaufende Außenwände) ist das Wohnzimmer. Hier gibt es in der gleichen Ecke der Zimmerdecke auch Schimmel, aber das sind nur einige wenige Punkte. Diesen Winter wurde es auch nicht mehr, daher werden wir hier nur mit Schimmelreiniger vorgehen und streichen. Womöglich ist das Problem nicht größer, da hier wesentlich stärker geheizt wird und hier nachts auch nicht geschwitzt wird :wink:

Das dritte Problem ist in der Küche: Oben am Fenstersims hat sich schwarzer Schimmel gebildet. Beim Kochen wird das Fenster immer gekippt, danach ausgiebig gelüftet. In der Küche befindet sich eine Lüftung (so eine Art kreisrunder Ventilator) an der Wand, der nicht genutzt wird, aber nur mit Lamellen nach außen hin geschützt ist. Wir haben überlegt, ob es Sinn macht, diesen einmal abzudichten. Meinen Sie, das könnte das Schimmelproblem in der Küche eindämmen?

Das Haus ist übrigens von 1960.

Wir überlegen nun, ob wir uns einen anderen Schimmelentferner holen (zB Ago), dieser „bleicht“ auch gleichzeitig. Wir haben schon einen Schimmelentferner vom Malerbetrieb, aber dieser bleicht nicht und man fühlt sich weiter unwohl. Außerdem kehrt es meistens innerhalb weniger Tage wieder, teilweise noch mehr als vorher (Redstone). In der Küche müsste man natürlich vorher mal die Tapeten ab machen und den Entferner auf dem Putz anwenden. Dann wieder tapezieren. Sollte es wiederkommen, den Gutachter holen. Denn über Lüften und heizen haben wir uns nun wirklich so viel informiert, dass ich mir nicht mehr vorstellen kann, was wir noch falsch machen.

Vielen Dank für jeglichen hilfreichen Rat!