Schimmelausbreitungsgeschwindigkeit

Hi,

ich hab letzten Winter den Fehler gemacht, ein Möbelstück vor eine Außenwand zu stellen. Natürlich hat sich, wie ich unlängst festgestellt hab, hintendran ein bisschen grüngrauer, pelziger Schimmel gebildet (hätt ich mir ja auch vorher denken können, dass sowas passiert).

Nun liest man ja überall, man müsse erst die Ursache bekämpfen (ist geschehen, Möbelstück kommt woanders hin und nächsten Winter wird mehr geheizt und gelüftet) und dann den Schimmel und am besten gleich noch die halbe Wand entfernen.

Frage: Ist das bei Schimmel, der definitiv jünger als ein halbes Jahr ist, wirklich nötig? Hat der sich so schnell schon durch drei Schichten Alpina und die Raufasertapete gefressen? Mit Sagrotan Schimmelkiller ließ er sich jedenfalls prima entfernen, man musste quasi nichtmal wischen, draufsprühen hat gelangt und schon lief er verflüssigt die Wand runter, deswegen hab ich da so meine Zweifel und ich will mir natürlich auch keine unnötige Arbeit machen…

(Oder täusche ich mich am Ende, und er sitzt bis auf Transparenzniveau ausgebleicht immer noch da und lacht sich einen ab? :wink:)

lg
ventrue

Hallo ventrue

Nun liest man ja überall, man müsse erst die Ursache bekämpfen
(ist geschehen, Möbelstück kommt woanders hin und nächsten
Winter wird mehr geheizt und gelüftet)

Die Ursache ist ja wohl eher, dass die Wand unzureichend isoliert ist und somit eine Wärmebrücke bildet. Mehr heizen und lüften ändert daran auch nichts. Bessere Isolierung ist hier anzuraten.

Frage: Ist das bei Schimmel, der definitiv jünger als ein
halbes Jahr ist, wirklich nötig? Hat der sich so schnell schon
durch drei Schichten Alpina und die Raufasertapete gefressen?
Mit Sagrotan Schimmelkiller ließ er sich jedenfalls prima
entfernen, man musste quasi nichtmal wischen, draufsprühen hat
gelangt und schon lief er verflüssigt die Wand runter,
deswegen hab ich da so meine Zweifel und ich will mir
natürlich auch keine unnötige Arbeit machen…

Wenn Du die Wand trocken hälst wird der Schimmel auch nicht weiterwachsen wenn er noch da ist. Wenn die Wand wieder feucht wird, wird entweder vorhandener Schimmel wieder weiterwachsen oder neue Schimmelsporen sich ansiedeln. Du wirst es nie erfahren …
Also: Wand trocken halten!

Gruß
Vincenz

Hi,

danke für die Antwort!

Nun liest man ja überall, man müsse erst die Ursache bekämpfen
(ist geschehen, Möbelstück kommt woanders hin und nächsten
Winter wird mehr geheizt und gelüftet)

Die Ursache ist ja wohl eher, dass die Wand unzureichend
isoliert ist und somit eine Wärmebrücke bildet. Mehr heizen
und lüften ändert daran auch nichts. Bessere Isolierung ist
hier anzuraten.

die Außenwände haben alle schon 20 cm Dämmung drauf. Das Problem liegt eher darin, dass der Raum der kälteste in der ganzen Wohnung ist. Das Haus ist brandneu und dich wie ein U-Boot, das heißt, jeder Tropfen, den ich nicht selber bei offenem Fenster weglüfte, landet auch wieder irgendwo in der Wohnung. Und nun hats halt diese eine Wand erwischt, die wohl die kälteste Stelle in der Bude war.

Wenn Du die Wand trocken hälst wird der Schimmel auch nicht
weiterwachsen wenn er noch da ist.

Sehr beruhigend :smile:

lg
ventrue

Hallo,

U-Boot, das heißt, jeder Tropfen, den ich nicht selber bei
offenem Fenster weglüfte, landet auch wieder irgendwo in der
Wohnung. Und nun hats halt diese eine Wand erwischt, die wohl
die kälteste Stelle in der Bude war.

und jetzt nehmen wir beides zusammen und erhalten den Taupunkt. Wird der unterschritten, ist es egal wie kalt oder warm es ist. Zugegebenermaßen wird es schon schwierig, bei > 20 Grad Wandtemperatur eine Taupunktunterschreitung (also genug Feuchtigkeit in der Bude zu haben), wenn man nicht gerade eine Sauna betreibt, aber 20 Grad muß man an einer Außenwand in einem strengen Winter erst einmal erreichen.

Das Problem ist weiterhin, daß es Schimmelarten gibt, die noch nicht einmal eine echte Kondensation von Wasser brauchen, sondern denen eine Luftfeuchtigkeit von 70-80 reicht.

