Schläge und Demütigung in der Öffentlichkeit

Hi Cess,

dieser Nebenzweig der Diskussion läuft ein wenig aus dem Ruder, wir sollten das vielleicht bei den paar Anspielungen belassen.

Es geht um das von Malte aufgegriffene Zitat des (vermutlich) homosexuellen, als Kunstfigur in den Medien homosexualistisch auftretenden Filmregisseurs „Rosa von Praunheim“, „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Gesellschaft, in der er lebt“, das war wohl sogar ein Filmtitel (gegoogelt habe ich das noch nicht).

Das normale sei also pervers. Das war sozusagen ein Fanal für die zwei Jahrzehnte zuvor von Orwell in „1984“ beschriebene Entwicklung des „Zwiesprech“, also der Ausstattung gesellschaftlich wichtiger Begriffe mit der gegenteiligen Bedeutung, eine progrediente Konsumation, die heute jedem denkenden Menschen im Herzen wehtut, wenn z.B. ein Politiker was sagt.

Grüße

Anny

Auch hallo,

das finde ich im Übrigen auch problematisch. Wie weit darf man
Gewalt anwenden? Die Sache mit dem Anschnallen ist ein gutes
Beispiel, ein anderes ist z.B. die Verabreichung von
Medikamenten (in unserem Fall Augentropfen).

Versuchs mal mit einem Trick, vielleicht kannst Du Dir so einen Kampf ersparen.

Leg’ das Kind hin und lass es die Augen schliessen. Das Fläschchen kannst Du ja einige Minuten in der Hand behalten, dann sind sie nicht ganz so kalt…dann gibst Du die Tropfen zwischen Nase und Auge in die kleine Kuhle,also am inneren Augenwinkel. Wenn das Kind noch im Liegen die Augen öffnet, laufen die Tropfen fast automatisch ins Auge hinein.

Gruß
Maja

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Bravo, Malte! o.w.T.
.

Auch offt.

Versuchs mal mit einem Trick, vielleicht kannst Du Dir so
einen Kampf ersparen.

Leg’ das Kind hin und lass es die Augen schliessen. Das
Fläschchen kannst Du ja einige Minuten in der Hand behalten,
dann sind sie nicht ganz so kalt…dann gibst Du die Tropfen
zwischen Nase und Auge in die kleine Kuhle,also am inneren
Augenwinkel. Wenn das Kind noch im Liegen die Augen öffnet,
laufen die Tropfen fast automatisch ins Auge hinein.

Gruß
Maja

Hört sich gut an. Wir sind zum Glück erstmal davon befreit, der zu enge Nasen-Augenkanal hat sich ausgewachsen…
Wobei wir das z.T. wie beschreiben versucht haben, mit mäßigem Erfolg. Er wußte ja schon, was kommt, deshalb hat er auch das Augenschließen schon verweigert.
Wir haben die Methode „Kind fest in Handtuch wickeln, festhalten und fix Augentropfen rein“ angewendet. Richtig wohl war uns dabei nie. Mit derart rabiater Vorgehensweise war das zum Glück nur selten nötig. Als er wußte, er kommt nicht drum rum, gings auch so.

kernig

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Hallo Anibal

Da Gewalt im Sinne altbekannter Kindesmißhandlung oder -tötung

[eine Menge Behauptungen und Ansichten]

ich muß das Kind unter Überwindung seiner Gegenwehr
ins Auto setzen und festbinden usw.

Ehrlich gesagt musste ich das nie. Auch nicht
beim „Zähneputzen“.

In gesellschaftlicher Sicht gehört dieses Gesetz zu einer
Kampagne, die seit den 1950er-Jahren die Eltern verunsichert,
indem sie sagt, all die richtigen und die eingebildeten
Psychologen wissen, wie man Kinder richtig erzieht, nur die
Eltern nicht. Außer mir haben alle anderen in diesem Sinne auf
das Ursprungsposting geantwortet.

Du hast eben Dein Modell der Kindererziehung im Kopf,
möglicherweise wurde Dir „damals“ entsprechend mitgespielt
(oder auch nicht). Und wenn es bei Dir so war, muss es also
richtig gewesen sein.

Aber ich widerspreche Dir hier, das Prügeln von Kindern
nach alter russischer Art war auch anderswo vorwiegend
die Domäne der Unterschicht. Möglich, dass die Schichten
seit den 50’ern gleichgeschaltet wurden (Durchbruch der
Medien zu allen Schichten) und auch hier eine „gehobene“
Norm als die Gültige proklamiert wurde oder so.

Und es geht ja im Thread um das (für das Kind als
solches Erkennbare - und auch so gemeinte -)
„Zuschlagen“ auf den Körper des Kindes und nicht
um sanften Druck mit erklärenden Worten, um dem
Kind das Erfüllen einer Aufgabe zu erleichtern
oder zu ermöglichen.

Man könnte von hier aus zu der Frage nach der Beziehung
zwischen dieser Kampagne und der Entwicklung der Geburtenrate
weitergehen, aber das ist sicherlich offtopik hier.

Man könnte auch denken, dass Du hier zu springen anfängst,
um aus den von Dir genannten Gedanken beim Leser die Er-
kenntniss reifen zu lassen, dass gewaltsame Kinder-
erziehung und Fortpflanzungserfolg positiv korelliert.

Wobei fällt Dir eigentlich so eine Argumentation ein? :wink:

Grüße

CMБ

Hallo kernig,

das finde ich im Übrigen auch problematisch. Wie weit darf man
Gewalt anwenden? Die Sache mit dem Anschnallen ist ein gutes
Beispiel, ein anderes ist z.B. die Verabreichung von
Medikamenten (in unserem Fall Augentropfen).

