Schlafapnoe

Liebe/-r Experte/-in,
mein Partner und auch Freunde haben mir gesagt, dass ich „Aussetzer“ bei Nacht habe. Daraufhin habe ich mich bei meinem HNO Arzt beraten und untersuchen lassen. Dort wurde mir für eine Nacht ein Testgerät mitgegeben. Es wurde ein durchschnittliche Sättigung von 91% festgestellt. Mein Arzt meinte es bestehe kein Handlungsbedarf. Ein Bekannter meinte aber er hatte die selbe Sättigung und wurde behandelt. Nun bin ich mir unsicher, möchte aber ungern sofort zu einem anderen Arzt gehen. Gibt es einen „Regelwert“, wann etwas unternommen werden sollte? Ich bin ständig müde, habe das Gefühl nicht geschlafen zu haben, schnarche sehr sehr laut, habe nicht jede Nacht, aber häufiger diese Aussetzer und häufig Kopfschmerzen. An vielen Tagen muss ich nachmittags ein bisschen schlafen, weil ich sonst nicht über den Tag komme vor lauter Müdigkeit… Können Sie mir einen Tipp geben? Vielen Dank, Claudia Müller

Hallo Claudia Müller,

die Sauerstoffsättigung des Blutes ist nur ein Wert. Das Screening wird, je nach Gerätetyp, mit zwischen 3-7 Parametern durchgeführt. So eine nächtliche Messung mit dem Screeninggerät kann auch falsche Werte anzeigen, weil man z.B. kaum schläft. Ich denke der HNO-Arzt hat auch die anderen Werte bei der Diagnose mit herangezogen. Allerdings sprechen die von Ihnen beschriebenen Symptome ganz stark für eine behandlungswürdige Schlafapnoe, insbesondere die beschriebene Tagesmüdigkeit. Alleine das ist schon ein Grund, hier eine weiterführende Diagnose durchzuführen. Die Schlafapnoe ist im Facharztbereich der Lungenärzte angesiedelt, es gibt aber auch einige HNO-Ärzt, die sich mit der Schlafapnoe auskennen.
Wir. als Selbsthilfe empfehlen Ihnen dringend, suchen Sie einen Lungenfacharzt auf, der ein Screeningerät hat. Schildern Sie ausführlich Ihre Symptome, wie Tagesmüdigkeit und die Beobachtungen des Bettpartners (z.B. Atemaussetzer). Aus dieser Anamnese und einer entsprechenden Messung, wird höchstwahrscheinlich eine Einweisung in ein Schlaflabor erfolgen. Lassen Sie unbedingt ärztlich abklären, dass keine Schlafapnoe vorliegt, denn wenn Sie eine Schlafapnoe haben, muss sie dringend therapiert werden!! Die Folgeerkrankungen können beispielsweise Schlaganfall oder Herzinfarkt sein.
Weitere Infos bekommen Sie unter www.schlafmedizin-koeln.de oder /und www.schlafmedizin-koeln.merheim.de sowie www.dgsm.de
MfG
Holger Junge
Selbsthilfe SAS-Köln

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Hallo Herr Junge,

vielen Dank für Ihre Antwort. Ich vermute mein HNo Arzt kennt sich leider nicht genau aus… Er bezog sich ausschließlich auf die Sättigung, bot mir für das Schnarchen eine OP an, die das Geräusch tilgt… Ebenso hat mich die Aussage „Sie sind 28 Jahre alt, Schlafapnoe kommt eher ab 40 vor“ irritiert. Somit werde ich wohl nach einem Lungenfacharzt suchen. Vielen Dank noch einmal. Grüße Claudia Müller

Vor einer Operation warnen wir als Selbsthilfe, es gibt nur ganz wenig Gründe zur Operation. Tatsache ist, dass wir viele Selbsthilfemitglieder haben, die sich aus Unwissenheit haben operieren lassen. Heute haben sie das Problem, dass die Schlafapnoe (SAS)-Therapie nicht richtig funktioniert, weil beispielsweise das Zäpfchen zu kurz gemacht wurde, oder beim Trinken die Flüssigkeit aus der Nase wieder raus läuft. Finger weg vor einer OP, egal ob mit Laser oder Messer.
Viele Güße
Holger Junge
PS: Korrektur der vorgenannten WEB-Site-Adresse. www.schlafmedizin-koeln-merheim.de