Aber das ist wahrscheinlich alles im von Fritz empfohlenen Buch ausgiebig bearbeitet …
Ein Ausschnitt gefällig?
Bitte!
_ "Wie viele Schimpfwörter gibt es – und wofür?
Das Wörterbuch, das Sie gerade in den Händen halten, führt als eigene Stichwörter rund 6000 Ausdrücke auf, mit denen man schimpfen und spotten kann, und es gibt gewiss noch einige mundartliche oder selbstgebastelte Schimpfwörterwendungen mehr. Es entstehen ja auch immer wieder neue Schimpfwörter – der Phantasie sind bei der Neubildung beschimpfender Bezeichnungen, Zusammensetzungen oder Redewendungen keine Grenzen gesetzt –, so daß keine Sammlung jemals vollständig sein wird. Im Grunde kann man mit fast jedem Substantiv schimpfen: „Du Krebs!“ – „Du Fliege!“ – „Du Sofa!“ – „Du Bettkiste!“, oder auch, je nach Wertvorstellung: „Du Beamter!“ – „Du Lehrer!“ – „Du Politiker!“ – „Du Soldat!“ – „Du Linker!“ – „Du Grüner!“
Aber auch wenn man diese Wörter zur Beschimpfung benutzt, sind sie keine Schimpfwörter im sprachwissenschaftlichen Sinne; denn für sich genommen drücken sie keine derartige Wertung aus, die entsteht erst in der Gesprächssituation.
Es gibt da die hübsche Geschichte von einem Studenten in Bonn, der gewettet hat, er könne noch ausdauernder schimpfen als eine wegen ihrer Schimpfgewalt berüchtigte Marktfrau. (Marktfrauen gelten überall als besonders schimpfbegabt, so wie man Kutschern nachzusagen pflegt, daß sie besonders oft und gern fluchen.) Nachdem die beiden Kontrahenten ihren Vorrat an gewöhnlichen Schimpfwörtern aufgebraucht hatten, begann der Student: „Du Alpha, du Beta, du Gamma. …!“ und sagte so das ganze griechische Alphabet auf. Da musste die Marktfrau passen!
Aus dem Inhalt der Schimpfreden ließe sich ein Katalog alles dessen zusammenstellen, was die Schimpfenden für verächtlich und verabscheuenswert halten.
Das können körperliche Merkmale sein, geistige und moralische Defekte, barsches oder unsoziales Verhalten, Charaktereigenschaften wie Feigheit oder Hitzköpfigkeit, Verhaltensweisen wie Hochmut, Aufgeblasenheit oder geckenhaftes Auftreten, Unsauberkeit im wörtlichen und im übertragenen Sinne u.a.m. Insgesamt bilden sie einen negativen Tugendspiegel.
Wie viele abwertende Bezeichnungen gibt es allein für die dumme, faule, träge, schwatzhafte, zänkische, geizige oder verschwenderische, flatterhafte, liederliche oder unordentliche, dicke oder dürre usw. Frau! Kann man von den Männern das Gleiche sagen? Es sieht so aus, als seien sie auch auf diesem Gebiet (noch) sprachbeherrschend."_
Gruß Fritz