Hallo Geschichtsträchtige,
wer kann Angaben zur Schlacht bei Giengen (Ostalb) machen: wer, warum, wieso? Es soll eine der letzten Ritterschlachten gewesen sein.
Danke für Eure Bemühungen
Wolfgang D.
Hallo Geschichtsträchtige,
wer kann Angaben zur Schlacht bei Giengen (Ostalb) machen: wer, warum, wieso? Es soll eine der letzten Ritterschlachten gewesen sein.
Danke für Eure Bemühungen
Wolfgang D.
Meinst Du die, die auf einem Fresko der Hofgartenarkaden in München dargestellt wurde, betitelt „Schlacht bei Giengen i. J. 1462, in der Bayerns Herzog Ludwig der Reiche Brandenburgs Markgrafen Albrecht Achilles besieget hat" ?
Heinrich
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Meinst Du die, die auf einem Fresko der Hofgartenarkaden in
München dargestellt wurde, betitelt „Schlacht bei Giengen i.
J. 1462, in der Bayerns Herzog Ludwig der Reiche Brandenburgs
Markgrafen Albrecht Achilles besieget hat" ?
Das könnte sie wohl sein. Kenne das Bild leider nicht. Einzelheiten?
Wolfgang D.
Servus!
Meinst Du die, die auf einem Fresko der Hofgartenarkaden in
München dargestellt wurde, betitelt „Schlacht bei Giengen i.
J. 1462, in der Bayerns Herzog Ludwig der Reiche Brandenburgs
Markgrafen Albrecht Achilles besieget hat" ?Das könnte sie wohl sein. Kenne das Bild leider nicht.
Einzelheiten?
Hier:
http://members.aol.com/holgischu/hofgarten-web-IV/Se…
VG
Christian
wer kann Angaben zur Schlacht bei Giengen (Ostalb) machen:
wer, warum, wieso? Es soll eine der letzten Ritterschlachten
gewesen sein.
Hallo Wolfgang,
die damaligen Umstände waren äußerst kompliziert; sie einigermaßen vollständig und zusammenhängend zu schildern, wäre sehr aufwendig. Zur Ausgangssituation nur einige Stichworte: Friedrich III. als römischer König und Kaiser weitgehend einflußlos im Reich wegen Problemen mit Böhmen (Georg Podiebrad) und Ungarn (Matthias Corvinus), nachdem der eigentliche Erbe Ladislaus Postumus (dessen Vormund Friedrich III. war) „plötzlich und unerwartet“ verstorben war und beide Länder einheimische Dynasten zu Königen erhoben hatten. Friedrich hatte vor allem mit Corvinus gravierende Probleme, auch die Osmanen spielen hier eine Rolle - da dies mit den Vorgängen im Reich allerdings nur mittelbar etwas zu tun hat, lasse ich das mal beiseite.
Versuche der Reichsfürsten, das Machtvakuum im Reich auszunutzen bzw. der Untätigkeit des Kaisers abzuhelfen durch Wahl eines römischen Königs, der (ein Novum) nicht Sohn und designierter Nachfolger des Kaisers sein sollte. Erster ins Auge gefasster Kandidat: Pfalzgraf Friedrich, dessen 1457 vorgesehene Wahl am Einspruch des Kaisers scheitert - die Legitimität des Pfalzgrafen ist zweifelhaft, da sein Anspruch auf den Titel nicht einwandfrei ist. Legitimer Erbe ist eigentlich sein Neffe - diesen hatte er adoptiert und sich dabei Amt und Würde auf Lebzeiten zusichern lassen. Im Reich im Wesentlichen zwei Parteien bei häufigen Bündniswechseln. Als wichtigste Figuren stellen sich bald zwei Fürsten heraus: Ludwig (der Reiche), Vetter des Pfalzgrafen Friedrich und Albrecht Achilles von Brandenburg, die beide eigene Hausmachtinteressen verfolgen. Ludwig geht es vor allem um das Bistum Eichstätt, Albrecht Achilles um Franken und Nürnberg. Beide (obwohl Jugendfreunde) standen also im Fränkischen in direktem Interessengegensatz.
Die Wittelsbacher hatten ihre Koalition 1458 geschlossen, Albrecht Achilles verbündete sich daraufhin mit dem Erzbischof von Mainz, dem Bischof von Metz, dem Herzog von Sachsen, dem Markgraf von Baden und dem Grafen von Württemberg. Merkwürdig ist, dass Albrecht Ludwig noch im selben Jahr dabei unterstützte, Donauwörth zu unterwerfen, sich jedoch bereit erklärte, die deswegen 1459 über Ludwig verhängte Reichsacht zu exekutieren. Damit hatte sich Albrecht zum Parteigänger und Vikar des Kaisers erklärt. Ludwig seinerseits konnte durch Unterstützung Georg Podiebrads in Böhmen Söldner anwerben - bis dieser sich mit dem Kaiser einigte, der ihn dafür ganz offiziell mit der Königskrone Böhmens belehnte. Ludwig musste zurückstecken und Donauwörth an den Bischof von Eichstätt ausliefern.
Podiebrad war allerdings noch nicht ganz gesättigt, er vollzog einen erneuten Schwenk und er erlaubte wieder Söldneranwerbungen für die Zusage Ludwigs, die Wittelsbacher (das hieß Ludwigs Vetter, der Pfalzgraf - er selbst war kein Kurfürst) würden seine Wahl zum römischen König unterstützen. Offensichtlich traute Podiebrad Friedrich III. nicht. Albrechts Partei musste nun Rückschläge hinnehmen, in der sog. Rother Richtung von 1460 musste er sich verpflichten, die Kompetenzen des Nürnberger Langerichtes nicht auf bayerisches Territorium auszudehnen und Pfalzgraf Ludwig schlug zwei Wochen später bei Pfeddersheim eine erfolgreiche Schlacht gegen den Erzbischof von Mainz.
Nun versuchte Podiebrad eine Annäherung an Abrecht Achilles, um seine Wahl zu forcieren (es fehlten noch einige Kurstimmen). Die Fürstentage von Eger und von Nürnberg bereiteten einen Reichstag in Frankfurt vor und Friedrich III. wurde aufgefordert, auf dem Reichstag zu erscheinen und endlich im Reich tätig zu werden. Sein Fernbleiben hätte den offiziellen Anlass für eine Wahl Podiebrads zum römischen König gegeben. Albrecht Achilles warnte allerdings den Kaiser, der daraufhin den Reichsständen die Teilnahme an der Frankfurter Versammlung untersagte und Ludwig wegen Unterdrückung des Bistums Eichstätt nun den Reichskrieg erklärte, den wieder Albrecht Achilles exekutieren sollte. So kamm es 1462 zur Schlacht bei Giengen, nach der Albrecht Achilles seine fränkischen Ambitionen aufgeben musste. Kurz zuvor hatte Pfalzgraf Friedrich im Westen bei Seckenheim den Markgrafen von Baden, den Bischof von Metz und den Grafen von Württemberg geschlagen und gefangen genommen. Die wittelsbachische Partei hatte damit einen großen Erfolg gegen die kaiserlich-habsburgische (die faktisch allerdings vor allem eine brandenburgische war) errungen. Die Friedensverhandlungen fanden in Nürnberg statt und Georg Podiebrad, der sich durch wendige Seitenwechsel empfohlen hatte, durfte Schiedsrichter spielen.
Geklärt war die Lage im Reich damit allerdings noch lange nicht, die Schlacht von Giengen ist nur Episode …
Freundliche Grüße,
Raöf
Hallo Geschichtsträchtige,
Vielen Danke für Eure Hinweise.
Wolfgang D.