Kurzum: neben der Erhöhung der Raumtemperatur muß auch ein anderes Lüftungsverhalten an den Tag gelegt werden, insbesondere weil die Bude so dicht ist. Der natürliche Luftwechsel durch Spalten und das Mauerwerk ist ggü. herkömmlichen Wohnbauten bei modernen Wohnungen um etwa 2/3 geringer.

Der Umstand, daß Du den Befall einfach und ohne Beschädigung der Tapete entfernen konntest, spricht dafür, daß der Befall nur oberflächlich war. Um dem Schimmel den Nährboden zu entziehen, würde ich auf Tapete an der Wand verzichten, sondern einen Feinputz auftragen und mit schimmelabweisender Farbe überstreichen.

Gruß
Christian

Hallo,

Kurzum: neben der Erhöhung der Raumtemperatur muß auch ein
anderes Lüftungsverhalten an den Tag gelegt werden,

sag ich ja :smile:

Um dem Schimmel den Nährboden zu
entziehen, würde ich auf Tapete an der Wand verzichten,
sondern einen Feinputz auftragen und mit schimmelabweisender
Farbe überstreichen.

Naja, das kann ich ja nicht machen, wie sieht das denn aus, sobald keine Möbel mehr davor stehen…
Ich könnte höchstens jetzt nochmal Antischimmelfarbe draufmachen, aber ich bezweifle, dass das Sinn der Sache ist.

lg
ventrue

Hallo,

Naja, das kann ich ja nicht machen, wie sieht das denn aus,
sobald keine Möbel mehr davor stehen…

naja, es sieht auch nicht besser aus, wenn dann eine zerfressene Tapete zum Vorschein kommt und Rauhfasertapete ist nun einmal Kraftfutter für Schimmel. Nebenbei: Feinputz sieht doch gut aus und ist zusätzlich schimmelfeindlich.

Nicht umsonst kommt Feinputz in den letzten Jahren immer häufiger zum Einsatz, weil eben die Wohnungen immer dichter werden und damit anfälliger für Kondenswasser.

Gruß
Christian

Die Ursache ist ja wohl eher, dass die Wand unzureichend
isoliert ist und somit eine Wärmebrücke bildet. Mehr heizen
und lüften ändert daran auch nichts. Bessere Isolierung ist
hier anzuraten.

Hi,

dem kann ich nicht zustimmen. Ich habe nun schon öfter erlebt, daß Häuser älteren Baujahres erst dann mit Schimmel Probleme bekommen haben, als eine Außendämmung (ohne Zwangsentlüftung) angebracht wurde.

Die meisten älteren Häuser sind unzureichend isoliert ohne das sich Schimmel bildet. Schimmel bildet sich meist bei Undichtigkeiten oder falschem Lüftungsverhalten.

Gruß
Tina

Hi,

naja, es sieht auch nicht besser aus, wenn dann eine
zerfressene Tapete zum Vorschein kommt und Rauhfasertapete ist
nun einmal Kraftfutter für Schimmel.

naja, wenn mein Plan aufgeht, kann ja im nächsten Winter (und generell) die Luft toll zirkulieren an der Wand, weil nichts mehr vor steht. Damit ist das Problem hoffentlich gelöst.

Nebenbei: Feinputz sieht
doch gut aus und ist zusätzlich schimmelfeindlich.

Klar, man kann damit leben. Das Problem ist eher, dass ich nicht eine Wand mit Feinputz zupappen kann, während alle anderen weiterhin Raufaser tragen. Das sieht dann doof aus, finde ich.

lg
ventrue

Hallo

Die Ursache ist ja wohl eher, dass die Wand unzureichend
isoliert ist und somit eine Wärmebrücke bildet. Mehr heizen
und lüften ändert daran auch nichts. Bessere Isolierung ist
hier anzuraten.

die Außenwände haben alle schon 20 cm Dämmung drauf. Das
Problem liegt eher darin, dass der Raum der kälteste in der
ganzen Wohnung ist. Das Haus ist brandneu und dich wie ein
U-Boot, das heißt, jeder Tropfen, den ich nicht selber bei
offenem Fenster weglüfte, landet auch wieder irgendwo in der
Wohnung. Und nun hats halt diese eine Wand erwischt, die wohl
die kälteste Stelle in der Bude war.

OK, Du hast recht. Das habe ich glatt übersehen. Da bleibt wohl nur Zwangslüftung wie andere schon geschrieben haben.
Vincenz

Hi,

naja, wenn mein Plan aufgeht, kann ja im nächsten Winter (und
generell) die Luft toll zirkulieren an der Wand, weil nichts
mehr vor steht. Damit ist das Problem hoffentlich gelöst.

Ich befürchte, so wird es eintreten :smile:

Grüße
Tommy

Hi,

naja, wenn mein Plan aufgeht, kann ja im nächsten Winter (und
generell) die Luft toll zirkulieren an der Wand, weil nichts
mehr vor steht. Damit ist das Problem hoffentlich gelöst.

Ich befürchte, so wird es eintreten :smile:

heute meine Wand, morgen die Welt, harhar! :wink:

lg
ventrue

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