Als meine Tochter ca. 2 1/2 Jahre alt war, schrie sie
auch schon bei der Vorstellung, jetzt Augentropfen
verabreicht zu bekommen.

Ich hab ihr das Fläschchen in die Hand gegeben, hab
mich vor sie hingelegt und sie „verabreichte“ mir
die Augentropfen. Das hat zwar gebrannt (zu viel!),
aber ich hab mir nichts anmerken lassen und lächelnd
demonstriert, dass es etwas Gutes ist, Augentropfen
zu bekommen. Seit dem (… you know :wink:

Grüße

CMБ

Hallo Semjon,

Ehrlich gesagt musste ich das nie. Auch nicht
beim „Zähneputzen“.

Vorsicht! Es gibt viele Situationen, in denen man ein Kind überwältigen oder anderweitig so behandeln muß, daß es ein geschulter Beobachter für demütigend halten könnte. Wenn Du das nicht kennst, dann hat Dir Deine Freundin/Frau einen gut programmierten Roboter, wahrscheinlich japanischer Bauart, als Kind untergeschoben, und es kann sein, daß das auffliegt, dann müßt Ihr das bisher erhaltene Kindergeld zurückzahlen.

Aber ich widerspreche Dir hier, das Prügeln von Kindern
nach alter russischer Art war auch anderswo vorwiegend

Weder habe ich mich in diesem Forum mit der russischen Prügelstrafe beschäftigt, noch gibt mein Geschreibsel die Befürwortung überhaupt irgendeiner Kindererziehungsmethode her.

Und es geht ja im Thread um das (für das Kind als
solches Erkennbare - und auch so gemeinte -)
„Zuschlagen“ auf den Körper des Kindes und nicht
um sanften Druck mit erklärenden Worten, um dem

Nicht ganz, es geht um die Frage, ob z.B. eine 22-Studentin ungefragt in eine triviale Erziehungssituation als Anwalt des Kindes intervenieren soll. Der Tenor der Antworten war, daß das unbedingt zu befürworten sei, denn wir Tugendwächter seien nunmal die Guten und wissen, wie Erziehung geht, und diese Eltern nicht, und wohl überhaupt die meisten Eltern nicht, das steht sogar im Gesetz.

Man könnte auch denken, dass Du hier zu springen anfängst,
um aus den von Dir genannten Gedanken beim Leser die Er-
kenntniss reifen zu lassen, dass gewaltsame Kinder-
erziehung und Fortpflanzungserfolg positiv korelliert.

Der im Nazideutschland beginnende und sich mit einer Unterbrechung bis zum Pillenknick fortsetzende Babyboom ist auch die Periode der Abschaffung der Prügelstrafe in Deutschland.

Wobei fällt Dir eigentlich so eine Argumentation ein? :wink:

Das könnte ich Dich auch fragen, denn Du liest offensichtlich etwas anderes als ich schreibe.

Grüße

Anny

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Wenn Du
das nicht kennst, dann hat Dir Deine Freundin/Frau einen gut
programmierten Roboter, wahrscheinlich japanischer Bauart, als
Kind untergeschoben, und es kann sein, daß das auffliegt, dann
müßt Ihr das bisher erhaltene Kindergeld zurückzahlen.

*lach* You made my day!

Hallo,

Also so richtig verstehe ich das dann doch nicht,
gehorcht das Kind nicht, ist alles o.k. und man
„darf“ es mit erniedrigenden Gewalt-Gesten zum
gehorchen bewegen. Gehorcht das Kind aber,
so ist dies schlecht, denn es ist dann ein
„Roboter japanischer Bauart“.

Also wie denn nun?

Grüße

CMБ

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Ach Quatsch, damit ist doch nur gemeint, dass es keine Kinder gibt, die wirklich und hundertprozentig IMMER das machen, was man ihnen sagt. Das gibt es einfach nicht, egal wie gut oder wie schlecht man sie erzogen hat.

Ich empfinde diesen Roboter-Vergleich als Trost, weil er zeigt, dass es Situationen gibt, in denen man einfach nicht viel machen kann. Zu diesen Schwächen kann und sollte man als Eltern auch stehen können.

Sonst kann man sich wirklich einen Roboter anschaffen… Aber ich bin mir sicher, dass nicht ein einziger Vater oder eine einzige Mutter hier in diesem Forum ihr Kind gegen einen allzeit gehorchenden Roboter eintauschen würde.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

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Ich hab ihr das Fläschchen in die Hand gegeben, hab
mich vor sie hingelegt und sie „verabreichte“ mir
die Augentropfen. Das hat zwar gebrannt (zu viel!),
aber ich hab mir nichts anmerken lassen und lächelnd
demonstriert, dass es etwas Gutes ist, Augentropfen
zu bekommen. Seit dem (… you know :wink:

Beim Windeln auch nie Schwierigkeiten gehabt?
Dann kenne ich Deine Stammkneipe aus dem L&L-Brett.

Grüße

Anny

Hallo

Ich hab ihr das Fläschchen in die Hand gegeben, hab
mich vor sie hingelegt und sie „verabreichte“ mir
die Augentropfen. Das hat zwar gebrannt (zu viel!),
aber ich hab mir nichts anmerken lassen und lächelnd
demonstriert, dass es etwas Gutes ist, Augentropfen
zu bekommen. Seit dem (… you know :wink:

Beim Windeln auch nie Schwierigkeiten gehabt?
Dann kenne ich Deine Stammkneipe aus dem L&L-Brett.

Nö, aber es hat auch geklappt

  • bei Lebertran (!)
  • bei Zitronensaft

jeweils ein Teelöffel voll. Und ohne
zu jammern, es wurde sogar als „spannend“
befunden, etwas Schwieriges zu leisten.

Grüße

CMБ