Schimmelbefall - Einfamilienhaus

Hallo!

Mein Vater hat vor vor einigen Monaten sein Haus neu dämmen lassen. Dh. die Zwischenräume der Außenwände mit Füllmaterial auffüllen lassen, die Kellerdecke wurde gedämmt, ein neuer Heizkessel wurde eingebaut, etc.

Es handelt sich um ein Einfamilienhaus und es wurde ca. 1910 gebaut. Es ist in sehr gutem und solidem Zustand.

Nun hat mein Vater seit einigen Wochen das Problem, dass er besonders in seinem Wohnzimmer immer wieder neue Schimmelstellen entdeckt - an Holzmöbeln, Stühlen, an Holzantiquitäten (zB. Wanduhr), Büchern,…

Das im Wohnzimmer befindliche Hygrometer zeigt eine Luftfeuchtigkeit von durchschnittlich 80% an.
Er hat im Wohnzimmern sehr (!) viele Zimmerpflanzen, an denen er auch sehr hängt :wink:

Seine Ledersofa Garnitur ist nicht von Schimmel befallen.

So nun zu meinen Fragen:

  1. Als erstes würde ich mich sehr über allgemeine Tipps und Ratschläge freuen!
  2. Welches Mittel empfiehlt sich zum Entfernen der befallenen Stellen. (Markennamen erwünscht) (schlechte Erfahrungen wurden mit chlorhaltigen Mitteln gemacht - hellen Stellen blieben zurück)
  3. Empfiehlt es sich einen Luftentfeuchter zu kaufen? Kennt jemand ein Gerät welches empfehlenswert ist? -->Stromverbrauch?

Als letztes wäre noch zu erwähnen, dass mein Vater täglich 1x gründlich lüftet.

Danke und Gruß

aus erfahrung würde ich sagen–mehr heizen und mehr lüften.
wir sind in ähnlicher situation,unsere alten bauernmöbel setzten auch schimmel an,den man ganz gut mit essigwasser beseitigen kann,aufhellungen gabs keine.

Hallo,
zunächst einmal ist zu Unterscheiden, wo der Schimmel auftritt:
NUR an Möbeln etc. oder an Möbeln und auch Wänden?

Wenn es an den Wänden auftritt ist erstens die Wandoberfläche zu kalt (was ich mir aber bei der durchgefürten Dämmung nicht unbedingt vorstellen kann)und zweites die Luftfeuchtigkeit zu hoch.
Zu hoch ist sie mit angegebenen 80 % in jedem Fall. Das ist ein geradezu irrsinniger Wert! Die normale Luftfeuchte in bewohnten Räumen sollte bei etwa 40 - MAX. 50% (und das ist dann eigentlich schon hoch) liegen.
Das in DER Luft alles verschimmelt ist völlig klar. Ursache sind zum einen die offenbar sehr vielen Pflanzen, im weiteren der offenbar nach der Dämmung von Wänden und Keller völlig abgedichtete Innenraum und letztlich ein ungenügendes Lüften.
Ich weiß nun nicht, wie groß die einzelnen Räume sind (Fläche und Raumhöhe) aber das 1malige gründliche Lüften ist eindeutig zu wenig! ABSOLUT

Nun zu Deinen konkreten Fragen:
Schimmel läßt sich gut mit Essig bzw. Essigwassermischungen entfernen, auf glatten Gegenständen allemal.

Luftentfeuchter sind in diesem Fall zunächst einmal quatsch. Mehr lüften bringt bessere Ergebnisse.

Das ist zunächst erst einmal alles, was sich aus der Ferne dazu sagen läßt. Für weitere Infos stehe ich gern zur Verfügung, allerdings kann ich, Immobiliensachverständiger und Energieberater, nicht alles bis ins letzte kostenlos machen.

Gern stehe ich denn dann bei Bedarf auch gern einmal vor Ort zur Verfügung.

Bitte mailen Sie mich direkt unter der hinterlegten Adresse an.

Mit freundlichen Grüßen,
Frank Scholtysek

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Hallo

Mein Vater hat vor vor einigen Monaten sein Haus neu dämmen
lassen. Dh. die Zwischenräume der Außenwände mit Füllmaterial
auffüllen lassen, die Kellerdecke wurde gedämmt, ein neuer
Heizkessel wurde eingebaut, etc.

Offensichtlich ohne ausreichende Beratung durch einen Profi. Was du beschreibst passiert eigentlich zwangsläufig, wenn die Massnahmen nicht vernünftig aufeinander abgestimmt wurden.

Nun hat mein Vater seit einigen Wochen das Problem, dass er
besonders in seinem Wohnzimmer immer wieder neue
Schimmelstellen entdeckt - an Holzmöbeln, Stühlen, an
Holzantiquitäten (zB. Wanduhr), Büchern,…

Umgehend von einem Profi beraten lassen - Schimmel ist extrem gesundheitsgefährdend. Ein Posting im w-w-w reicht da nicht!
Dein Vater gefährdet seine Gesundheit und die Bausubstanz!
Möbel etwas von der Wand abrücken.

Das im Wohnzimmer befindliche Hygrometer zeigt eine
Luftfeuchtigkeit von durchschnittlich 80% an.
Er hat im Wohnzimmern sehr (!) viele Zimmerpflanzen, an denen
er auch sehr hängt :wink:

Dann ist das auch nicht verwunderlich

So nun zu meinen Fragen:

  1. Als erstes würde ich mich sehr über allgemeine Tipps und
    Ratschläge freuen!

Da liegt ein grundsätzliches Problem vor. Ihr müsst 2 Themen beachten:

  • Abfuhr der Luftfeuchtigkeit
  • Taupunktproblematik
    Generell: Fenster kippen ist kein grosser Bringer - Fenster auf - bis der Hygrostat im grünen Bereich ist (der sollte dann aber nicht am Fenster stehen)
  1. Empfiehlt es sich einen Luftentfeuchter zu kaufen? Kennt
    jemand ein Gerät welches empfehlenswert ist?
    –>Stromverbrauch?

Das kommt auf die Situation vor Ort an.
Bei Gesundheitsgefährdung würde ich mir über Stromverbrauch erst einmal keine Gedanken machen.

Als letztes wäre noch zu erwähnen, dass mein Vater täglich 1x
gründlich lüftet.

Gut gelüftet ist, wenn gut gelüftet ist - nicht, wenn man irgendetwas macht oder nicht macht.

Grob gesagt gibt es 3 typische Luftfeuchtigkeitsproduzenten, die über das normale hinausgehen.

  • Bad
  • Küche
  • Pflanzen

Es gibt zentrale und dezentrale Abluftanlagen und Lüftungsanlagen - das ist aber nicht billig und kann/sollte nur von einem Profi geplant werden.

Im Bad kann man einen Ventilator (ggf. einbauen) mit einem Hygrostaten ergänzen - dann wird so lange die feuchte Luft abgeführt, bis die gewünschte Luftfeuchtigkeit erreicht ist.
Geht auch für die Küche - falls eine Abzugshaube existiert, die die Luft nach draußen abführt: anschalten (sonst evtl auch hier über einen Lüfter nachdenken)

Was ich noch empfehle ist die Vermeidung „kalter“ Wände - denn Luftfeuchtigkeit schlägt sich immer an derr kältesten Stelle nieder. Wandheizungen und Randleistenheizungen können hier eine Lösung sein. Ich habe das z.T. mit normalen Kupferrohr weiß lackiert und aufputz geregelt - das ist dann relativ günstig.
Grüße
Michael